Erstes erfreuliches Faktum: Es handelt sich hier um eine (inszenierte?) Liveaufnahme, deren Aufnahmqualität über alle Zweifel erhaben ist. (Leider gibt das Booklet keinen Aufschluss darüber, wo das Konzert stattgefunden hat...) Verglichen etwa mit Mullova/Abbado und deren Live-Aufnahme in Tokyo 1992, wo die Berliner Philharmoniker von der Tontechnik übersteuert losbrüllen, ist die TELDEC-Aufnahme mit Vengerov ein Ohrenschmaus sondergleichen.
Zweites Faktum: Vengerov spielt seine Stradivari mit einem zwar eher schlanken Ton, lotet aber alle Finessen des grandiosen romantischen Konzerts aus - im Vergleich mit anderen Einspielungen ganz offensichtlich im zweiten Satz hörbar. Alles in allem eine grossartige Einspielung, die auch interpretatorisch keinen Vergleich zu scheuen braucht, weder mit Oistrach, Kremer, noch mit Mullova oder Stern.