Fast 25 Jahre sollte es dauern bis ich diesen Dreiteiler nach der Erstausstrahlung wieder zu sehen bekam. Die Miniserie hinterlässt auch nach dieser langen Zeit einen recht ordentlichen Eindruck bei mir.
Ich sage mal vorab dass ich die Verfilmung von 1944 nicht kenne sondern nur die Umsetzung von 1961 mit Gert Fröbe. Als die Miniserie damals im TV lief waren die Nacktszenen mit der hübschen Maruschka Detmers natürlich Gesprächsthema Nummer Eins. In kann mich noch erinnern, dass bei uns in der Schule sehr rege über die Serie diskutiert wurde und so war ich neugierig, welchen Eindruck die Serie heute hinterlässt.
Wir befinden uns in den zwanziger Jahren des abgelaufenen Jahrhunderts im Schweizer Kanton Graubünden. Dort befindet sich oberhalb des fiktiven Städtchens Andruss die Via Mala Schlucht.
In der Nähe der Schlucht betreibt Jonas Lauretz eine Sägemühle. Mit Gewalt und Brutalität tyrannisiert der alte Lauretz sowohl seine Frau als auch die Kinder Hanna und Nikolaus. Einzig Tochter Sylvie behütet er wie einen Schatz. Während Sylvie dem Maler Lauters Model steht, ist der Rest Ihrer Familie der Tyrannei von Jonas Lauretz ausgesetzt. Als der alte Maler stirbt hinterlässt er Sylvie ein Haus und ein kleines Vermögen. Da diese aber noch keine 21 Jahre alt ist reißt sich das Familienoberhaupt das Geld, welches für die Sägemühle so nötig wäre, unter den Nagel und haut es auf den Kopf. Daraufhin fasst die Familie, ohne Wissen von Sylvie Lauretz, einen folgenschweren Plan.....
Es gibt viele positive und ein paar wenige negative Aspekte an diesem Dreiteiler und darauf möchte ich nun einmal näher eingehen.
Kommen wir zuerst zum Positiven. Die Serie schafft es über eine Länge von 273 min recht unterhaltsam zu sein. Die Aufmachung der DVD ist recht ordentlich. In einer aufklappbaren Buchhülle befinden sich die beiden DVDs (es sind nur zwei und nicht wie erst geschrieben drei). Wenn man die Hülle aufklappt befindet sich links und rechts je eine der beiden Scheiben. Dahinter ist ein großes Bild des am Tisch sitzenden Jonas Lauretz und seiner Tochter Hanna zu sehen. Der Ton liegt in Mono vor ist aber recht ordentlich. Die Bildqualität ist recht gut, könnte vielleicht ein wenig besser sein, aber wenn ich da an die Qualität des kürzlich erschienenen Vierteilers Fantomas" denke, so ist dass hier schon um Lichtjahre besser. Mario Adorf halte ich für einen der besten deutschsprachigen Schauspieler überhaupt und er macht seine Sache gut, aber er erreicht nicht ganz die Tiefe, welche Gert Fröbe der Figur des Jonas Lauretz verpasst hat. Fröbe war diabolischer und der Inbegriff des Tyrannen. Die Rollen der Hanna und des Nikolaus Lauretz sind mit Sissy Höfferer und dem Franzosen Dominique Pinon sehr gut besetzt. Pinon wurde später durch die Filme des Regisseurs Jean Pierre Jeunet bekannt und spielte unter anderem in den Filmen Stadt der verlorenen Kinder" und Alien - Die Wiedergeburt" mit. Einige Nebenrollen wie die des Amtmann Bonatsch sind recht gut besetzt. Es gibt tolle Landschaftsaufnahmen zu sehen und wie gesagt, schafft es die Serie trotz der folgenden Kritikpunkte gut zu unterhalten.
Die Filmmusik von Meister Ennio Morricone ist ordentlich, aber er hatte definitiv schon bessere Tage. Maruschka Detmers ist natürlich eine Augenweide und wie oben schon gesagt, war vor allem Sie damals in der Schule Gesprächsthema Nummer eins.
Nun die wenigen Punkte die mir nicht so wirklich gefallen haben. Zum einen ist es die Besetzung von Sophie Lauretz, diese ist für mich die absolute Fehlbesetzung. Vor allem nervt die gute Frau in der Serie mit ihrem religiösen Wahn schon bald. Auch die Besetzung des Andreas von Richenau wirkt für mich nicht optimal und vor allem kommt mir die Figur zu kaum einem Zeitpunkt sympathisch vor. Auch bei dieser Verfilmung wird, im Vergleich zum Buch, ein jüngerer behinderter Sohn, sowie der Mord von Lauretz an einem seiner Kinder unter den Tisch gekehrt.
Alles in allem bleibt eine gute TV Serie mit einer ordentlichen DVD Umsetzung. Auf der ersten DVD befindet sich der erste Teil, sowie einige Trailer und auf der zweiten DVD findet man dann die beiden restlichen Teile. Bonusmaterial zum Dreiteiler selbst gibt es nicht. Von mir gibt es vier Sterne für diese Miniserie von 1985, welche aber der Verfilmung von 1961 nicht ganz dass Wasser reichen kann.