Es ist schon komisch, da trennen sich Marillion und Fish 1988 wegen musikalischer Differenzen, um anschließend beide typische Marillion Prog-Alben zu veröffentlichen. Bei Marillion war dies die "Seasons End" von Ende 1989, bei Fish die "Vigil..." von Anfang `90.
Weil die Stimme so markant ist, erkannte man Fish aber eher als Marillion bzw. ex-Marillion. Die Stimme von Steve Hogarth ist doch deutlich anders.
"Vigil in a wilderness of mirrors" ist bis heute das beste Album von Fish geblieben. Er macht auf dieser Platte da weiter, wo er bzw. die Gruppe mit "Misplaced Childhood" aufgehört hat. Großen Anteil daran hat der Keyboarder und Komponist Mickey Simmonds. Mickey hat fast jeden Song geschrieben bzw. mitgeschrieben. Fish hat dann die Texte dazu verfaßt. Die beiden waren ein geniales Duo. Leider tennten sie sich nach dem 2. Album. Interessant ist, dass Janick Gers (ex-Gillan und seit 1990 bei Iron Maiden) auch bei einigen Songs mitgespielt und sogar komponiert hat.
Es gibt wirklich keinen Ausfall auf diesem Album. Der Titelsong `Vigil`, `The company`, `A gentleman`s excuse me` und `Cliche` sind allererste Sahne. Die Singles `Big wedge` und `State of mind` sind kaum schwächer. Auch die anderen Songs können voll überzeugen (z.B. `View from a hill`). Mr. Dick (Fish) und Band zeigen uns die gesamte Palette des Prog Rock, von hart bis ruhig, von verspielt bis straight, von nachdenklich bis anklagend ist hier textlich und musikalisch alles vertreten.
Obwohl "Seasons End" auch ein klasse Album ist, behält Fish mit "Vigil..." bis heute die Nase vorne. "Vigil" möchte ich in eine Reihe stellen mit "Fugazi" und "Misplaced Childhood". 5 dicke Sterne. Diese Qualität hat er leider nie mehr erreicht.