In letzter Zeit ist die Bezeichnung US-Komödie ganz und gar nicht als negativ aufzufassen. Dafür sorgen auch Filme wie Adam Brooks Vielleicht, vielleicht auch nicht. Haarscharf am Kitsch vorbei, mit einer kreativen, witzigen Story, unverbrauchten Gesichtern und einem Schuss Musik, der allein schon ausreicht, um den Zuschauer zu unterhalten.
Will Hayes(Ryan Reynolds) bekommt das Scheidungsurteil auf den Tisch. Nach langjähriger Ehe ist die Beziehung zu seiner Frau zerbrochen. Zweimal die Woche sieht er die gemeinsame Tochter Maya(Abigail Breslin). Für Will die schönsten Momente der Woche. Als Maya dieses Mal bei ihrem Vater zu Besuch ist, will sie die gemeinsame Geschichte ihres Vaters und ihrer Mutter hören; also wie alles begann. Zunächst sträubt sich Will, aber dann legt er los. In einer Art Rätsel-Puzzle-Geschichte erzählt Will von den drei Frauen in seinem Leben. Er verändert die Namen und Maya muss am Ende der Story raten, wer ihre Mutter ist. Von da an verabschieden wir uns gnadenlos in die 90er Jahre, beobachten Will bei seiner Arbeit als Wahlkampfhelfer Clintons, sehen seine Höhen und Tiefen und vor allem: April, Summer und Amelie. Diese drei Frauen haben es Will angetan, jede auf ihre Weise. Sie begleiten ihn durch ein turbulentes Jahrzehnt. Unterbrochen wird die Memorystory nur durch Mayas Fragen und Wills ausweichende Antworten. Am Ende sehen nicht nur wir, sondern auch Maya klarer. Wobei die Antwort doch eigentlich logisch war, oder?
Ryan Reynolds ist momentan gut im Komödiengeschäft. Von der Optik her erinnert er mich manchmal an den jungen Pierce Brosnan. Sein Will Hayes kommt liebenswürdig, tolpatschig aber auch ziemlich clever daher. Abigail Breslin, uns allen aus Little Miss Sunshine noch gut in Erinnerung, ist die kleine, neugierige, nicht auf den Mund gefallene, Maya. Eine Top-Besetzung. Dazu noch Rachel Weisz in einer Nebenrolle, was will man mehr. Vielleicht, vielleicht auch nicht, ist gute Hollywood-Unterhaltung, bei der man nicht viel verkehrt machen kann. Als Bonus gibt es einen hervorragenden Soundtrack, bei dem, vom langsamen Klavierstück bis zum dröhnenden 90er Hit einfach alles stimmt.