alban bergs violinkonzert ist eines der wenigen zwölf-ton-stücke, dass seinen repertoire-platz im heutigen konzertleben behauptet hat.
ein vielschichtiges, an der tödlichen kinderlähmung der jungen manon gropius ('dem andenken eines engels') orientiertes werk, das beziehungsreich die ganztonfolgen von bachs kühnem choral-chor-satz
'es ist genug' an- und umspielt.
hinter der vielschichtigen konstruktion spricht der klang vom sinn-verlust des lebens, der jugend, auch wohl von bergs eigener vergänglichkeit, singt der tod.
wolfgang rihms neueres stück für violine und orchester 'gesungene zeit' bezieht sich vor allem auf den streicherklang:
'gesungen, nicht gespielt', eine anweisung, die besonders
den auch in höchsten höhen noch singenden und energischen ton
der anne-sophie mutter reflektiert: 'energie, die sich im ton sammelt,
um den nächsten ton zu generieren' .
anne-sophie mutter, unsre star-geigerin, wird hier beiden konzerten der klassischen wie zeitgenössischen moderne auf betörend intensive, sinnvolle weise gerecht, die auch dem spätromantischen zug des alban berg schwärmerisch-singenden ton verleiht.
das chicago symphony orchestra unter james levine bieten dynamische feinarbeit und eine klangfülle der akustischen first-class.
Sehr empfehlenswert.