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Vier Äpfel
 
 

Vier Äpfel [Kindle Edition]

David Wagner
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Mit David Wagner ist einer der scharfsinnigsten Beobachter des Alltags wieder da." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Kurzbeschreibung

Mit vier Äpfeln fängt alles an. Ein Mann, der weniger zu tun hat, als ihm lieb ist, erlebt an der Obst- und Gemüsewaage seines Supermarkts einen magischen Moment: Die grünen Leuchtziffern zeigen 1 0 0 0. Vier Äpfel, die zusammen genau tausend Gramm wiegen? In der Hoffnung, dieser Tag werde ein besonderer sein, klebt er das Etikett mit der Strichcodezeichnung auf die Tüte und schiebt seinen Einkaufswagen weiter durch den Nachmittag. Seine Gedanken schweifen ab in eine Zeit, als man noch in kleineren Läden andere Dinge kaufte, zu Frühergerüchen, zum gewandelten Einkaufsverhalten überhaupt. Und er erinnert sich an L., die Frau, die ihn verlassen hat.«Vier Äpfel» handelt von einer verlorenen Liebe und der mal tieftraurigen, mal skurrilen Schönheit der alltäglichsten Dinge. Ein in glasklarer, rhythmischer Prosa erzählter Liebes- und Supermarktroman, der durch seine präzisen, beinahe ethnologischen Beschreibungen Wahr­nehmungsweisen schärft, sie vielleicht sogar verändert.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der viel beachtete Debütroman "Meine nachtblaue Hose" handelte von einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte, die aus tausenden von Erinnerungswebfäden zusammengesetzt war. Jetzt hat David Wagner einen Roman geschrieben der nur einen Schauplatz hat, nämlich den Supermarkt. In diesem Buch erzählt er nicht mehr oder weniger als vom Besuch eines Supermarkts. Es gibt Bücher die entführen uns in weit entfernte exotische Welten und dann sind es andere Bücher die begeistern uns, weil sie sehr nah an unserem eigenen Alltag angesiedelt sind.
Es ist ein Roman über die traurige Schönheit der alltäglichen Dinge der in Anlehnung an die Proustsche Eigenart "Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen" mit dem Satz "Lange bin ich gar nicht gern in Supermärkte" gegangen beginnt. Ein schmales, leichtes
Buch, in dem der Autor auf nur 156 Seiten fein durchnummerierten Seiten, mit Blick auf die existenziellen Dinge des Lebens, unsere Wahrnehmungsweisen schärft und möglicherweise modifiziert.

Supermärkte sind die Museen der Moderne. Die Zeit der kleinen Tante Emma Läden ist endgültig vorbei. Der Ich-Erzähler, ein namenloser Mann, wandert irgendwo am Prenzlauer Berg durch einen Supermarkt. Er legt vier Äpfel auf die Waage und die wiegen zusammen genau 1000 Gramm. Er klebt das Etikett mit der Strichcodezeichnung auf die Tüte, schiebt den Einkaufswagen durch die Gänge einer von ihm bisher kaum wahrgenommenen Welt, wobei er darüber nachgrübelt, weshalb jeder Apfel genau 250 Gramm wiegt. Er lädt weitere Waren die er benötigt in den Einkaufswagen, und dann passiert das, was er im Moment als melancholischer Held am allerwenigsten gebrauchen kann. Ob Marmeladenglas, Nudelpackung, Pizza, Himbeeren, Fische oder Zahnpasta , alles führt bei dem Ich-Erzähler zu allerlei Assoziationen und philosophischen Gedankengängen, die ihn an L. erinnern, die Frau die ihn nach kurzer Ehe verlassen hat. Als Supermarktgespenst und Wiedergängerin" verfolgt sie ihn und lässt ihn auch hier nicht in Frieden. Man könnte vermuten, es ist vielleicht ein wenig prosaisch oder öde, das Gegenteil ist der Fall.

Leichtfüßig, mit erhellendem Humor erfährt man viel über die Produkte und so wird in einer gewagten Konstruktion das Konsumparadies zu einem hyperrealen Ort, eben zu einem Museum der Moderne und wie in einer Assoziationsmaschine schweifen die Gedanken des Ich-Erzählers auch immer wieder ab in die 70 er und 80 er Jahre, als man noch in kleineren Läden verführungsfrei andere Dinge kaufte und die Supermärkte noch in den Anfangsstadien waren. Wir verfolgen diesen Ich-Erzähler in seinem Gedankenstrom und diese ganze Warenwelt, der er sich gegenüber sieht, löst bei ihm immerzu die unterschiedlichsten Assoziationen, Verbindungen und Gedanken aus. Auf diese Weise lernen wir ihn mit seinen Marotten, Sehnsüchten, Erwartungen und natürlich auch Traurigkeiten kennen.

Nach der Lektüre dieses philosophisch unterlegten, teilweise nachdenklichen und deprimierenden Textes fragt man sich als aufmerksamer Leser, warum das Sujet "Supermarkt" in der Literatur bisher nicht vorkommt, ist es doch in unser heutigen Zeit eine Art Paralleluniversum in dem die Menschen und Produkte viel Reflexionsraum für die unterschiedlichsten Assoziationen liefern und ein idealer Ort an dem energisch Konsumkritik geübt werden könnte. "Vier Äpfel" erzählt von tieftraurigen Produkten, einer Liebe die nicht mehr Gegenwart, sondern Vergangenheit ist. Das alles ist sehr witzig und geistreich aufgeschrieben, wobei es eine Reihe ganz origineller Beispiele gibt, "Spinat zu Spinoza", "Warentrenner", "Himbeeren, die die Farbe von Küssen haben", "Weichspüler als Sozialindikator", "Verführerischer Duft am Bäckerstand" oder "Zahnpastatreue".

Schließlich wird in dem Buch so schön erzählt, wie Produkte aus der Warenwelt unsere Vorstellung von der Welt formen und dass wir als Konsumenten immer gern zu Produkten greifen, die schon immer Teil unserer eigenen Biografien gewesen sind. So fungieren die Produkte auch als Vehikel der Erinnerung, das heißt, wir haben es mit einem fortdauernden Marcel Proustschen "Madeleine Effekt" auf Warenebene zu tun. In diesem Kontext erzählt der Protagonist auch, wie er als Kind alles "Künstliche" viel besser fand als das "Natürliche".

Natürlich ist der Supermarkt darüber hinaus auch ein Ort der Begegnung und obwohl man weiß, dass man dort eigentlich noch nie einen Menschen kennengelernt hat, hegt man doch immer die vage Hoffnung dass es dort eines Tages zu einer entscheidenden Begegnung kommen könnte. Wichtig dabei, so Wagner, immer darauf achten welche Produkte wer im Einkaufswagen hat. Es ist die kapitalistische Warenwelt, von der der Autor letztendlich fasziniert ist.

Ich habe das atemlos durchgelesen, aber ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was treibt diesen Typ zu diesen kaleidoskopartigen Reflexionen?
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ulysses im Supermarkt 29. September 2009
Von Marius VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Mit David Wagner ist einer der scharfsichtigsten Beobachter des Alltags wieder da" meint die FAZ - und sie hat absolut recht! Ein namenloser Mann mittleren Alters begibt sich auf eine exestenzielle Reise durch einen alltäglichen Supermarkt und findet zu sich selbst. In 144 (!) Kapiteln auf 159 Seiten, garniert mit 52 Fußnoten, lässt Wagner seinen Helden über das Konsumverhalten, die angebotenen Produkte und über seine ehemalige Geliebte reflektieren. Diese Gedanken beginnen zumeist mit einem angebotenen Produkt oder verkaufstechnischer Finessen, die dem lyrischen Ich Vorlagen für eigenes Philosophieren bieten.
Die Kapitel sind kurz, die Sprache einfach, die Gedanken lakonisch - und trotzdem fesselt das Buch durch seine Kürze und seine Präzision. David Wagner schafft es hervorragend, den Leser selbst über seinen Konsum nachdenken zu lassen und man wird unmittelbar durch die Geschichte angesprochen, denn fast jeder findet sich und seinen Supermarkt in der Geschichte wieder, da sie so universell geschrieben ist.

Noch nie ist eine Einkaufstour im Supermarkt wohl genauer und literarischer betrachtet worden als von David Wagner. Mit erzählerischer Akribie und Kapiteln, die auf den Punkt geschrieben sind, schafft er es, den Leser für sein Konsumverhalten und die Art, mit der er durchs Leben geht, zu sensibilisieren. David Wagner hat ein Werk geschaffen, das sich flüssig weglesen lässt und auch für Literaturmuffel einen formidablen Einstieg in deutsche Gegenwartsliteratur bieten kann:
Was James Joyce ein Tag in Dublin war, ist David Wagner sein Supermarkt - großartige Literatur!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
FEDERLEICHT & WUNDERBAR 14. Dezember 2009
Von Valentino
Format:Gebundene Ausgabe
Ein federleichter Roman, ja Hubert Winkels hat recht. Seine Kritik in der ZEIT hatte ich gelesen und mir gleich dieses Buch besorgt, sofort gelesen, und ich bin, tja, begeistert.

David Wagner ist Archäologe und Archivist, Supermarkt-Ethnologe, Soziologe und ja, auch Theologe des Supermarkts.

Der Mann, den er durch den Supermarkt schickt, ist ein Zauderer, ein Flaneur, ein Beobachter: Ein Betrachter, der den Wahnsinn unserer Gegenwart auf den paar Quadratmetern eines Supermarkts sieht, zwischen Tiefkühlpizzen in Schneewitchensärgen und Damen-Feinstrumpfhosen.

Fazit: ein tolles Buch, das einem die Augen für die Gegenwart öffnet.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Über tieftraurige Tiefkühlpizzen
Als "scharfsichtigsten Beobachter des Alltags" bezeichnet die FAZ David Wagner und sie hat damit völlig Recht. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von capkirki veröffentlicht
1000 Gramm....
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Veröffentlicht am 30. Oktober 2009 von Annemarie Mittwoch
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