Das Buch hält nicht, was es verspricht, und ist den Preis nicht wert.
Ganz im Stil anderer billiger Kampfkunstbücher wird man das Gefühl nicht los, dass es mehr darum ging, ein Buch zu veröffentlichen, als guten Inhalt zu vermitteln. Dies fängt schon beim Äusseren an: Grosse Schrift und viele Leerzeilen (um das Buch grösser erscheinen zu lassen?), amateurhaftes Layout, oft unsinnige Fett-Schreibung und dennoch Anwendung von Unterstreichungen. Darüber hinaus strotzt es vor Fehlern und man trifft beim Lesen öfter auf unsinnige Sätze ("Stockdrehen ist die Kunst des Escrima (Arnis, Kali, Sinawali).").
Dass man sich im Buch nicht auf eine Schreibweise für Wing Chun, sofern nicht das hauseigene System gemeint ist, einigen kann ("VING SHUN KUEN - Ving Tsun", "Ving Tsun", "Wing Chun" oder "VING SHUN KUEN Kung Fu") und auch nicht, ob der Leser per "Du", "wir" oder neutral angesprochen wird, rundet das negative Bild ab.
Die genannten Mängel kann der spärliche Inhalt leider nicht wettmachen. Bei der Erläuterung der Grundtechniken bleibt es meist bei tabellarischen Aufzählungen ohne genauere Erläuterungen der Positionen bzw. Bewegungen, und genau das hätte ich erwartet. Einige Techniken werden durch Bildsequenzen dargestellt, leider zu wenige und oft unsystematisch und schlecht kommentiert, während andere Bilder und Bildsequenzen völlig überflüssig sind. So z.B. eine Reihe von 16 nicht weiter kommentierten kleinen Bildern mit der Überschrift "Eindrücke vom Stockdrehen in Slowmotion'", auf denen die Stöcke aufgrund der Drehbewegung nur verschwommen bis unsichtbar dargestellt sind und die Positionen der Hände nicht erkennbar sind.
Insgesamt erinnert das Buch mehr an eine Schülerarbeit als an das, wofür es angepriesen wird: ein "... Fachbuch ... in den Reihen qualitativ gehobener Veröffentlichungen über Kampfkunst ...".