"Platte voll. Das ist der schlichte und zugleich symbolträchtige letzte Satz in Haarmeyers Anleitung. An die Worte des sterbenden Plato ich kann nicht mehr... fühlt man sich erinnert, doch nicht um die letzten Dinge geht es hier, sondern um etwas so Alltägliches wie das abendliche Saugen. Und damit schließt sich der Kreis dieses Protokolls aus 160 Seiten, das mit einem Satz begonnen hatte, der fast so etwas wie die Essenz des ganzen Buches darstellt: wie anonym ist das so"
Die Subjektivität als spezifische Qualität begegnet in diesem Buch in etwas unliterarischer, aber deswegen nicht weniger eindringlicher Form. In diesem autobiographischen Text gelingt das schwierige Experiment einer Selbsterkundung ohne Peinlichkeit. Der Autor ist sich des Risikos bewußt, daß er mit der Veröffentlichung dieser Notizen eingeht, sich ungeschützt darstellt und ausliefert auch jenen Blicken, die nicht von Verständnis und Sympathie geleitet sind. Und gerade das macht es sympathisch, da hier ein Werk mit Zweifeln und Selbstzweifeln sichtbar wird, politisch, künstlerisch und im privaten Leben immer wieder zwischen Resignation und Engagement schwankend.