Ich meine, der Roman ist gelungen. Er ist farbig und alles andere als klischeehaft und die Figuren sind meiner Meinung nach auch nicht "stereotypisch". Gerade das bewußte Spiel mit der Umgangssprache darin fand ich besonders gut, z. B. wenn der Architekt sagt, gute Organisation auf dem Bau sei die "Mutter aller Schlachten". Das kann ich nur unterstreichen! Die Autorin setzt Sprache sehr bewußt ein, ich fnde, intelligent ironisch. Die Handlung mag auf den ersten Blick unwahrscheinlich sein, ist es aber nicht. Genauso ist doch das Leben! Sterben und erben, Katastrophen und Kinder. Und wer ein bißchen sprachsensibel ist, spürt die leise Melancholie über allem, die Sehnsucht nach dem Guten und Wahren. Wenn am Schluß deutsche Barocklyrik im Original zitiert wird, ist das sehr ergreifend und originell dazu. Fazit: Ich habe meinen Spaß am Buch gehabt. Und mich nicht eine Minute gelangweilt.