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Produktinformation
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Gelesen wird dieser einzigartige Text von einem der besten deutschsprachigen Schauspieler: Martin Schwab kam einst mit der Peymann-Truppe nach Wien und zählt am dortigen Burgtheater seit Jahren zurecht zu den Lieblingen des Publikums. Nicht zuletzt er und seine Vortragskunst machen diese Hörfassung zu einem Erlebnis. --Christian Stahl
Spieldauer: ca. 235 Minuten, leicht gekürzte Fassung, 3 CDs -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .
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Das Buch will kein objektiver Tatsachenbericht über das Leben in Konzentrationslagern des deutschen Faschismus sein, sondern eine subjektive Erlebnisschilderung aus der Sicht eines Häftlings, der das Erfahrene zudem mit den Augen und dem Verstand eines Psychologen betrachtet und zu erklären versucht. Frankl beleuchtet Ereignisse und Situationen sowie Vorgänge und Verhaltensweisen auf seiten der Inhaftierten wie der SS-Offiziere im KZ-Alltag von der Einlieferung bis zur Befreiung und versucht hier und da psychologische Deutungen. Dabei kommt er unter anderem zu der Feststellung, daß mit der Kennzeichnung einer Person entweder als Angehörigen der SS oder als Lagerhäftling noch kein Urteil über ihn gefällt werden könne. "Menschliche Güte kann man bei allen Menschen finden, sie findet sich also auch bei der Gruppe, deren pauschale Verurteilung doch gewiß sehr nahe liegt. [...] So einfach dürfen wir es uns nicht machen, daß wir erklären: die einen sind die Engel und die andern sind Teufel." (S. 137) Damit spricht er etwas aus, das ich schon immer so empfunden habe. Grundsätzlich lehnt er eine Pauschalverurteilung ab und die Existenz einer "Kollektivschuld".
Er beschreibt sachlich und emotionslos - aber gerade dadurch sehr eindrucksvoll und berührend - in der "ersten Phase" die Ankunft im Bahnhof Auschwitz, die Aufnahme im Lager mit der ersten Selektion, die Desinfektion und die ersten Reaktionen der Mitgefangenen vom Zerrinnen der Illusionen über den Galgenhumor bis hin zur Neugier. Er setzt sich auseinander mit der Selbsttötung, in der vom ersten Tag an von vielen der einzige Ausweg gesehen wurde. Gleich am ersten Abend hatte Frankl sich selbst das Versprechen abgenommen, nicht "in den Draht zu laufen" (womit die Häftlinge das Berühren des mit elektrischer Hochspannung geladenen Stacheldrahtes meinten), und selbst in der schlimmsten Verzweiflung hat er an diesem Vorsatz festgehalten - in dem Wissen, daß auch unter diesen Umständen sein Leben sinnvoll ist.
Als typisch für die "zweite Phase" des Lagerlebens bezeichnet der Autor die Apathie und die Abstumpfung des Gemüts bis hin zur Gleichgültigkeit. Der Tod von Mitgefangenen löste bald kaum noch Gefühlsreaktionen aus. Was dennoch als das Schmerzlichste empfunden wurde, waren nach Mißhandlungen nicht der körperliche Schmerz, sondern der Hohn und der Haß, der sie begleitete, die entmenschte Grausamkeit, der sie entsprangen. Bedingt durch die unter der seelischen Zwangslage des Lagerlebens entstehende Regression, den Rückzug auf eine primitive Form der Emotionalität, spielten in den nächtlichen Träumen der Häftlinge vor allem Brot und Torten und Zigaretten und ein warmes Wannebad die Hauptrolle. Der Hunger und die Gedanken ans Essen bildeten das Haupt-Gesprächsthema, dagegen schwieg unter den Bedingungen der Unterernährung der Sexualtrieb. Die Themen Politik und Kultur rückten zugunsten des religiösen Interesses, das als Ausdruck der inneren (in Ermangelung der äußeren) Freiheit viel Raum im Denken einnahm, in den Hintergrund.
"Die geistige Freiheit des Menschen, die man ihm bis zum letzten Atemzug nicht nehmen kann, läßt ihn auch noch bis zum letzten Atemzug Gelegenheit finden, sein Leben sinnvoll zu gestalten. [...] Wenn Leben überhaupt einen Sinn hat, dann muß auch Leiden einen Sinn haben." (S. 109 f.)
Allgemein zu beobachten war die Flucht nach innen und damit auch in die Transzendenz, die Meditation, die Selbstgespräche und die Sehnsucht nach Einsamkeit, einem Zustand, der fast nicht existierte. Beeindruckend war für mich, daß es auch künstlerische Aktivitäten im KZ gab in Form von Kabarettveranstaltungen, Lyrikabenden, Musikaufführungen, an denen SS-Leute als Zuschauer teilnahmen; und erstaunlich tönte für mich, daß neben dem Kunsterleben sogar Humor seinen Platz hatte - als eine Waffe der Seele im Kampf um ihre Selbsterhaltung.
Die psychologische Besonderheit der "dritten Phase", nämlich der nach der Befreiung des Lagers (Frankls vierten!), bestand darin, daß der seelischen Hochspannung plötzlich die totale innere Entspannung folgte - mit dem Ergebnis einer ausgeprägten Depersonalisation, in der zunächst alles als irreal, unwahrscheinlich, traumhaft erlebt wurde, so daß man sich über die jahrelang ersehnte Freiheit nicht mehr freuen konnte und nicht mehr zurechtkam mit ihr. Diese Enttäuschung gehörte mit zu den seelischen Spätfolgen des geschehenen Unrechts.
Seit ich diesen 1946 geschriebenen Bericht "... trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager" kenne, gehört er zu den kostbarsten Schriften, die ich besitze. Er hat mich zutiefst bewegt sowie emotional und intellektuell bereichert, und es hat mich in meiner Weltanschauung bestärkt. Was mir besonders zusagt: Es ist kein Buch der Anklage und des Hasses, sondern des Verständnisses menschlicher Schwäche und Begrenztheit und des Glaubens an den Sinn des Lebens, der selbst in der furchtbarsten Existenzbedrohung vorhanden ist. Obzwar Frankl Mutter, Vater und Ehefrau in Konzentrationslagern verloren hat, liegt seinem Fühlen und Denken jegliche Bitterkeit fern. Im Rückblick auf die qualvollen Jahre, die hinter ihm lagen, als er dieses Buch schrieb - ebenso wie bis zu seinem Tode -, überwiegt in seinem Urteilen, das an keiner Stelle ein Ver-Urteilen ist, eine dem Wesen des Menschen gerecht werdende ganzheitliche Betrachtungsweise, in der die einzigartige Kostbarkeit des Individuums ebenso Berücksichtigung findet wie die in uns allen angelegte Neigung, schuldig zu werden. Dieses Verständnis, das keine Rechtfertigung ist, schließt für Frankl Vergeltung aus, denn niemand hat nach seiner Überzeugung das Recht, "Unrecht zu tun, auch der nicht, der Unrecht erlitten hat" (S. 145).
Dieses zutiefst humanistische und lebensfreundliche Buch möchte ich Leser(inne)n jeden Alters ans Herz legen, die nach dem Verständnis des Menschen fragen, die nach Humanismus dürstet und die nach dem Sinn des Lebens suchen. Das Buch macht Hoffnung und ermutigt zum Leben - auch in Grenzsituationen.
Die Ausgabe des Deutschen Taschenbuchverlags von 1982 (21. Auflage 2002), welcher der Text eines von den Häftlingen in Auschwitz aufgeführten Dramas mit dem Titel "Synchronisation in Birkenwald. Eine metaphysische Conférance" und eine Liste weiterer Werke von Viktor E. Frankl beigefügt sind, umfaßt 199 Seiten und ist zum Preis von 7,50 ¤ im Handel erhältlich.
Die Worte des Autors gehen einem enorm tief, weiss man doch um die Tatsache, dass er nicht bloss theoretische Aspekte übermittelt, sondern das Niedergeschriebene am eigenen Leibe erfahren hat. So steht im Vorwort von 'Trotzdem Ja zum Leben sagen': "Viktor Frankl hat gelebt, was er lehrt." Und dies wird dem Leser/der Leserin auf jeder Seite, in jedem Satz, bei jedem Wort dieses Buch deutlich bewusst!
Die Sicht eines Psychologen über die Ungerechtigkeit und die Schreckenstaten in einem Konzentrationslager und wie ein Mensch eine solche Situation überhaupt seelisch durchstehen konnte, dürfte für jede und jeden von uns von grosser Bedeutung und grossem Interesse sein.
Viktor Frankls im KZ erlangten Erkenntnisse verursachen Aha-Erlebnisse und lassen sich auch auf unser Leben umsetzen. Seine Worte treffen uns und bewirken eine Veränderung unserer Sichtweisen in den verschiedensten Bereichen.
"Die geistige Freiheit des Menschen, die man ihm bis zum letzen Atemzug nicht nehmen kann, lässt ihn auch noch bis zum letzten Atemzug Gelegenheit finden, sein Leben sinnvoll zu gestalten." (Viktor Frankl)
Die 200 Seiten bewegen, beschäftigen und schmerzen. Man liest diesen Schicksalsbericht und erfährt Einzelheiten darüber, wie es Menschen wie Viktor Frankl gelungen ist, diese Zeit trotz Schmerzen, Ängsten und andauernden Qualen seelisch zu überstehen.
"Wenn Leben überhaupt einen Sinn hat, dann muss auch Leiden einen Sinn haben." (Viktor Frankl)
Beeindruckend ist die Botschaft, die das Buch vermittelt. Es gibt einem Mut, denn der Titel trifft es auf den Punkt "... trotzdem ja zum Leben sagen". Der Wille zum Leben und die Tatsache, dass der Mensch nichts im Leben mitbekommen hat als seine nackte Existenz und die Freiheit damit etwas anzufangen oder auch nicht.
Der gleichzeit damit eingebrachte psychologische Aspekt, macht das Buch einzigartig. Wie verhält sich die menschliche Psyche in solch einer aussichtslosen Situation und was hält ihn noch am Leben? Er beschreibt die einzelnen Phasen durch die man geht und wohin sie führen (Ich möchte nicht zuviel verraten).
Und zum Schluss, der Bezug zur heuten Zeit. Da muss man etwas zwischen Zeilen lesen. Wie ZB Der Mensch versucht in der Masse aufzugehen, sich abzuheben aber gleichzeitig aus Selbstschutz nicht aufzufallen.
Mir persönlich hat die Botschaft, sich dem Leid zu stellen und lernen damit umzugehen, am besten gefallen, „Auch in einer Situation tiefster Qualen sich die Freiheit zu nehmen, diese Zeit sinnvoll zu gestalten.“
Beeindruckend ist, dass jeder den ich kenne und das Buch gelesen hat, immer eine andere "Lieblings"Stelle für sich gefunden hat und Kraft daraus schöpfen konnte.
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