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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Kolportage,
Von
Rezension bezieht sich auf: Villa Europa: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wer wie ich Ketil Björnstad als Autor und Musiker schätzt und bereits sein neues Buch sehnsüchtig erwartet, wird über diesen nachgeschobenen, bereits 1992 in Norwegen erschienenen umfangreichen Roman enttäuscht sein. Der Anspruch, eine kurze Geschichte Norwegens vom ausgehenden 19.Jh. bis in die Gegenwart anhand einer Familienchronik zu verfassen, konnte Björnstad nur mit Hilfe von Kolportage realisieren. Wie sympathisch einem die feministische Sicht auf die Geschichte auch sein mag - die Figuren sind doch sehr holzschnittartig gezeichnet, und zumindest was die Vergangenheit betrifft werden Handlungen und Charaktere eher behauptet als überzeugend beschrieben. Je näher Björnstad der Gegenwart kommt, desto besser wird er. Wie seine späteren Romane "Erlings Fall" und "Der Tanz des Lebens" beweisen, liegt ihm die sensible Gegenwartsdiagnose mehr als die Konstruktion von Kontinuitäten. Diese kann einem sogar auf die Nerven fallen, wenn sich das Helfersyndrom offenbar von einer Hausherrin auf die nächste vererbt und sich sogar noch auf die gleiche Weise ausdrückt. Beide haben zudem ihre Kinder per Vergewaltigung empfangen. Weniger wäre mehr gewesen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
männer kämpft für die rechte der frau!!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Villa Europa: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Zunächst war ich von der „Villa Europa“ sehr begeistert. Die Entwicklungen der norwegischen, urbanen Gesellschaft werden über Jahrzehnte hinweg (soweit ich es beurteilen kann sehr treffend und lebendig) nachgezeichnet, so dass sich „Villa Europa“ wie eine fesselnde und unterhaltsame `Geschichte Norwegens` liest.Auch die Erzählweise, die den Blickwinkel der Erzählung sozusagen wie einen Staffelstab, von Kapitel zu Kapitel an andere Personen (und somit Generationen) weitergibt, empfand ich als eine beeindruckende und frische Idee. Leider wurde mir während der Lektüre nach und nach deutlich, dass Ketil Björnstads Roman (oder der Autor persönlich?) an einem merkwürdigen Phänomen krankt. Die „Villa Europa“ ist eine absurd-übertriebene feministisch motivierte Schwarz-Weiß-Zeichnung. Kurz gesagt werden kapitelrauf und -runter idealistische, gut aussehende, intelligente, sensible, erfolgreiche -kurz: völlig hehre- Frauengestalten von männlichen, egozentrischen, geldgeilen, übergewichtigen Drecksschweinen vergewaltigt. Wahlweise können die Männer die Rolle des treudoofen Trottels und Schlappschwanzes übernehmen – nicht einer ist einfach „ok“. Mich langweilt eine solche, vereinfachende Weltsicht. Ich kann es nicht deuten, was Herrn Björnstad zu einem derartig heftigen Feministen macht. Ist es eine übertriebene Political Correctness, die im liberalen Skandinavien vorherrscht? Oder hat Herr Björnstad seine besten Buchabsätze unter Frauen? Allerdings müssten diese auch arg einfach gestrickt sein, um diese Holzschnittartigkeit zu übersehen… Ich gebe zu: man wird auf dem Klappentext vorgewarnt. Von „starken Frauen“ ist da die Rede. Da müssten die „Vorsicht-Brigitte-Literaturtipp-Warnglocken“ schon schrillen. Aber können nicht einfach -wie in (meiner) Wirklichkeit auch- Frauen und Männer gleichermaßen stark und/oder schwach sein? Grundsätzlich ist dieser Roman ein schönes und stimmungsvolles Bild der Osloer Gesellschaft (und der Gesamteuropäischen), die Erzählidee ist großartig aber die „Colorierung“ der Personen ist etwas zu seicht. Deshalb nur drei Sterne (zweieinhalb wäre mir lieber, ist aber nicht möglich)! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr niveauvoller Familienroman!,
Rezension bezieht sich auf: Villa Europa: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Das Geisterhaus" auf skandinavisch! Über drei Generationen verfolgen wir die Geschichte einer norwegischen Familie. Zu Beginn wird die reiche Erbin einer Villa von ihrem Mann verlassen, der sich auf eine ruhelose Reise quer durch Europa begibt. Er hält brieflichen Kontakt und die Briefe nähren ihre Phantasie. So richtet sie jeden Raum ihrer Villa ein, wie sie sich den derzeitigen Aufenthaltsort ihres geliebten Mannes vorstellt. In den Räumen der "Villa Europa" spielt sich dann fast ein ganzes Jahrhundert Familiengeschichte ab. Es sind vorallem die vielen liebevoll und detailreich gezeichneten starken Frauengestalten, die der Familie Richtung geben. Ein Familienroman von hohem Niveau, der seine Leser bestens unterhält.
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