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27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr authentisch, 8. Januar 2011
Ich habe im Rahmen meines Studiums eine Präsentation über das Tourettesyndrom gehalten und mich deswegen auch mit einem Touretteerkrankten getroffen. Wir haben einen Tag zusammen verbracht und er hat mir dabei auch erzählt, dass er mehrere Gespräche mit Florian David Fitz hatte, der in Vincent will Meer einen Tourettebetroffenen spielt. Der Schauspieler hat sich intensiv auf seine Rolle vorbereitet und er spielt sie sehr authentisch. (Florian David Fitz unterstützt auch die deutsche Tourettegesellschaft) Auch meinem Touretteerkrankten sind beispielsweise immer Mal wieder obszöne Wörter rausgerutscht und er hatte verschiedene Zuckungen, was Fitz wirklich gut nachstellt. Der Film hat mich von Anfang bis Ende fasziniert. Ich konnte herzhaft lachen und musste auch weinen. Die vielen kleinen Schicksale sind toll dargestellt und der Film wird nicht langweilig. Ich habe mitgelitten und mich mitgefreut! Die Idee des Films ist außergewöhnlich und wunderbar umgesetzt!
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44 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Road-Movie mit dem besonderen Tick, 13. November 2010
Vincent (Florian David Fitz) leidet unter dem Tourette-Syndrom. Nach dem Tod seiner Mutter schiebt sein Vater, ein erfolgreicher Politiker (Heino Ferch), den wenig vorzeigbaren Sohn in eine psychatrische Klinik ab. Dort lernt Vincent erst seinen zwangsneurotischen Zimmernachbarn Alex (Johannes Allmayer), der Schmutz hasst und Ordnung liebt, sowie die magersüchtige Marie (Karoline Herfurth)kennen. Marie und Vincent kommen sich bald näher und beschließen eines Tages aus der Klinik abzuhauen. Vincent will nach Italien ans Meer, um so den letzten Wunsch seiner toten Mutter zu erfüllen. Als sie das Auto ihrer Therapeutin stehlen wollen kommt ihnen Zimmernachbar Alex in die Quere und wird zum unfreiwilligen Mitfahrer. Zusammen macht sich das ungleiche trio auf den Weg nach Italien. Dorthin sind auch bald Vincents Vater und die Therapeutin (Katharina Müller-Elmau)der drei Ausreißer unterwegs. Un so entwickelt sicn doppeltes Roadmovie. Die drei "Gestörten" entdecken ihre Freiheit wieder und müssen erkennen, dass ihre psychischen Probleme sich nicht durch eine Flucht lösen lassen. Doch auch die Verfolger entwickeln sich auf der Reise. Vincents Vater erkennt, dass seine Ansprüche an einen perfekten Sohn die Beziehung zu seinem Kind ruiniert hat und die Therapeutin erlebt ihre beruflichen Grenzen. "Vincent will Meer" ist ein großer Film, dem es gelingt Tragik und Humor perfekt zu vereinen. Regisseur Ralf Huettner hat der Versuchung widerstanden, die psyschen Probleme seiner Hauptdarsteller zu albernen Kalauern zu nutzen oder sie umgekehrt als besonders wertvolle Menschen darzustellen. Alle Figuren, ob Kranke oder Gesunde, haben eine Störung, mit der sie sich auf der langen Reise nach Italien auseinander setzen müssen. Nicht alle werden Erfolg damit haben, aber auch das ist gut. Ein zuckersüßes Happy End hätte nicht zum Film gepasst. Ein menschlich anrührender Film, in dem man auch mal herzlich lachen kann und der einen im nächsten Moment wieder zu Tränen rührt. Die Schauspieler sind alle 1a, wobei mir besonders gut Karoline Herfurth als Marie gefallen hat. Sie schafft es, mit dieser Figur sowohl Liebe, wie Humor aber auch Selbsthass auszudrücken. Aber insgesamt kenne ich wenige Filme, die eine so runde gut zusammenpassende Darstellerriege haben. Also, wer mal einen wirklich guten Film sehen wiil, hier ist er.
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43 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Simple Story mit einzigartigen, zauberhaften Charakteren, 4. Mai 2010
Der Film "vincent will meer" beeindruckt mich durch etwas, was eigentlich kaum noch Kinofilme haben: Er ist unglaublich ausgewogen, hat nicht zu viel Romantik, nicht zu viel Drama und genau die richtige Portion Komödie. Dadurch bleibt der Eindruck eines abgerundeten Werkes im Kopf, quasi ohne Ecken und Kanten. Er ist - auch wenn das jetzt sehr subjektiv ist - perfekt. Florian David Fitz hat als Drehbuchautor und Hauptdarsteller ein hervorragendes Werk geschaffen, denn Tourette-Syndrom gut darzustellen und es nicht zu übertreiben, ist wohl - gelinde gesagt - verdammt schwer. Ich finde in Filmen wichtiger, dass die Charaktere authentisch gespielt werden und dass man sich einfach in sie hineinversetzen kann. Das ist nicht nur DFD, sondern auch den anderen Darstellern in diesem Film perfekt gelungen, auch wenn die Story an ein aufgewärmtes "Knocking on heaven's door" erinnert. Doch das ist eigentlich ziemlich egal, da die Charaktere so einzigartig wie bizarr und dabei doch wieder "normal" sind, dass man die Story dabei fast vergisst. Die Szenen bestechen dadurch, dass man den Eindruck bekommt, in Wirklichkeit könnte es genauso ablaufen: Es wirkt nicht überdreht oder unecht, die Situationskomik kommt nicht auswendig gelernt, sondern wirklich so rüber, als sei der Witz dem Zufall entsprungen. Ein Film, der ausnahmweise mal ein ernstes Thema anspricht und dabei nicht in die alte Drama-Schiene gerät, sondern das Thema Behinderung mit etwas Humor und Weltsicht angeht, habe ich noch nie so gut gemacht und mit so guten Schauspielern gesehen. Ich hoffe, dass wir noch ähnlich gute Filme von Florian David Fitz erwarten können!
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