Ich kann die fünfte Ausgabe der "Vienna Scientists" nur empfehlen - auch denen, die des Wiener Sound-Einheitsbreis der letzten Jahre vielleicht schon überdrüssig geworden sind. Ein absoluter Volltreffer, auf dem fast jeder Track zieht.
"Freedom Satellite" faszinieren mit fettesten Bässen, die die Fensterscheiben klirren lassen, die Jungs von "Boogiewood" steuern eine Melange aus Hiphop, Jazz und Dub bei, die einen wohlig ins Sofa sinken lassen, Rodney Hunter macht das, was er kann, nämlich nur das Beste (wobei sich "Faith" glücklicherweise mehr an seiner ersten als an der zweiten Platte orientiert), Geheimtipp Stefan Obermaiers "Bah Mea" ist einfach nur groß, "Makossa & Megablast" erweisen sich einmal mehr als spannende Dub-Künstler mit dunklen Afro-Anklängen, "Madrid De Los Austrias" versöhnen uns mit manch einer ihrer Jugendsünden - und der Rest ist auch gut.
Ich finde es nach wie vor - oder jedenfalls: endlich wieder - interessant, was aus Wien kommt; ein wichtiger Geburtsort großartiger Clubmusik jenseits der ewigen House-Musik, auf die die Szene derzeit so fixiert ist. Organische, lebendige Klänge, tricky Beats, dezente Raps, immer wieder bezaubernde Querflöten, warme, weiche Dubsounds mit einer Prise "New Disco": die aktuelle VS ist für mich ein kleines großes Meisterwerk, das verdammt gut ins Ohr geht und dort eine ganze Weile hängen bleibt.