Das Buch setzt einen zurück in die Zeiten als die Computer- und Videospiele noch gut waren, etwas bedeutet, etwas bewegt haben und voll von Innovationen waren.
In anderen Worten: es bietet den verliebt-verträumten Rückblick auf die Spiele die ein Genre begründet oder definiert haben, ohne das man selber zur Abandonware greifen muss und sich dadurch den Technologie-Schock ersparen kann.
Man behält diese Spiele also in der Erinnerung, wie man sie liebgewonnen hat, und läuft nicht Gefahr desillusioniert zu werden. Insofern ein schönes Buch fürs "In-Erinnerungen-schwelgen".
Wer jedoch mehr Hintergrundwissen erwartet oder wünscht, z.b. wie es den Entwicklern ging, welche Entscheidungen hinter verschlossenen Türen gefällt oder vertagt wurden, welche Gelegenheiten genommen oder verpasst wurden - dem muss ich das "The Ultimate History of Video Games" näher legen, wobei Vintage Games durchaus als süffisanten Aperitif gereicht werden darf. Aber ohne entsprechende Erinnerungen hat das Buch nicht den erwarteten Tiefgang und dient z.b. dem Jugendlichen von heute vielleicht als kurzer Überblick was damals angesagt war, vielleicht um wieder Interesse am Geschichtsunterricht zu wecken? Sei es drum, dafür das man die eigene Erinnerung mitbringen muss und das Buch meines Erachtens nicht tiefgründig genug vermittelt warum diese Spiele Meilensteine waren ziehe ich einen Punkt ab. Alle über 25 und bestimmt ab 30 dürften es eher mit 5 Sternen bewerten.
Warum muss ich bei Vintage nur immer an Wein denken? Auch dafür hat das Buch eine Antwort... ;)
Ein Blick ins Menü (Inhaltsverzeichnis) sollte man sich vor dem Kauf auf jeden Fall gönnen, damit man weiss was einen erwartet. Nur falls die eigenen Lieblingsspiele nicht dabei sein sollten - aber es würde mich überraschen wenn jemand, der seit den 90ern zockt, nicht wenigstens 2-3 geliebte Titel entdeckt.