Donnerwetter, da passiert aber einiges. Zuerst mal zum Orchester. Die
Wiener Philharmoniker haben eine unglaublich wärmende Art.
Die Klangfarben sind teils sehr dunkel, aber andererseits - in den richtigen Momenten auch - sehr leuchtend.
Meine Bedenken, Muti könne Probleme mit Beethoven haben, lösten sich
schon bei den ersten Akkorden in Luft auf.
So souverän dirigiert hört man den ersten Satz wirklich selten. Beim
zweiten schwelgt Muti in nie zuvor dar gewesenen Klangwelten, um sich
dann im dritten Satz vollkommen auszutoben. Nun einmal zum Solist, der
ja nun auch nicht gerade einen einfachen Part zu bewältigen hat - Vadim Repin.
Also technisch gibt's da überhaupt nichts zu bemängeln. Tonlich habe
ich gedacht, ich höre David Oistrach. Der Ton ist so leuchtend warm und hell.
Da bleiben einem echt die Spucke weg und der Mund offen stehen ;-))))))))
Die Tontechniker haben echte Spitzenarbeit geleistet. Man erhält
jederzeit einen satten, vollen Sound ohne Abstriche.
Die Kreutzer-Sonate ist auch sehr mitreißend gespielt, hier möchte ich mal Martha Argerich loben.
Man merkt, dass sie viel Kammermusik spielt. Das kommt Repin sehr zu Gute. Repin und Argerich sind super aufeinander eingespielt.
Fazit: Eine neue Referenzaufnahme, die ihresgleichen sucht.