Klassische Horrorfiguren, wie die des unoten Vampirs oder des ruhelosen Geistes, beziehen ihre erschreckende Wirkung daher, dass sie trotz aller Unnatürlichkeit so erschreckend menschlich sind. Wenn dann noch der Schrecken in Gestalt eines äußerlich vollkommen normalen Menschen erscheint, wie beispielsweise der schüchternen Figur des Norman Bates in Psycho, schwindet die sichere Distanz für den Zuschauer. Und was ist, wenn der Schrecken nicht in irgendeiner fremden Person, sondern mitten unter uns erscheint - in unseren Kindern?
Ein Dorf fällt für ein paar Stunden in eine allgemeine Bewusstlosigkeit. Als die Bevölkerung wieder erwacht, scheint zunächst alles normal. Doch kurze Zeit später stellt sich heraus, dass jede gebährfähige Frau in dem Dorf ein Kind in ihrem Leib trägt. Neun Monate nach dem Vorfall werden die Kinder geboren. Sie sind ungewöhnlich intelligent und wachsen schnell heran. Sie rotten sich zusammen und können die Gedanken der Menschen mittels Thelepathie kontrollieren. Die Bevölkerung verfällt zunehmends in Panik, und die Situation gerät außer Kontrolle ...
Der übernatürliche Plot mit seinen Horror - und Science-Fiction-Elementen dient weitesgehend nur als Aufhänger, um zu zeigen, wie die Menschen mit dem direkten Grauen umzugehen versuchen. Die Konflikte der Eltern zwischen Zuneigung und Angst zu ihren Kindern zeigt Wolf Rilla in erstaunlicher Intensität. Die Kamera fängt die Emotionen in kühlen Einstellungen ein. Legendär sind die Szenen, in denen die Kinder mit glühenden Augen ihre Mitmenschen zu kontrollieren versuchen.
Dennoch weißt der Film im Detail Schwächen auf: Die schauspielerische Leistung mancher Akteure lässt doch stark zu wünschen übrig. Zudem ist der Storyaufbau nicht so konsequent, dass die Spannung den ganzen Film über gehalten werden kann. Das apprupte Ende reißt einen unerwartet aus dem gemächlichen Erzähltempo heraus und lässt viele interessante Fragen unbeantwortet.
All diese Mängel ändern jedoch nichts an der Tatsache, dass es sich hier um einen Klassiker des Genres handelt, der in seiner psychologischen Detalverliebtheit auch moderne Werke wie „The Sixth Sense" beeinflusst hat, und als Urmutter von „Rosemarie's Baby" gelten kann. Das Remake von John Carpenter liegt Längen hinter dem Original zurück.