Prinz Don Pedro (Denzel Washington) kehrt siegreich von einem Feldzug heim und wird mit seinen Männern herzlich von Signor Leonato bewirtet. Zwischen dem romantischen Grafen Claudio (Robert Sean Leonard) aus Pedros Gefolge und Leonatos schöner Tochter Hero (Kate Beckinsale) funkt es sofort und blitzschnell wird ein Hochzeitstermin anberaumt.
Anders sieht es da schon mit der scharfzüngigen Männerkritikerin Beatrice (Emma Thompson) und dem ewigen Junggesellen Benedikt (Kenneth Branagh) aus. Diese beiden wagen es nicht, ihre gegenseitige Liebe zuzugeben und offenbar bereitet es ihnen mehr Vergnügen sich mit messerscharfen Wortgefechten zu verspotten und sich gegenseitig das Leben schwer zu machen.
Die übermütige Schar um Don Pedro meint die beiden seien geradezu füreinander geschaffen und beschließt aus Spaß und Langeweile die Streithähne mit einander zu verkuppeln. Der Plan scheint auch wunderbar zu funktionieren und den sommerlich unbeschwerten Liebes- und Lebensfreuden steht eigentlich nichts mehr im Wege, außer vielleicht Don Juan (Keanu Reeves) der missmutige Halbbruder des Prinzen. Der ersinnt nämlich lieber eine ganz fiese Intrige gegen die geplante Hochzeit, als sich an dem ausgelassenen und albernen Liebeswerben zu beteiligen, das ja nun mal gar nicht nach der Art eines aufrichtigen Bösewichtes ist.
Soweit zur Handlung von Shakespeares Komödie, die schon im Original geistreich und lustig ist, und seinerzeit die Theaterbesucher gewiss genauso zum Lachen brachte, wie diese brillante und weitgehend wortgetreue Adaption aus dem Jahre 1993, mit der Regisseur und Schauspieler Kenneth Branagh die Zuschauer geradewegs von den Stühlen reißt. Branagh hat sich mit dieser herzerfrischend witzigen und temperamentvollen Verfilmung wahrlich selbst übertroffen.
Was habe ich gelacht!
Eine hochkarätige Schauspielertruppe zeigt vor der Kulisse der prachtvollen, sommerlichen Toskana ihre allerbeste Seite. Man spürt, welchen Spaß sie an diesem Film und auch an Shakespeare haben. Einzigartig rasant und voller Esprit spielen Emma Thompson und Keneth Branagh aber sogar Matrix-Star Keanu Reeves könnte kaum besser sein. Herrlich übellaunig und bärbeißig gibt er einen wundervollen Fiesling ab. Auch wegen Michael Keaton - in einer Nebenrolle als Dogberry(Holzapfel) - habe ich mich fast unter den Tisch geworfen vor Lachen. An dieser Stelle muss ich unbedingt auch die deutsche Synchronisation lobend erwähnen, denn die köstlichen verbalen Schnitzer des Constablers sind wirklich großartig übersetzt. Und bevor ich es vor lauter Begeisterung unterschlage: Auch die Musik von Patrick Doyle und besonders die wunderschönen Chorgesänge sind mindestens ein bis zwei Extra-Sterne wert.
Diesem sagenhaften Film wird man im Grunde nur gerecht, wenn man ihn immer wieder ansieht und das am Besten in der Originalsprache. Und überhaupt, habe ich schon erwähnt, dass Herr Shakespeare seine helle Freude an diesem Film gehabt hätte? (Ganz ohne Anmaßung ;-))
DVD:
Laufzeit ca.106 Minuten, 1.78:1, 16:9 Widescreen, Dolby Digital, Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch in Dolby Surround und Polnisch in Stereo, Untertitel in 13 Sprachen.