Als große Fans haben wir auch dieses Album ohne reizuhören einfach so gekauft. Zum ersten mal war es eine kleine Enttäuschung. Auf Anhieb gefielen mir nur 3 Titel. Bei 15 Titeln recht wenig. Woran liegt es, hab ich mich gefragt. Nun, viele Titel haben - anders als früher - übertriebene Schlaginstrumente, die viel zu laut klingen (Beispiel: Higher Than Heaven, wäre sonst ein schöner Titel). Diese sollen den jeweiligen Titel wohl aufmotzen. Überhaupt sind die Titel oft zu stark mit unnötigen Effekten belegt. Weniger wäre hier oft mehr. Die Balladen sind leider zu triefig, zu pathetisch gesungen. Nun aber zu den durchaus vorhandenen Glanzlichtern auf diesem Album. Herausragend: "Love To Love You" (als einziger Titel des Albums von Thomas Anders produziert). Durchaus noch hörenswert: "I'm Gonna Be Strong" (modern, modern-talking-typisch, schnell, tanzbar, mit leichter Stimmenverfremdung, Single-verdächtig!), "Juliet" (70-er Jahre-Stil und richtig gelungen, habe nicht schlecht gestaunt, bin sonst nämlich kein Fan der Seventies), "Mrs. Robota" (interessantes Thema, daß es zwar schon gab, ich denke da an "Computerliebe" von Paso Doble, Modern Talking machen aus diesem Stoff einen angenehm leichten Titel, der nicht so überfrachtet klingt), "When The Sky Rained Fire" (der Titel klingt mystisch, kraftvoll, und ist hörenswert, leidet aber etwas unter dem schon erwähnten aufgemotzten Schlagzeug).
Es ist sicher nicht das schlechteste Modern Talking Album, beinharte Fans werden es sowieso kaufen und Kritiker sollten sich vielleicht mal den Experimentaltitel "Juliet" anhören, Neulinge empfehle ich aber eher das 5. Modern Talking Album aus den 80-ern ("Romantic Warriors").