Wer die Wunderwerke "Feivel 1 + 2", "In einem Land vor unserer Zeit" oder auch "Balto" kennt, der wird den Stil von Steven Spielbergs Produktion sofort erkennen. Leider führte nicht Don Bluth Regi, der bei den erst genannten dabei war. Das merkt man auch sehr, denn "4 Dinos In New York" ist vom optischen her sehr gleich, aber das wars leider auch schon...
Die Story ist so verrückt, dass man sie zweimal lesen muss: 4 Dinosaurier werden von einem Professor aus ihrer Ziet ins damalige New York geholt. Durch spezielle Knuserflocken, die Verstand und Ideenreichtum verliehen, können die Urzeitmonster reden und denken. In New York sollen sie zu einem Museum gehen, treffen aber vorher auf den Junge Louie, der alleine in der Großstadt lebt. Mit der kleinen und ebenfalls verlassennen Cicilia treffen sie auf den fiesen Pr. Krummauge und seinen Gruselzirkus...
DIes klingt Alles sehr kreativ, aber auch wirr. Und so kommt der Film auch rüber. Kein Zweifel, von der Animation, den Farben und den Bewegungen ist "4 Dinos In New York" einer der schönsten Zeichentrickfilme, die ich je gesehen hab. Ganz im Stil von "Feivel" oder "In einem Land vor unserer Zeit". Und die ersten 10 Minuten sind wirklich großartig: Die Idee, dass die Dinos in die heutige Zeit transportiert werden ist nicht nur sehr gut dargestellt, auch der Witz kommt gut rüber und man schmunzelt immer wieder mit. Besonders witzig ist die Tatsache, dass die Vorlagen der Dinosaurier aus "In einem Land vor unserer Zeit" kommen. Rex entstand aus Scharfzahn und der Vater von Zeera ist Wuuk (keine Ahnung, ob die Namen richtig geschrieben sind).
Danach fällt der Film aber deutlich ab und die Geschichte wird immer verrückter und konstruierter. Auch der Bezug zu den Figuren bleibt eindeutig hinten. Auch die Tatsache, dass Louie und Cicilia die Dinos ein paar Minuten kennen und sich danach gleich für sie aufopfern, wirkt zu künstlich. Das sind so kleine aber feine Sachen, die dem Film die Magie rauben.
Besonders enttäuschend fand ich zudem, dass das Potenzial der Idee nicht ausgeschöpft wurde. 50 % des Films spielen in dem Gruselzirkus, der an sich auch eine tolle Idee für einen Film, wie diesen, wäre. Leider haben die Dinos nicht so viel Screentime und stellen irgendwie nur noch am Rande die Hauptfiguren da...
Der Film hat einige sehr interessante und auch witzige Stellen, zum Beispiel der Clown, der den Zirkusdirektor nicht zum Lachen bringen kann.
James Horner komponierte dennoch wieder den Score, der typisch für ihn, voller Kraft und Liebe strotzt. Die Filmmusik kann ich nur empfehlen.
Insgesamt ein schöner Zeichentrickfilm für Kinder mit witzigen Einfällen, aber ohne die Liebe und Magie der Vorgängerwerke. Ich empfehle unbedingt die oben genannten Filme von Don Bluth, das sind wahre Meisterwerke, deren Botschaft auch nicht im Animationswirrwarr untergeht.