Nach ihrem wunderschönen Album "Cause and effect" legt Maria Mena nun ein weiteres schönes Album nach, das einige Highlights besitzt. Es gibt wunderschöne Popsongs, meist ruhig und balladesk, ab und an melancholisch und auch mal dunkel, aber auch mit ein paar schnelleren, "fröhlicheren" Momenten.
Zu Beginn gibt es gleich zwei wunderschöne Popsongs "Viktoria" (mit japanischem Geigenarrangement) und "Homeless" (mit tollem Piano). "Homeless" ist für mich einer der schönsten balladesken Songs dieses Herbstes, ein kleines "Dreiminutenepos". Diese beiden ersten Songs haben so tolle Strophen und Refrains, dass sie eine wunderbare Brücke zum Vorgängeralbum bilden.
"The art of forgiveness" ist für mich dann etwas sperrig, dann in "Habits" im Duett mit Mads Langer wird es sehr ruhig und die beiden werden nur vom Piano begleitet.
Das nächste Highlight ist für mich "This too shall pass" mit wunderschönem Chor, besonders schöner Strophe und tollem Songaufbau, "Money" gibt's mit Handclaps und auch sehr besonderer Melodieführung. "Takes one to know" wird sphärisch und dunkel mit geheimnisvollen Effekten und Refrain.
In "It took me by surprise" wird's sogar etwas schneller und souliger und am Ende sogar fast tanzbar, was ich so von Maria Mena nicht kenne.
Mit zwei sehr typischen Mena Songs beendet sie ihr Album "Secrets", eine einfühlsame Ballade und "Am I supposed to apologize?", ebenso ruhig mit etwas aufbrausenderem Refrain.
Herausragend ist wie immer Maria Menas Stimme: unverkennbar, melancholisch und zart, nordisch, aber nie kühl, ebenso die Arrangements: abwechslungsreich sogar innerhalb eines Songs, die verwendeten Instrumente gehen von vielen Streichern, Glockenspiel, Klarinette und Bass, bis hin zu schönen Pianoläufen. Jeder Song hat etwas Besonderes an sich, eine besondere Stärke bei ihren Songs.
Was ich neben track 3 wiedermal weniger gelungen finde ist die Kürze der Songs, wenn schon nur 11 Songs, dann bitte auch mal etwas wagen und die Songs etwas ausdehnen, nach 3 Minuten sind einige der sehr gelungenen Songs schon wieder vorbei bzw. erreichen diese Grenze vier Songs gleich gar nicht, was ich dann doch sehr schade finde und deswegen einen Stern abziehen muss.
Ansonsten: perfekte, meist ruhige Popmusik gerade richtig für den Herbst.