| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Produktinformation
|
Wie einen ofenwarmen Apfelstrudel möchte man diesen Roman, bei dem Fakten und Fiktionen ineinander geknetet sind, am liebsten verschlingen. In seinen schwungvollsten Passagen fühlt man sich angesichts der Anekdoten und skurrilen Figuren an Friedrich Torbergs berühmte Tante Jolesch erinnert. Manchmal scheint der Roman aber auch etwas schwer zu tragen an den vielen Pointen und Nebenfiguren. Aber im Grunde genommen hatte die Autorin und Enkelin eines jüdischen Großvaters und einer katholischen Großmutter aus Mähren stilistisch wohl gar keine andere Wahl -- angesichts einer chaotisch-lauten, viel lachenden und lästernden Familientruppe, der beim Geschichtenerzählen die Pointe allemal wichtiger war als die Wahrheitstreue. Und so springt auch die Autorin munter zwischen den Zeitebenen, Figuren und Geschichten hin und her, am Ende ergibt sich aus den vielen Einzelstücken aber doch eine durchaus beeindruckende Familienchronik mit viel Zeitkolorit und erstaunlich wenig Schicksalsschwere.
Ist Eva Menasse eine aufmerksame Chronistin, die hier ihre journalistischen Fähigkeiten geschickt einsetzt, oder ist sie eine neue literarische Stimme, die es zu beachten gilt? Diese Frage wird erst ihr nächstes Werk beantworten können und müssen. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
Wie in allen jüdischen Familiengeschichten des 20. Jahrhunderts kreist auch in diesem Buch alles um den Holocaust, und wie die Überlebenden und ihre Nachkommen mit diesem unbegreiflichen Verbrechen umgehen. Es kreist aber auch um jüdische Identität, um die politischen und kulturellen Debatten der siebziger und achtziger Jahre in Österreich. All dies ist mit so viel Humor und einer nur in Wien ansässigen Mischung aus jüdischem Humor und Wiener Schmäh erzählt, dass die Lektüre eine wahre Freude ist.
Die Erzählung schreitet nicht linear voran, sondern springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, was die Lektüre auflockert.
Der von der Kritik immer wieder aufgeführte Hinweis auf den berühmten Vater von Eva Menasse ( er war österreichischer Fußballnationalspieler) und ihren noch berühmteren Bruder, den Wiener Schriftsteller Robert Menasse, schadet der Rezeption des Buches eher als es ihm nützt. Denn dieses Buch ist gut nicht wegen der berühmten Familienmitglieder.
Es lebt aus sich selbst. So wie Eva Menasse die Charakteristik ihrer Familie und deren Mitglieder schildert, können das nicht viele. Bei aller Kritik, bei allem zum Teil beißenden Spott, bleibt sie allen geschilderten Menschen in Zuneigung, zum Teil inniger Liebe und Solidarität verbunden.
Ich bin auf das zweite Buch von Eva Menasse gespannt. An ihm wird man ihr wahres schriftstellerisches Profil messen können.
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|