Von "A & M Records" bis "Zylinder" und von "AAA" bis "Zwei-Phasen-Generator" versucht der Autor (fast) alle Themen zu behandeln, die für Liebhaberinnen und Liebhaber der Vinylschallplatte von Belang sind oder von Belang sein könnten.
Fast alle wichtigen Schallplattenfirmen und -labels werden vorgestellt.
Ebenso werden die bedeutsamsten Plattenspielerproduzenten aufgeführt: Brinkmann, Clearaudio, DUAL, Linn, SME, Technics, Thorens, Transrotor, VPI.
Einen großen Teil nehmen technische Erörterungen ein, z. B. Brummeinstreuung, Direct Metal Mastering, Höhenschlag, Lackschnitt, Monofonisierung, Pegelschwankung, Rumpelstörung, Subchassis, Vorhörsignal und Wiedergabekennlinie.
Interessant (oder auch nur überraschend) sind die Skepsis gegenüber Schallplattenwaschmaschinen (S. 202), die zu teuer seien, und das Plädoyer zugunsten von Mikrofasern (S. 107 f.): "Die Schallplattenreinigung mit einem (geeigneten) Mikrofasertuch ist schonender (für Haut und Vinyl), einfacher, preiswerter und vor allem tiefgreifender als alle anderen herkömmlichen Verfahren." (S. 108)
In dem Buch lässt sich sehr angenehm schmökern. Durch Querverweise können thematisch zusammenhängende oder aufeinander aufbauende Lexikonartikel gewinnbringend gelesen werden.
Einige Mängel oder Fehler seien nicht verschwiegen:
Das Unternehmen Perpetuum-Ebner (PE) ist ist nicht "Anfang der 80er Jahre ohne großes Aufsehen vom Markt" verschwunden, sondern wurde zum Jahreswechsel 1972/1973 vom Konkurrenten DUAL aufgekauft.
Der Autor versteift sich darauf, statt "Tonarm" stets "Tragarm" zu schreiben. Diese Wortwahl mag durchaus sachlich berechtigt sein, aber sie wirkt bizarr, besonders in einem Kompositum wie "Tragarm-Absenkvorrichtung" (S. 230). Gewöhnlich spricht man von "Tonarm-Lift".
Ein Satz wie "wenn ohne Bedacht empirische Beobachtungen verallgemeinert und nicht hinreichend auf ihren tatsächlichen Sachverhalt oder zugrunde liegende Ursachen überprüft werden, wird mehr Schaden als Nutzen verursacht (-> Voodo)" im Eintrag "Esoterik" (S. 63 f.) scheint mir wenig nützlich zu sein. In der empirischen Forschung wird man sich so nicht ausdrücken.
Ein Wort wie "bestgehütetstes" (unter dem Stichwort "Pressmasse", S. 179) möchte man gerade in einem Lexikon nicht lesen.
Unabhängig von dieser Mängelliste: Autor und Verlag sollten sich überlegen, ob nicht der Lexikoncharakter dieses Buch zugunsten eines Handbuchaufbaus aufgegeben werden sollte. Ein großer Artikel könnte z. B. alle wichtigen Plattenspielerhersteller behandeln, ein anderer technische Aspekte der (analogen) Tonaufzeichnung, ein weiterer Schallplattenfirmen und -labels, etc.