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1.0 von 5 Sternen
Unfug!, 21. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Vietnam (Taschenbuch)
Was passiert, wenn man einfach vom amerikanischen Vorbild abschreibt, dessen Autoren wohl auch nur die knappe Hälfte der beschriebenen Orte persönlich bereist haben? Sicher, die Dinge verändern sich schnell in Vietnam. Doch warum hat man selten das Gefühl, dass der Ort, an dem man gerade ankommt, irgend etwas mit der Beschreibung in diesem Führer zu tun hat? Ein kleines Beispiel vielleicht: Kommt man nach Long Hai, wird man merken, dass die angekündigte Palmen-Bacardi-Stimmung ein wenig durch den Umstand getrübt wird, dass es dort nicht eine einzige Palme gibt. Nun gut, begeben wir uns also ins "Military Guesthouse", "in schöner Lage am Strand", mit "sehr netten Standhäusern". Die Strandhäuser hat es laut Aussage der Empfangsdame nie gegeben, das Guesthouse selbst ist ein riesiger Neubau in zurückhaltendem schweinchenrosa, der auf chinesische und vietnamesische Touristenansprüche getrimmt ist, genau wie das Dutzend anderer Hotels in direkter Umgebung. Na, das ist ja noch eine Geschmacksfrage - nur hatten wir uns das eben, wie so oft, der Beschreibung nach ganz anders vorgestellt. Was ein Reiseführer allerdings unbedingt leisten sollte, ist, den geneigten Leser darauf aufmerksam zu machen, dass Unterkünfte in Long Hai und insbesondere im nahegelegenen Ho Coc an Wochenenden obligatorisch und komplett für vietnamesische Kriegsveteranen reserviert ist und es unter der Woche in Ermangelung etwaiger Veteranen mitunter schwierig ist, eine warme Mahlzeit zu ergattern. Auf eine ganze Reihe solcher kleiner Frustrationen sollte man sich also einstellen, wenn man mit diesem Buch unterwegs ist. Für weitere saure Aufstoßer sorgt dann noch die amerikanische Brille, durch die die scheusslichen Kriegsereignisse betrachtet werden. Sicher, ein eingesperrter Schwarzbär tut auch mir leid, aber ihn als das beklemmenste an den Tunneln von Cu Chi zu bezeichnen, ist in meinen Augen reichlich geschmacklos. Kurzum: Vietnam ist ein wunderbares Reiseland, wenn man es mit den eigenen Augen und nicht mit denen der Autoren dieses Führers betrachtet.
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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Sinnvoll, wenn man sich nur an "Touri-Orte" begeben möchte, 7. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Vietnam (Taschenbuch)
Ich war dieses Frühjahr in Vietnam, sehr individualistisch und fernab vieler Touri-Magneten. Wenn ich die anderen Rezensionen lese, frage ich mich wirklich, ob ich mit dem selben Buch in dem selben Land war. 1.Es gibt Ort, die so fernab der Realität beschrieben sind (und immer schon waren, wie uns Einheimische bestätigten), dass ich nicht glaube, dass die "Reporter" jemals da waren. Schade, wenn man sich auf die Unterkunftsangaben verläßt. Von einem Reiseführer, der (leider, wie ich finde)mittlerweile die "Bibel" (denn es ist ja schlichtweg die deutsche Übersetzung des "Lonely Planet") für Individualreisende sein will und soll, erwarte ich einfach, dass auch Ort, die nicht vom Tourismus überlaufen sind, falls sie erwähnt werden, auch korrekt dargestellt werden. Das war häufig nicht der Fall (krassestes Beispiel "Long Hai"). 2. Auch wenn es sich um die deutsche Übersetzung eines australisch/amerikanischen Buches handelt, erwarte ich von einem deutschen Verlag, dass er die teilweise schon peinlich verzerrte Darstellung amerikanischer Handlungsweisen vor, während und nach dem Vietnamkrieg wenigstens nicht plump übernimmt, sondern adaptiert.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schneller Wandel in Vietnam - Lose trotzdem aktuell, 11. November 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Vietnam (Taschenbuch)
Wenn man bedenkt, wie schnell sich Vietnam verändert, jährlich neue touristische Highlights entstehen, ist es schon faszinierend, wie aktuell Stefan Loses Travel Handbuch ist. Unter Travellern in Vietnam tauscht man "Lose-Tipps" aus, überall sieht man die gelben Büchern in reisenden Händen. Besonders hervorzuheben sind die verlässlichen Beschreibungen von Unterkünften - da traut man sich auch in preisgünstige Herbergen. Man lernt: Es warten keine bösen Überraschungen ... Nicht zu verstehen ist jedoch, warum Nha Trang als "Nizza Asiens" so glitzernd beschrieben wird (alle, die da waren, fanden es enttäuschend). Auch der Wolkenpass enttäuscht, nachdem man schillernde Beschreibungen gelesen hat. KRITIK am Buch ferner: Zu wenig kulturelle Details in Bezug auf Architektur. Darüber hinasu könnte ein wenig FARBE im Lose-Layout nicht schaden. Hierfür wäre man gerne bereit noch 2 Euro mehr zu zahlen - man spart einige kostbare Urlaubszeit, die für das Blättern drauf geht.
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