Die Vincent- Price- Collection enthält drei Filme und eine von Price kommentierte Dokumentation auf zwei DVDs. ACHTUNG: Die technische Ausstattung der DVDs entspricht nicht der Amazon-Beschreibung!
1: The Last Man on Earth, I/USA 1964, s/w, 83 min, Breitwandformat 2,35:1, Regie: Ubaldo Ragona und Sidney Salkow, mit V.P., Franca Bettoia. Die erste und beste von bisher drei Verfilmungen des Romans "I am Legend" von Richard Matheson zeigt Price als Wissenschaftler, der als einziger Mensch eine weltweite Virusinfektion überlebt hat und nachts von zombieartigen Mutanten bedroht wird. Eines Tages trifft er eine scheinbar gesunde Frau. Ist seine Einsamkeit damit beendet oder ist es nur eine Falle der Zombies? - Ein puristischer Horrorfilm, der augenscheinlich Romeros "Night of the Living Dead" beeinflusste.
2. The Bat, USA 1959, s/w, 77 min, Format 16:9, Regie/ DB: Crane Wilbur, mit V.P., Agnes Moorehead, Gavin Gordon, John Sutton. Price spielt einen Arzt, der von seinem Patienten mit vorgehaltener Waffe gezwungen wird, bei einem Millionendeal mit einem Mord mitzuspielen. Dieser erschießt allerdings seinen Patienten, um selbst an das unterschlagene Geld zu kommen, das in einem von Moorehead bewohnten Landhaus versteckt ist. Allerdings pfuscht ihm "The Bat" (verhülltes Gesicht, Krallenhand, spielt gerne mit Fledermäusen) ins Handwerk, der reihenweise neugierige Bewohner und Gäste abmurkst. Sinistre Polizisten, dubiose Butler, wahnsinnige Wissenschaftler, der Film bietet liebevoll alles an Versatzstücken, was einen guten, altmodischen Horrorfilm ausmacht. Keine große Filmkunst, aber bestmögliche Unterhaltung.
3. Shock, USA 1946, s/w, 68 min, Format 4:3, Regie: Alfred Werker, mit V.P., Lynn Bari, Frank Latimore, Anabel Shaw. Mein persönlicher Favorit in dieser Box: In seiner ersten Hauptrolle überzeugt Price als Psychiater, der einer Frau in einem akuten Schockzustand helfen soll. Was der besorgte Gatte nicht weiß: Seine Frau beobachtete, wie der Arzt selbst im Affekt seine Frau erschlug. Während dem Arzt selbst Bedenken kommen, will ihn seine ebenso attraktive wie gewissenlose Geliebte zu einem erneuten Tötungsdelikt treiben (herrlich, wie unaufgeregt das Thema Ehebruch behandelt wird). Trotz (oder wegen) des geringen Budget gelingen dem Film magische Momente: Wie Price seiner Patientin einreden will, dass sie ihren Verstand verliere, demonstriert er beeindruckend seine Macht - sexuelle Konnotationen mit eingeschlossen.
4. (Bonusmaterial) Eine 25minütige, von Price kommentierte s/w-Dokumentation (wahrscheinlich aus den 1950er Jahren) über die Stars des Wild-West-Films rundet die Kollektion ab ("exclusiv nur in dieser Box"). Das Bildmaterial ist sehr schlecht, Price ist entweder synchronisiert oder mit einer Voice-over-Stimme belegt. Kann man sich als Price-Fan anschauen, lohnt aber nicht wirklich.
Alle drei Filme liegen in exzellenter Bildqualität vor (digital remastered). Das merkt man besonders im Vergleich zur Dokumentation, die bildtechnisch sehr verhuscht ist, wahrscheinlich eine Billigproduktion fürs amerikanische Fernsehen.
Großes Manko dieser an sich schönen Edition ist aber, dass es zu keinem der Filme die Originaltonfassung gibt (Untertitel natürlich auch nicht). Das ist umso bedauerlicher, da Fans natürlich besonders seine sonore Stimme schätzen. Die Filme liegen inzwischen auch als gute Einzelveröffentlichung mit Originalton vor. Aufgrund der Qualität der Filme ziehe ich nur einen Punkt ab. Die Ausstattung war aber eine Riesenenttäuschung!
Aus unerfindlichen Gründen ziert eine Szene aus "Dr. Phibes" das Cover (Wendecover!). Statt auf angepriesene 270 min komme ich nur auf 253 min.
Kurzfazit: Drei tolle Filme mit Vincent Price, exzellente Bildqualität, keine Originalfassung, entbehrliches Extra.