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Vienna: Roman Taschenbuch – 11. September 2007


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (11. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442732530
  • ISBN-13: 978-3442732531
  • Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 3,3 x 18,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (35 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 70.367 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Für ihren ersten Roman hat sich die Journalistin Eva Menasse einen sehr vertrauten Stoff ausgesucht: die Geschichte ihrer eigenen Familie über drei Generationen hinweg. Dass Vienna auf so viel öffentliches Interesse stößt, liegt erst einmal daran, dass die Menasses, besonders in Österreich, einen Namen haben -- der Vater ein ehemaliger Fußballnationalspieler, der Bruder der renommierte Autor Robert Menasse. Andererseits erklärt sich der Erfolg dieses Debüts mit der Kurzweiligkeit dieses 400-Seiten-Romans: Mit dem berühmten Wiener Charme, der aber auch seine abgründigen Seiten hat, plaudert sich die Autorin durch die Zeiten, erzählt Geschichten und Anekdoten, die am Ende hinter der Familiengeschichte auch viel von der österreichischen und Wiener Geschichte des 20. Jahrhunderts erkennen lassen.

Wie einen ofenwarmen Apfelstrudel möchte man diesen Roman, bei dem Fakten und Fiktionen ineinander geknetet sind, am liebsten verschlingen. In seinen schwungvollsten Passagen fühlt man sich angesichts der Anekdoten und skurrilen Figuren an Friedrich Torbergs berühmte Tante Jolesch erinnert. Manchmal scheint der Roman aber auch etwas schwer zu tragen an den vielen Pointen und Nebenfiguren. Aber im Grunde genommen hatte die Autorin und Enkelin eines jüdischen Großvaters und einer katholischen Großmutter aus Mähren stilistisch wohl gar keine andere Wahl -- angesichts einer chaotisch-lauten, viel lachenden und lästernden Familientruppe, der beim Geschichtenerzählen die Pointe allemal wichtiger war als die Wahrheitstreue. Und so springt auch die Autorin munter zwischen den Zeitebenen, Figuren und Geschichten hin und her, am Ende ergibt sich aus den vielen Einzelstücken aber doch eine durchaus beeindruckende Familienchronik mit viel Zeitkolorit und erstaunlich wenig Schicksalsschwere.

Ist Eva Menasse eine aufmerksame Chronistin, die hier ihre journalistischen Fähigkeiten geschickt einsetzt, oder ist sie eine neue literarische Stimme, die es zu beachten gilt? Diese Frage wird erst ihr nächstes Werk beantworten können und müssen. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

„Daß Eva Menasse ihr Handwerk beherrscht, spürt man in jedem Satz.“ (Süddeutsche Zeitung)

„Schwer unterhaltsam, literarisch intelligent, historisch hochinteressant.“ (Die Zeit)

"Die wichtigste Frage bei jedem Buch: Kann man es weglegen? Die Antwort heißt: ‚Vienna' nicht." (Welt am Sonntag)

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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Günter Nawe "Herodot" TOP 500 REZENSENT am 8. August 2009
Format: Gebundene Ausgabe
Der Beginn des Debütromans "Vienna" von Eva Menasse ist einfach großartig. "Mein Vater war eine Sturzgeburt. Er und ein Pelzmantel wurden Opfer der Bridgeleidenschaft meiner Großmutter, die obwohl die Wehen einsetzten, unbedingt noch die Partie fertigspielen mußte." Und nicht nur der Beginn. Denn die Geburt des Großvaters ist nur der Anfang einer Fülle von Anekdoten und Pointen, die die wortgewaltige und wunderbar erzählende Enkelin in dieser fulminaten Familiengeschichte zum Besten gibt. Eine höchst schicksalträchtige Familie zudem, denn der Großvater ist ein Wiener Jude und die Großmutter einer mährische Katholikin. Weiter gab es in dieser Familie Nazis und Kommunisten. Eine Mischung also, die (es) zu (be-)denken gibt.

Allerdings ist "Vienna" kein Schlüsselroman, so Eva Menasse, die 1970 in Wien geborene, gelernte Journalistin und Autorin ("Der Holocaust vor Gericht") hat sich mit diesem Debüt nicht nur in die Herzen der Leser, sondern auch in die Bestellerlisten geschrieben. Ein Ruhm also, der nichts damit zu tun hat, dass der Vater österreichischer Fußballnationalspieler war und der große Bruder Robert ein berühmter Schriftsteller ist. Beide finden im Roman übrigens ihren angemessenen Platz.

Das 20. Jahrhundert mit seiner schicksalhaften Geschichte bildet den Hintergrund dieses Romans, der nicht weniger schicksalhaft Ereignisse aufzuweisen hat. Die drei Kinder werden auf der Flucht vor den Nazis in die Welt verschlagen, die Jungen nach England, das Mädchen nach Kanada, wo es sich still aus der Geschichte verabschiedet. Einer der Jungen wird wie schon erwähnt Fußballer, der andere zieht auf englischer Seite in den Dschungel von Burma.
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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Winfried Stanzick am 2. Mai 2005
Format: Gebundene Ausgabe
Im erinnernden Erzählen bleibt die Vergangenheit und bleiben Menschen lebendig. Eva Menasse bleibt dieser jüdischen Weisheit ihrer Vorfahren treu und erzählt die Familiengeschichte der väterlichen und der mütterlichen Linie.
Wie in allen jüdischen Familiengeschichten des 20. Jahrhunderts kreist auch in diesem Buch alles um den Holocaust, und wie die Überlebenden und ihre Nachkommen mit diesem unbegreiflichen Verbrechen umgehen. Es kreist aber auch um jüdische Identität, um die politischen und kulturellen Debatten der siebziger und achtziger Jahre in Österreich. All dies ist mit so viel Humor und einer nur in Wien ansässigen Mischung aus jüdischem Humor und Wiener Schmäh erzählt, dass die Lektüre eine wahre Freude ist.
Die Erzählung schreitet nicht linear voran, sondern springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, was die Lektüre auflockert.
Der von der Kritik immer wieder aufgeführte Hinweis auf den berühmten Vater von Eva Menasse ( er war österreichischer Fußballnationalspieler) und ihren noch berühmteren Bruder, den Wiener Schriftsteller Robert Menasse, schadet der Rezeption des Buches eher als es ihm nützt. Denn dieses Buch ist gut nicht wegen der berühmten Familienmitglieder.
Es lebt aus sich selbst. So wie Eva Menasse die Charakteristik ihrer Familie und deren Mitglieder schildert, können das nicht viele. Bei aller Kritik, bei allem zum Teil beißenden Spott, bleibt sie allen geschilderten Menschen in Zuneigung, zum Teil inniger Liebe und Solidarität verbunden.
Ich bin auf das zweite Buch von Eva Menasse gespannt. An ihm wird man ihr wahres schriftstellerisches Profil messen können.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT am 9. August 2011
Format: Taschenbuch
"Vienna" ist Eva Menasses erster Roman. Die Journalistin veröffentlichte bisher weiterhin eine Prozessreportage und den Kurzgeschichtenband "Lässliche Todsünden". Sie ist die Halbschwester des österreichischen Schriftstellers Robert Menasse ("Phänomenologie der Entgeisterung: Geschichte des verschwindenden Wissens") und die Tochter des zweimaligen Fußballnationalspielers Hans Menasse.

Der Roman ist stark biographisch und autobiographisch geprägt. Vielleicht sollte man eher sagen, dass die fiktiven Elemente das Biographische ergänzen. Die Familie Menasse hat teilweise jüdische Wurzeln, um die es insbesondere im vorliegenden Buch geht. Eva Menasse stellt vor allem ihre Großeltern väterlicherseits, ihren Vater, ihren Onkel und dessen Frau, sowie ihren Bruder Robert und die beiden Vettern in den Mittelpunkt der Erzählung. Dass sie weitestgehend auf Namen verzichtet und ihren Großvater "mein Großvater", ihren Vater "mein Vater" oder ihren Bruder "mein Bruder" nennt, machte mir die Orientierung nicht schwerer, sondern eher leichter. Außerdem unterstützt dieser Kniff eine gewisse Distanz zu den realen Personen. Vor allem wohl für die Autorin, die in Ich-Form schreibt.

Die eigentliche Hauptperson ist Menasses Vater, dessen Geburt, eine Sturzgeburt, den Roman einleitet und beendet.
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