Das Violinkonzert von Tschaikowsky wird ja immer wieder neu aufgenommen- eine der herausragendensten Geigerinnen, die sich zuletzt dem Stück widmete, war Anne-Sophie Mutter, der durch ihren meist etwas fragwürdigen Spielstil nicht alle Herzen zufliegen.
Die bisher beste Aufnahme dieses unglaublich schweren Konzerts ist jedoch im Moment die von Julia Fischer. Man findet in dem ganzen Konzert keinen einzigen falschen Ton- und obwohl Tschaikowsky das Stück nicht NUR der Solovioline, sondern auch den anderen Instrumenten "gewidmet" hat, wird Julia Fischer keineswegs übertönt oder benachteiligt, sondern musiziert mit dem Orchester. Schade, dass einige Geiger immernoch meinen, dass dieses brillante Violinkonzert ein Zirkusstück ist...
Sehr gut finde ich auch, dass Julia Fischer auch unbekannte Stücke auf die CD genommen hat, wie zum Beispiel das Valse-Scherzo, ungefähr auf demselben spieltechnischen Niveau wie das Violinkonzert. Auch diese Schwierigkeiten werden perfekt gemeistert. Einziger Kritikpunkt: Tschaikowsky hat das Valse-Scherzo als Präludium für das Violinkonzert komponiert- deshalb wäre es für mich logischer, wenn man die Anordnung der Stücke auf der CD etwas geändert hätte.
Besonders empfehlenswert ist die Sérénade mélancolique: Natürlich viel einfacher, doch mindestens genauso schön wie das Violinkonzert...
Beim letzten Stück auf der CD, Souvenir d'un lieu cher (Erinnerung an einen geliebten Ort), war ich zuerst skeptisch: In der Textbeilage steht, dass Tschaikowsky das Komponieren dieses Stückes nicht viel Freude bereitet habe. Wie soll ein Stück schön werden, wenn es dem Komponisten selber nicht gefällt? Doch ich wurde niht enttäuscht, vor allem nicht von Yakov Kreizberg, der die Umstellung Dirigent auf Begleiter auf dem Klavier perfekt meistert!
Meine volle Empfehlung für diese unglaubliche CD!!!