Ich habe mir diese CD auf die Empfehlung von amazon gekauft, die für mich - da ich ein großer Liebhaber Alter Musik bin und Philippe Jaroussky sehr schätze - sehr vielversprechend klang.
Nach dem Einlegen der CD und den ersten Minuten war ich dann aber skeptisch, ob ich hier nicht einen Fehlkauf getätigt habe. Dies lag aber ohne Zweifel nur daran, dass meine Erwartung eine andere war. Nach dem vollständigen Hören der CD, dem Lesen des sehr schön und aufwändig gestalteten Büchleins, habe ich eine andere Meinung. Was ich mir hier gekauft habe ist wirklich ein Glücksgriff und steht für mich eher in der Tradition von "Il Gardino Armonico" als in der von Jordi Savall, die beide wunderbar sind.
Die Musik ist wunderschön, die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Solisten wie Philippe Jaroussky, Nuria Rial und Barbara Furtuna gelungen. Mein Favorit ist "Ciaccona di Paradiso e dell'Inferno"!
Musikalisch und qualitativ habe ich an dieser CD überhaupt nichts auszusetzen. Das gilt auch für die beiliegende DVD, die einen Querschnitt aus 10 Jahren Arbeit des Ensembles L'Arpeggiata und Christina Pluhar bietet. Großartig, zu erleben, mit welcher Leidenschaft hier Musik gemacht wird und dann Stücke, die man zuvor nur auf der CD gehört hat, nun teilweise auch noch sehen zu können.
Die Dreiteilung der CD in "Maria - La visione" - die Erscheinung des Erzengels Gabriels vor Maria, "La Morte die Xsto" - den Leidensweg Christi sowie "Ci vedrem in Paradiso" - die Symbolisierung der Freude über den Sieg über den Tod, soll das Projekt in die Tradition klassischer Mysterienspiele stellen. Dies ist für mich allerdings nur recht schwer nachvollziehbar.
Für mich ist die CD einfach eine Auswahl wunderbarer Stücke, die ich auch noch nicht besser habe hören können. Die "Ciacconna" von Merula spielt "Il Giardino Armonico" keinesfalls besser.
Ich kann nur eine Kaufempfehlung aussprechen und wegen der Schönheit der Interpretation, der Qualität und der beigefügten DVD dieser ltd. Edition verleihe ich gern 5 Stern.
Mir sei hier noch ein Kommentar zu meinem Vorrezensenten erlaubt:
Den Vorwurf einer "Pralinenmischung" muß sich die CD ganz sicher nicht gefallen lassen, denn das würde wohl für fast jede Neuerscheinung, z.B. Hilary Hahns "Violin and Voice", gelten und auch in diesem Fall wäre diese Kritik unberechtigt. Ebenso würde ich mich dagegen wehren, Christina Pluhar fehlendes Fachwissen oder lediglich Interesse an schnellem Geld vorzuwerfen. Davon kann schon mit Blick auf ihre künstlerische Biographie keine Rede sein.