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Musikalisch finde ich die Stücke sehr gelungen und abwechslungsreich: von knackigen, perkussiven Rhythmen bis zur Gänsehautballade ist alles vorhanden. CD 2 gipfelt in zwei genialen Weather Report Stücken, nämlich Badia und Boogie Woogie Waltz.
Unter anderen ist Sabine Kabongo, Reibeisenstimme von Ex-Zap Mama, zu hören + bewundern und auch Karin Ziad ist mit von der Partie, er wird mit seinem einmaligen Stück "Louange" herausgestellt.
Warum aber gebe ich nur 4 von 5 möglichen Sternen? Meine Kritikpunkte sind folgende:
- die Konzerte aus Mai und September sind auf den beiden CDs durcheinander gewürfelt? Warum kann man nicht erst Stücke aus dem Konzert vom Mai und dann das andere Konzert hören? Oder ein Konzert vollständig?
- die Spielzeit ist recht bescheiden: 51,40 und 46,42 Minuten
- kurz vor dem Anfang von Rooftops Of Vienna weist Zawinul das Publikum an, sich "nieder" zu setzen, das hätte man doch rausschneiden können!
- die Klangqualität scheint mir manchmal etwas "verwaschen" zu sein, insbesondere, wenn alle auf einmal jammen;
- die Stimmen wirken bei einigen Stücken gepresst, als hätte man an den Mikrophonen gespart
- last but not least könnte die Aufmachung der CD schöner sein, bei einer Cluberöffnung von Joe Zawinul möchte man die Fotos sehen: die Musiker, das Publikum, die Stimmung spüren.
Dennoch: für Sammler und Fans von Zawinul und/oder Weather Report ist diese CD ein Muss. Als Alternative empfiehlt sich noch die "World Tour" von 1998.
Joe Zawinul spielt mit neuen Musikern hauptsächlich schon mal veröffentlichte Songs neu arrangiert und natürlich (wie auch bei jedem LiveKonzert) anders improvisiert. Er hat wesentlich mehr Gesang dabei, teilweise singen alle im Chor. Die Einzelstimmen sind erstaunlich gut, wo Zawinul bei früheren Bandzusammenstellungen auf guten Gesang doch eher weniger Wert gelegt zu haben schien. Der Chorgesamg könnte allerdings noch ein wenig aufgepeppt werden (zB. durch Mehrstimmigkeit)
Dass auf der CD-Hülle (fast) null informationen stehen, ist schon sehr traurig.
Der Sound ist wirklich etwas flach, zu wenig Bässe und wenig ausgesteuert, zumindest wenn man es mit ähnlichen Aufnahmen der heutigen Zeit vergleicht. Wenn man an seiner Anlage ein wenig nachjustiert, bekommt man den Klang aber ganz gut hin.
Allerdings finde ich die Spielzeit nicht zu kurz.
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