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Viele sein. Ein Handbuch. Komplextrauma und dissoziative Identität - verstehen, verändern, behandeln
 
 
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Viele sein. Ein Handbuch. Komplextrauma und dissoziative Identität - verstehen, verändern, behandeln [Broschiert]

Michaela Huber
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 528 Seiten
  • Verlag: Junfermann; Auflage: 1., Auflage (21. Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3873877821
  • ISBN-13: 978-3873877825
  • Größe und/oder Gewicht: 24,2 x 17 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 38.790 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Sich durch Gewalterfahrung aufzuspalten, ist ein Phänomen, das so alt ist wie die Menschheit. Seit hundert Jahren wird auch beschrieben, wie es ist, wenn kleine Kinder, die immer wieder übermächtigen Stress durch erwachsene Menschen erleiden, innerlich weggehen . Manche von ihnen entwickeln eine multiple Persönlichkeit eine traumabedingte Spaltung der Persönlichkeit, die heute dissoziative Identität genannt wird. Das Viele-Sein erfordert auch von den Betroffenen viel: sich ständig zurechtzufinden in einer Welt, die sich auf erschreckende Weise für sie abrupt verändert und gelegentlich völlig fremd wirkt. Aber auch professionelle Helfer kommen an ihre Grenzen, wenn sie hoch dissoziative Kinder, Jugendliche und Erwachsene verstehen wollen. Und was hilft wirklich, um aus dem Viele-Sein eine koordiniertere Persönlichkeit entwickeln zu können? Moderne Ansätze des Selbstverständnisses multipler Menschen sowie beraterischer, therapeutischer und supervisorischer Methoden werden in diesem Buch ebenso diskutiert wie ein theoretisches Grundverständnis der dissoziativen Identität und ein auf Wertschätzung und achtsamer Sorgfalt basierendes Unterstützungsverhalten von Angehörigen und Professionellen. Neben einem ausführlichen Rahmentext von Michaela Huber zu Theorie und Therapie der dissoziativen Identitätsspaltung gibt es u.a. Impuls-Beiträge von Marlene Biberacher, Petra Hafele, Lydia Hantke, Claudia Igney, Luise Reddemann, Frauke Rodewald, Jacqueline Schmid, Dorothea Weinberg und Claudia Wilhelm-Gössling sowie von einigen (teils ehemaligen) multiplen Persönlichkeiten, die von innen heraus beschreiben, was ihnen geholfen hat. Außerdem enthält der Band eine ausführliche Literaturliste über interessante internationale Beiträge der letzten zehn bis 15 Jahre.

Über den Autor

Michaela Huber, Jahrgang 1952, ist psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin und Ausbilderin in Traumabehandlung, niedergelassen in Kassel. Sie ist seit deren Gründung 1. Vorsitzende der deutschsprachigen Sektion einer internationalen Traumafachgesellschaft, der ISSD (International Society for the Study of Dissociation) und erhielt 1997 auf dem Traumakongreß in Montreal den "International Distinguished Achievement Award" der ISSD für ihre Verdienste auf dem Gebiet der Publikation und Fortbildung zum Thema der schweren posttraumatischen, dissoziativen Störungen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Was das Trauma heilt 30. August 2011
Viele sein- Ein Handbuch Michaela Huber

Vor einigen Tagen war wieder eine solche Nachricht zu hören, dass ein etwa 70 jähriger Mann seine eigenen Kinder im Haus gefangen gehalten und über Jahre als Sexsklaven benutz t hat.
Es sind solche Opfer, solche die in Oslo, Erfurt und Amsdetten überlebt haben, denen Michaela Huber ihr Lebenswerk gewidmet hat und mit deren Verletzungen sich die Autorin seit über 30 Jahren beschäftigt. Man fragt sich ja bei manchem, was Menschen ihren eigenen Kindern antun , wie kann man das überhaupt überleben, gibt es nach 'dem Keller', über den Jan Phillipp Reemtsma geschrieben hat, überhaupt noch ein Überleben?
Die Dissoziation ist ein kluger, gnädiger und intelligenter Mechanismus, der dafür sorgt dass man überleben kann, dass man die Grausamkeit und Unerbittlichkeit der eigenen Eltern, religiöser oder sonstiger organisierter Ausbeuter, die es leider gibt, überlebt.
Michaela Huber hat neben Luise Reddemann und Ulrich Sachsse, das geschaffen, was heute in Deutschland landauf und landab in Kliniken und Praxen als 'Traumatherapie' praktiziert wird.
Als Laie stellt man sich vor, das sei eine bestimmte Technik. Man hat sich durch die 'Traumalandschaften' von Jochen Peichl schon einen Überblick verschafft, was überhaupt ein Trauma ist, wie der Mechanismus der Dissoziation funktioniert. Niejenhuis, van der Hart und Steele haben ein geniales Konzept der strukturellen Dissoziation dargestellt mit anscheinend normalen Persönlichkeitsanteilen und emotional abgespaltenen Teilen, die mehr oder weniger ein Eigenleben führen. Nein Dissoziative Identität, das heißt nicht 'verrückt', sondern das ist ein sinnvoller Überlebensmechanismus, der hilft das endlose und überwältigende Grauen zu überleben.
Man fragt sich, vielleicht auch als Betroffene, was hilft denn eigentlich?
Ego-State Therapie nach Watkins und Watkins, Frederick und Phillips? Ist es die Borderline- Therapie nach Marsha Linehan, oder vielleicht das Eye Movment nach Francine Shapiro, ist es Achtsamkeit, das Imaginieren eines sicheren Ortes für das verletzte Kind, die verletzten Anteile?
Für mich am überzeugendsten ist die Antwort einer Betroffenen, 'die einmal viele war'. Die wirkliche und die beste Medizin ist der Mensch. Einer der diesen anderen erst einmal so sieht wie sie ist. Der geduldig zuhört, der Vertrauen schafft und Bindung ermöglicht. Der das Geschehene bezeugt .Denn manches Opfer denkt über sich selbst, das kann, das darf es doch nicht gegeben haben.
Wir hätten es vielleicht so gern, dass es eine Technik wäre 'Skills-Training' oder so etwas. Wir, oder zumindest die Kostenträger hätten es gern, dass es auch schneller ginge, so etwa in 5-50 Stunden. Für einen solchermaßen verletzten Menschen kann diese Zeit, vielleicht das Minimum sein, das Gegenüber zu ertragen. Stück für Stück, jede Facette dieser Persönlichkeit, diese verletzten Anteile auch nur zu zeigen. Die Patientin antwortet der Therapeutin mit einer Liebeserklärung. Früher nannte man das Übertragung und hat es entwertet. Heilung aber heißt, selbst lieben zu lernen, das ist vielleicht die allerschwerste Lebensaufgabe. Dieses geschundene, verhungerte, verlassene , geschlagene Kind zu sehen; es anzunehmen, seine Wunden zu verbinden, ihm etwas zu essen zu geben es in den Arm zu nehmen und an einen sicheren Ort zu bringen. Wenn es sein muss, den oder die Täter in ein imaginiertes, oder falls das noch geht, in ein reales Gefängnis bringen zu lassen.
Traumatherapie ist harte Arbeit. Wahrscheinlich dauert es mindestens so viele Jahre wie die verletzende Situation bestand, bis Heilung auch nur denkbar erscheint.
Wenn Spekulanten Termingeschäfte mit Grundnahrungsmitteln betreiben und Menschen in Afrika verhungern während wir hier gebannt Börsenkurse verfolgen. Wenn in einem der reichsten Länder der Welt 2 Millionen Kinder unter Armutsbedingungen leben, frage ich mich: Ist das Trauma nicht etwas das wir auch billigend in Kauf nehmen? Die Autorin verzeihe mir die Frage. Das ist für mich die Brutstätte für Gewalt und Dissoziation. Und zwar hier bei denen die das nicht wahrhaben wollen und dort bei denen, die später einmal behaupten werden 'ich habe doch eine schöne Kindheit gehabt'.
Für mich ist dieses Buch Michaela Hubers die 'summa' ihrer Berufs- und Lebenserfahrung
Ich bin dem Junfermann Verlag sehr dankbar, dass man mittlerweile fast das Gesamtwerk dieser herausragenden Therapeutin und Autorin hier finden kann.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Handbuch, was einschließlich eines sehr umfangreichen Literaturteils nicht nur wertvolle Hinweise für die praktische therapeutische Arbeit mit hoch dissozativen Menschen bietet und damit auch für jemanden, der schon einiges darüber weiß, sehr lehrreich ist, sondern auch sehr klar strukturiert ist und immer wieder betont, wie wichtig gerade bei dieser Patientengruppe therapeutische Klarheit und Strukturiertheit bei allem ist, was der Therapeut tut oder besser auch unterlässt. So gesehen kann ich das neue Handbuch von Michaela Huber nur sehr empfehlen, zumal es sich - trotz häufig schwergewichtigen Inhalts - gut lesen lässt, weil es gut geschrieben ist. Im ersten von ihr selbst geschrieben Teil werden nicht nur die oft verwirrende Symptomatologie dissoziativer PatientInnen sehr klar beschrieben, sondern auch Beispiele von selten harmlosen Behandlungsfällen sehr plastisch und nachvollziehbar dargestellt. Man merkt sofort, daß hier jemand aus langer Praxis und aus einer Fülle von Erfahrungen mit dissoziativen PatientInnen berichtet.

Teil II mit Material der "Vielen" und was ihnen geholfen hat, macht einerseits betroffen und andererseits staunend, über welche Ressourcen viele der Betroffenen verfügen oder besser gesagt: Was sie entwickeln mussten, um zu überleben.

Auch Teil III mit Beitragen verschiedenster Autoren ist größtenteils sehr lesenwert, z.B. der Beitrag von Luise Reddemann zur Würde der Beschämten und der Faszination dissoziativer Menschen oder der Abschnitt von Jaqueline Schmid über dissoziative Kinder und die ziemlich unter die Haut gehende Darstellung der therapeutischen Arbeit mit diesen. Interessant und nachdenkenswert auch die "Instinktive Täuschungsreaktion" als Variante kindlicher Unterwerfung (Dorothea Weinberg), aber auch zur Diagnostik (Frauke Rodewald) und zur stationären Therapie komplexer dissoziativer Störungen (Claudia Wilhelm-Gößling), um nur einige Beiträge zu nennen.

Gerhard Wolfrum, Dipl.-Psych., München
Psychologischer Psychotherapeut
Psychoanalytiker, Traumatherapeut
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Achterbahn der Gefühle 24. August 2011
Von König
Ein wunderbares Buch sowohl für Betroffene als auch Therapeuten. Lesen ist wie eine wunderbare Achterbahnfahrt, vor allem die sehr persönlichen Einblicke von Michaela, die einen zum Schmunzeln bringen aber auch mal feuchte Augen bereiten, die mal erschreckend auf den Punkt gebrachten Grausamkeiten dieser Welt kombiniert mit viel dennoch möglichem und so dringenden Humor und einer für die Autorin so typischen Leichtigkeit. Unbedingt lesen!
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