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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Interessant, aber auch kontrovers durch die Wertfreiheit,
Von Marco Fertig "JXT" (www.myrevelations.de) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: La Vida Loca - Die Todesgang (DVD)
Dass in Südamerika Gewalt an der Tagesordnung ist, wissen wir nicht erst seit Kurzem. Zur Genüge gibt es Berichte über die Favelas in Rio de Janeiro oder die Drogenkartelle in Kolumbien bzw. die Drogenkriege in Mexiko usw. Die Dokumentation "La Vida Loca - Die Todesgang" befasst sich mit den Gangs "Mara 18" und "Mara Salvatrucha", die in San Salvador und darüber hinaus berüchtigt sind. Dies tut sie aber nicht in gewohntem Stil einer Dokumentation. Man wird zu Beginn lediglich über kurze Sätze mit den Gegebenheiten konfrontiert, um dann eineinhalb Stunden verschiedene Gangmitglieder der "Mara 18" kennenzulernen und sterben zu sehen. Es gibt keine wirklichen Bezugspersonen, ebenso wenig wie eine begleitende Stimme im Hintergrund. Die Mitglieder der Gang beschreiben ihren Alltag, ihre Kämpfe mit anderen Gangstern und man sieht das offensichtliche Elend überall. Der Tod ist ein ständiger Begleiter aller dort, seien es Männer, Frauen oder Kinder. Eine hohe Lebenserwatung hat keiner, und zur Gang zu gehören scheint für alle ein lebenswichtiges Ziel zu sein. Menschenleben sind nichts wert, das verdeutlichen dann auch noch Szenen, die in einem örtlichen Gefängnis aufgenommen wurden. In Interviews wird deutlich, dass die Insassen ein Leben lang mit Gewalt und Tod konfrontiert wurden, und auch zu keiner Zeit davor zurückschrecken wieder zu töten. Regisseur Christian Poveda recherchierte 2009 für eine zweite Dokumentation in Tonacatepeque (unweit von San Salvador), und wurde dort mit 4 Schüssen ins Gesicht hingerichtet. Die Täter und das Tatmotiv sind bis heute im Unklaren. Für Interessierte Zuschauer ist dieses Werk sicher interessant, es werden sich aber einige auch an der Machart stören, die einfach alles als Gegeben hinnimmt, und im Grunde vollkommen wertfrei daherkommt.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
so sieht die Realität aus,
Rezension bezieht sich auf: La Vida Loca - Die Todesgang (DVD)
Die Kritik der anderen Rezensenten hinsichtlich der "Wertfreiheit" oder zu der Tatsache, dass der Film nicht genug Action bietet kan ich in keinster Weise teilen (z.B.: "Wenn das die Todesgang sein soll, dann "Gähn"[??])Wer in diesem Film eine Action-gefüllte Doku à la Gangster-Rap, ja womöglich sogar eine romantische Darstellung des Lebens der Maras sucht, ist komplett fehl am Platz - da holt man sich lieber eine Hollywood-Produktion oder sonstige Fiktion wie z.B. 'Sin Nombre'. Der Film stellt die Realität dar und die ist nun mal nicht schwarz/weiß sondern eher grau und manchmal auch ganz banal und unspektakulär. Poveda's Film kratzt lediglich, aus der Sicht einer der Gangs (der Mara 18), an der Oberfläche des Konflikts. Aber das macht er sehr gut. Wer erwartet, dass sich mit diesem Film jemand in die tiefsten Machenschaften dieser Gangs eingenistet und eine Doku dazu abgeliefert hat, leidet unter Realitätsverlust. Diese Gangs sind so tief in sämtliche Machenschaften der korrupten Welt (inklusive Polizei und hoher Funktionäre) in El Salvador, Guatemala und darüber hinaus verwickelt, dass es unmöglich ist, das gesamte Bild darzustellen. Eben diesen Versuch, noch tiefer in den Konflikt zu gehen und ihn darzustellen, hat Chrstian Poveda vermutlich leider mit seinem Leben bezahlt. Wer sich für diese Region, ihre Konflikte und Probleme interessiert ist mit diesem Film gut beraten. Wer einen Action-geladenen Gangster-Film sucht nicht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Eine Doku? Oder einfach 90 Minuten Filmmaterial?,
Rezension bezieht sich auf: La Vida Loca - Die Todesgang (DVD)
Wenn man eines aus "La Vida Loca" lernen kann, dann dass ein Dokumentarfilm ohne leitende Hand und begleitenden Kommentar seine wichtigste Funktion verliert: Den Aufklärungswert.Der Regisseur hat sich für diesen Film in die Slums von San Salvador begeben; dort tobt seit ca. 20 Jahren ein Bandenkrieg zwischen der MS-13 und der Mara 18, zwei Gangs, die in Stadt und Land um die kriminelle Vorherrschaft kämpfen. Es treten Gangmitglieder und deren Familien, Hinterbliebene von Opfern sowie Jugendrichter auf: Dabei ist die Erzählweise des Films nicht auf Einzelpersonen ausgerichtet (direkte Interviews gibt es nicht und sämtliche auftretenden Personen bleiben namenlos), sondern verfährt vielmehr nach dem Prinzip des "Mannes mit der Kamera": Der Zuschauer wird ohne begleitenden Informationen einer Kette von gefilmten Situationen ausgesetzt, die er meistens selbst zuende denken muss. Durch die Trauerfeiern für erschossene Gangmitglieder, die in den 90 Minuten leitmotivisch wiederkehren, erhält man eine vage Idee, von der Gewalt, die sich in den Straßen abspielt, aber das Gesamtbild der Gangaktivitäten sieht man nicht. Einen Erzähler wie in anderen Dokus gibt es ebenfalls nicht, auch auf Statistiken, Zeitungsberichte oder jede andere Form von Information, die das ganze in einen Kontext setzen würde, wartet man vergeblich. Die Menschen hinter diesem Film bleiben komplett im Hintergrund, und gerade bei einem so heiklen Thema wie Jugend- und Bandenkriminalität drängt sich früh die Frage auf, ob dies die richtige Herangehensweise ist: Denn diese Technik führt über kurz oder lang dazu, dass das dargestellte Phänomen unfreiwillig verharmlost, oder zumindest in seiner Bedeutsamkeit geschmälert wird, wodurch gerade bei Zuschauern ohne Vorbildung ein falscher Eindruck entstehen kann. Wofür die beiden Gangs stehen, was ihre jeweiligen Zielverbrechen sind, wieviele Mitglieder sie haben, und in welchem Radius sie operieren erfahren wir aus diesem Film samt und sonders nicht - geht man allein nach "La Vida Loca" dann gibt es in San Salvadore (und nur dort) eine kleine Handvoll Tätowierter (es treten ja immer wieder die gleichen Personen auf), die in zwei äußerlich weitgehend identische Fraktionen zerfallen, und sich ohne Angabe von Gründen bis aufs Blut bekriegen. Wir werden regelmäßig mit neuen Todesopfern konfrontiert, aber der Kontext dieses anhaltenden blutigen Krieges - Revierkämpfe, Herrschaftskonflikte im Bereich Drogenhandel und Zuhälterei, sämtliche Aspekte, die bei einer Dokumentation über Gangs unbedingt berücksichtigt werden müssen - bleiben komplett außen vor: Man erfährt nicht einmal, dass beide Gruppen, außer ihrem Hass aufeinander noch irgendwelche anderen Verbrechen begehen. Geht man nach allein nach den Informationen, die man aus diesem Filme erhält, dann erschiessen sich die Gangmitglieder aus reiner Langeweile. Ob der Regisseur mit dieser kompletten Aussparung sämtlicher Details das Phänomen "Bandenkrieg" auf seine Grundzüge reduzieren und damit der Lächerlichkeit preisgeben wollte, können wir nicht nachprüfen: Angesichts eines so seriösen Themas, hat sich der Film damit aber keinen Gefallen getan. Beide Gangs gehören laut offiziellen Angaben zu den härtesten und einflussreichsten kriminellen Vereinigungen der Welt, die Verbindungen bis auf den Amerikanischen Kontinent unterhalten, und vermutlich den Großteil des lateinamerikanischen Kokainschmuggels stützen; das FBI leitet eine eigene Informationsseite, die ferner als weitere Schlüsselverbrechen Auftragsmord, Entführung und Menschenhandel listet - dies alles, geht aus diesem Film nicht hervor, die beiden brutalsten Gangs der Welt (alleine die MS-13 hat laut Wikipedia 70.000 Mitglieder) wirken eher wie zwei mit Schusswaffen ausgestatte Hooligangruppen eines örtlichen Sportvereins, die sich ohne Grund gegenseitig dezimieren. "La Vida Loca" erzählt nicht, leitet nicht, informiert nicht, sondern begnügt sich ausschliesslich damit, zu zeigen: Das ganze ist vergleichbar mit 90 Minuten unkommentierter Kamerabeobachtung eines wilden Tiers - auf der Jagd, beim Schlafen, beim Fressen - so dass der Zuschauer am Schluss zwar weiss, was dieses Tier frisst, und wo es schläft, aber nach wie vor keine Ahnung davon hat, wie man dieses Tier nennt, wo es vorkommt, und auch sonst keine vertiefenden Informationen erhält, für die man sich einen Dokumentarfilm überhaupt erst ansieht. Dank seines Filmmaterials und insbesondere dank der Interviews mit einzelnen Gangmitgliedern, die der DVD als Bonumsaterial angehängt sind, hat "La Vida Loca" in jedem Fall einen schmalen Informationsgehalt - umso bedauerlicher ist, dass mit einem einordnenden Kommentar und weiterführenden Hintergrundinformationen aus diesem Film noch viel hätte werden können. Ich hätte gerne mehr Sterne vergeben, aber 90 Minuten unkommentiertes Bildmaterial ergeben eben nicht automatisch eine fertige Dokumentation. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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