Die Verarbeitung und Ausstattung dieses Windows-Tablets ist beachtlich, wenn man einen Preis von derzeit ca. 340,-- Euro bedenkt.
Nachteilig ist allerdings die kleine Festplatte von 16GB, die für Windows 7 an sich nicht ausreicht, wenn noch das Android-System installiert ist. Ich habe daher ein neues Windows 7 aufgespielt und Android enfernt, was allerdings bei mir nicht mit der beiliegenden Recovery-Version möglich war, da die immer eine Partionierung für Android und Windows 7 vornimmt, die nachtträglich unter Windows 7 nicht mehr so einfach verändert werden kann.
Mit Windows 7 als einzigem Betriebssystem auf der kleinen Festplatte kann man arbeiten und Windows-Updates wie das SP1 und kleinere Programme installieren. Zur Speicheraufrüstung empfiehlt sich eine 16GB-MicroSD-Karte (am besten formatiert mit NTFS), auf der weitere Programme installiert werden können. So läuft das Tablet bei mir ganz anständig und kann sogar mit angeschlossener Tastatur und Maus als Office-Rechner verwendet werden.
Die Touch-Bedienung von Windows 7 ist nicht so gut wie die von reinen Touch-Betriebssystemen wie iOS auf Apple's iPad oder auf Android-Tablets. Häufig tippt man daneben aufgrund der kleinen Schaltflächen, aber zumindest beim Surfen auf Webseiten kann man gut damit zurecht kommen.
Der Touchscreen des Viewpad 10 ist sehr reaktiv und reagiert ohne nennenswerte Verzögerung auf Eingaben, was ich bisher bei Tablets in dieser Preisklasse so nicht erlebt habe.
Das Display kommt zwar nicht an das des IPad heran (geringerer Blickwinkel und geringere Auflösung), ist aber aus meiner Sicht trotzdem ziemlich gut.
Nun zum größten Nachteil des Viewpad 10: die Akkulaufzeit kann einfach nicht mit der aktueller (und teurerer) Tablets mithalten. Unter Windows 7 komme ich auf maximal 5 Stunden, was aber für mich ausreicht. Es liegt an der relativ geringen Akkukapazität und auch an Windows 7, das natürlich nicht so für eine lange Akkulaufzeit wie das IPad optimiert ist.
Im Folgenden liste ich nochmals die wesentlichen Vor- und Nachteile aus meiner Sicht auf:
+ umfangreiche Ausstattung (microSD-Speicherkartenslot, 2 USB-Anschlüsse, miniVGA-Anschluss, VGA-Frontkamera)
+ sehr kompaktes und kleines Netzteil
+ sehr gute und solide Verarbeitung
+ kapazitiver und sehr reaktiver Touchscreen
+ Windows 7 ermöglicht Installation vieler bekannter und häufig genutzter Programme und bietet eine gewohnte Arbeitsumgebung
+ sehr günstiger Preis (Anfang 2012 ca. Euro 340,--)
- kleine 16GB-Festplatte für zwei Betriebssysteme etwas unterdimensioniert
- Akkufaufzeit maximal 5 Stunden, nicht vergleichbar mit IPad
- Display mit engem Blickwinkelbereich und geringerer Auflösung als beim iPad1
Insgesamt kann ich das Tablet dem preisbewussten Anhänger von Windows empfehlen, der beispielsweise einen sehr mobilen Officerechner mit Tablet-Funktionalität sucht.
Übrigens kann man unter android-x86.org Android 3.2 herunterladen (Version für Tegav2) und problemlos installieren. Damit kann man eine relativ aktuelle Android-Version ausprobieren. Es funktioniert aber nicht alles (WLAN ging bei mir problemlos, Bluetooth nicht, Touchscreen funktionierte einwandfrei, einzelne Apps stürzten ab, insgesamt lief es aber sehr flüssig).