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So ist das oft in Jakob Heins faszinierendem Roman: an banalen Situationen entzünden sich Fragen, die philosophisch sind. In diesem Fall geht es kurz gesagt darum, dass man stets aufs Neue dem Leben vertraut, obwohl man weiß, dass es tödlich endet. Gerade hat der Protagonist von Vielleicht ist es sogar schön, der eine Art biografischer Doppelgänger des Autors ist, erfahren, dass seine Mutter an Krebs erkrankt ist. Während er über die Straße schreitet, hofft er, dass sie wieder gesund werden wird. Dass sie Glück haben wird wie jemand, der immer wieder aufs Neue über die Straße geht. Mit diesem Gefühl macht sich der Held daran, das Leben der Familie aufzuschreiben vom Anfang bis zu dem Punkt, von dem der Leser weiß, dass er unentrinnbar kommen wird. Dieses Wissen macht den Reiz des Buches aus.
Warum also tritt man immer wieder auf die Straße und setzt sich der Gefahr aus, überfahren zu werden? In gewisser Weise ist Vielleicht ist es sogar schön eine einzige Antwort auf diese Frage. Weil man es muss, lautet die Antwort, weil alles weitergehen muss, weil man auch in unkontrollierbaren Situationen die Kontrolle nicht verlieren darf, so grausam und gefährlich das Leben auch ist. So ist es kaum verwunderlich, dass Heins Alter Ego im Roman einen Anruf erhält, als er auf dem Friedhof ein Grabmahl für die Mutter sucht. Es ist eine Frau, die von der Frauenärztin anruft, um ihm mitzuteilen, dass sie schwanger sei. Das ist natürlich etwas kitschig. Aber kitschig ist ja das echte Leben auch. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
In diesem kleinen Erinnerunsbüchlein beschreibt Jakob Hein einzelne Szenen aus seinem Leben als Kind und insbesondere Eindrücke, die ihn mit seiner Mutter verbunden haben.
Veranlaßt wurde er zu diesen Aufzeichnungen nach eigenen Aussagen durch die schwere Krebserkrankung seiner Mutter, die an dieser Krankheit in noch jungen Jahren gestorben ist.
Es ist wider Erwarten ein heiteres, mit Humor, Witz, verhaltener Traurigkeit und leicht lakonisch geschriebenes Buch.
Jakob muß ein sensibler, einfühlsamer und gut beobachtender kleiner Junge gewesen sein. Seine Wahrnehmungen im Zusammenleben mit den schriftstellernden Eltern und einem älteren Bruder bringen ihn schon früh zu der Einsicht, daß Schreiben schön sein muß. So simuliert er schon vor der Einschulung den Erwachsenen , indem er vorgibt, daß er auch schon schreiben kann.
Sehr hübsch und amüsant, auch ernsthaft -kritisch, sind die Einlasssungen über die verschiedenen Großeltern, seine Erfahrungen mit anderen Kindern und immer wieder über die verständnis-liebevolle Verbindung zwischen ihm seiner Mutter.
Während seines Erwachsenwerdens , wie es hier zutage tritt, scheint er sich immer ein wenig im Abstand zu sich selbst zu bewegen.
Es ist ein anrührendes, leicht und gut lesbares Buch, daß man jedem an Familie interessiertem LeserIn empfehlen möchte.
Cl.B.
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