Das Gespann Mutter-Karajan hat sich nun wahrlich einen Namen im Genre des Violinkonzertes gemacht, wahrlich nicht immer ausnahmslos zur Freude aller Hörer und Hörerinnen. KeinWunder also, daß auch diese Aufnahme von Beethovens Violinkonzert nicht nur Begeisterung hervorrufen wird. Technisch ist sie zweifelsfrei fehlerlos und brilliant, über alle Zweifel erhaben, in dieser Klarheit wird man die Violine nur selten je wieder zu hören bekommen. Fraglich ist, ob die Aufnahme der Technik auch die entsprechende Leidenschaft uim Spiel entgegenbringt. Zu langsam, langweilig oder ausdruckslos ist das Spiel freilich nie, aber eine gewisse leichte Kühle haftet ihr insgesamt an. Das darf aber durchaus nicht nur negativ verstanden werden, es macht auch einen großen Reiz aus, mir persönlich gefällt es sehr gut, und neigen doch gerade Violinkonzerte oft dazu, allzu romantisiert daherzukommen. Dem zweiten Satz tut das sicher gut. Aber vielleicht tritt insgesamt der Violinpart gegenüber dem Orchester etwas zu sehr in den Vordergrund - ein Phänomen, daß man bei praktisch allen Aufnahmen der beiden Künstler kennt, das kann einem gefallen oder auch nicht. Für Freunde des Beethovenschen Violinkonzertes ist die Aufnahme Pflicht, kennen muß man sie, ob man sie zu seiner Lieblingsaufnahme macht, nun, daß muß jeder schon für sich entscheiden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)