Endlich gibt es wieder neue Aufnahmen von Billy Idol, wenn auch von altbekannten Songs, die aber alle in ein neues, frisches Gewand gesteckt wurden.
So werden die ersten Stücke der CD in akustischen Versionen vorgetragen, wodurch sehr schön Raum gelassen wird für die Stimme Billy Idols, die sich in ihrer ganzen Bandbreite präsentieren kann, mal sanft und einschmiegsam, mal rau und rotzig. Steve Stevens zeigt seine große Leidenschaft zur Acoustic-Gitarre und vor allem, dass in ihm weitaus mehr steckt als ein Rockgitarrist, der mit ein paar flotten Effekten aufwarten kann.
Rund die Hälfte der Songs werden in diesem Lagerfeuer/Honky-Tonk-Bar-Feeling vorgetragen, bis Steve dann beim Mittelteil von 'Eyes Without A Face' zur E-Gitarre greift (ich kann kaum erwarten diesen Instrumentenwechsel auf der demnächst veröffentlichten Storytellers-DVD zu bewundern).
Die nachfolgenden Tracks sind dann alles 'verstärkte' Versionen und gerade bei Klassikern wie 'Blue Highway' und 'L.A. Woman' zeigt Steve Stevens, dass er auch auf der E-Gitarre nichts verlernt hat und demonstriert ein filigranes und präzises Saitenspiel, was man leider bei den heutigen Rock-Bands oft vergeblich sucht.
Billy ist vom ersten bis zum letzten Ton stimmlich brillant und auch die restlichen Bandmitglieder gehören sicherlich mit zu den besten Besetzungen die Billy und Steve je hatten.
Die Songs haben nichts an Härte eingebüßt, wirken jedoch erheblich transparenter. Durch teilweise neue Arrangements, überraschende Breaks und vor allem den gelungenen Improvisationen (z.B. wurde in ‚Don’t Need A Gun’ das ‚James-Bond-Theme’ eingearbeitet) vergisst man schnell, dass viele der Songs nun schon rund 20 Jahre auf dem Buckel haben. Nichts wirkt angestaubt oder langweilig – im Gegenteil.
Diese CD ist jedem zu empfehlen, der sich das Warten auf ein neues Album (neue, bisher unveröffentlichte Songs wie 'Fire' und 'Bitter Pill' lassen Großes erhoffen) versüßen oder einfach nur einen alten Bekannten in einer ungewohnten Form wiederhören möchte.
Wie in dem Booklet zur CD schon richtig steht: "...he's the voice we didn't know we needed, until we heard it again. Billy Idol is a rocker, then and now and forever..."
Man könnte es wohl kaum besser ausdrücken!