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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schneemensch,
Rezension bezieht sich auf: Vespertine (Audio CD)
Ich hatte erwartet, daß "Vespertine" gut wird. Ich hatte nicht erwartet, daß alle zwölf Tracks einem das Gänsefell über die Ohren ziehen. Kurz nach der Veröffentlichung anno 2001, saß ich vor den Boxen und konnt's nicht fassen. Offener Mund und alles. Das dunkle "Hidden Place", erste Single und Kate Bush-kompatibel, eröffnet Björks einstündigen Selbstbergungsversuch aus ihrer Gletscherspalte. Ein unheimliches Stück, das klarstellt, daß man's mit einer klirrend kalten Platte zu tun hat, auch wenn die Meisterin einen vom Gegenteil überzeugen will, wenn sie auf dem Cover nur mit einem Schwan bekleidet in der Sonne döst. "Vespertine" bricht traditionelle Songstrukturen auf, verliert aber nie den Faden, ist vielschichtig, aber homogen, birgt die merkwürdigsten Geräusche, die man nicht für möglich gehalten hat, klingt vertraut und doch völlig strange. Man kriegt ihn nicht zu fassen, diesen Eisblock. Einmal gehört, möchte man sie jedenfalls nicht mehr missen, die Intimität der puren Stimme in "Cocoon", den einschmeichelnden Pop von "It's not up to You", die Chöre in "Undo", die Schreie in "Pagan Poetry", die Folk-Melodien in "Aurora", den blanken Horror von "An Echo, A Stain", die groovende Direktheit des dissonanten "Heirloom" und die katharsische Positivität von "Unison", wenn alle Björks (ja, mehrere!), die uns im Laufe der Platte begegnet sind, für den letzten Chorus zu Hilfe kommen, um in einer einzigen Gestalt aufzugehen und metaphysisch zu entschweben. Die Grande Dame des Naiven zeigt sich hier so zerbrechlich wie nie, benutzt die Musik aber nicht als teenageröse Selbst-Therapie. Sie hat vielmehr ihre Zaubersprüche gelernt und kennt die Knöpfe, die sie drücken muß, um den Hörer aus der Bahn zu werfen. Eine Künstlerin also, die keineswegs mit ihrer Kunst zu verwechseln ist, sondern stark und unberührbar drübersteht. Auch die Vorgängermusiken "Debut", "Post", "Homogenic" und "Selma Songs" waren groß, doch "Vespertine" ist der Höhepunkt. Diese Höhle im Eis beweist endgültig, daß die Isländerin völlig abgepfiffen ist und nicht nur so tut. Eine große Herausforderung für die Durchschnittshörer, die damals reihenweise an der Genialität von Frau Bushs "The Dreaming" scheiterten, ganz weit draußen und doch gerade noch Pop. Vorläufig Björks Magnum Opus und eine der besten Platten des neuen Jahrtausends. Danach kamen noch die extrem schwierigen "Medulla" und "Drawing Restraint 9" - doch das ist eine gaaanz andere Geschichte. :-) Anspieltips: Hidden Place, It's Not Up To You, Pagan Poetry Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Björk dringt tief!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Vespertine (Audio CD)
Ich habe von elektronischer Musik nie viel gehalten, aber nach einer Björk-Doku auf "arte" habe ich mir dieses Album sofort gekauft, und ich werde mir auch die anderen noch zulegen!! Björk ist mit nichts vergleichbar, was ich kenne. Ihre Musik ist zunächst wenig einprägsam und klingt fremdartig, aber wenn man sich auf sie einläßt, muß man sie lieben. Diese Musik tut den Ohren schon alleine deshalb so gut, weil wir uns schon so an den Einheitsbrei gewöhnt haben. Geben Sie dieser CD unbedingt eine Chance, hören Sie sich die songs mehrmals an... Ihre gelangweilten Ohren - und ihre Seele - werden es Ihnen danken!Uneingeschränkt zu empfehlen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Meisterwerk voller irisierender, kristallener Schönheit,
Rezension bezieht sich auf: Vespertine (Audio CD)
Fast 2 Jahre liegt Björks Album "Vespertine" mittlerweile vor. Anfangs waren die Kritiken nicht immer überschwänglich. Manche Rezensenten fühlten sich beim ersten Hören kaum angesprochen, andere hörten zuviel Bekanntes wie etwa Kate Bush oder irgendwelche Meditationsmusik heraus.Mittlerweile gewinnt aber "Vespertine" mehr und mehr an Wertschätzung. Die Musik verlangt ein genaues Zuhören und Sich-Öffnen. Dann erst entfaltet sie sich. Das hat manche Parallelen zur klassischen Musik, die man auch nicht als "Hintergrund-Lalala" gebrauchen kann. Aber keine Angst - "Vespertine" ist keineswegs schwierig. Läßt man sich auf dieses Meisterwerk ein, wird man mit einer zauberhaften, fein durcharrangierten Musik belohnt. Man kann das Album gut wie eine alte LP in zwei Teilen hören, zunächst die ersten fünf Stücke: "Hidden Place", eine wunderbare, allseits bekannte Einleitung, dann das unglaublich feine "Cocoon", das bodenständige "It`s Not Up To You", das ruhige "Undo" und schließlich "Pagan Poetry", dieses unglaublich intensive, nuancierte Stück über wahre Empfindung von Liebe. Hier sei noch eine Lanze vor allem für "Cocoon" gebrochen: auch von Björk-Fans oft "spröde" oder "langweilig" genannt, ist es in Wirklichkeit doch ein Stück mit so ungehörten Gestus, wirklich fein gesponnen - und alles paßt zusammen, Björks Gesang, die Begleitung, das Rhythmusmuster - ich glaube, Björks Stolz auf dieses Stück ist voll gerechtfertigt! Ich mache nach "Pagan Poetry" gerne eine Pause. Der zweite Teil, eingeleitet mit den kristallenen Klängen der "Frosti"-Musikspielbox, kommt mit "Aurora" zum ersten Höhepunkt. Ein Stück, das wieder Björks einmalige Fähigkeit widerspiegelt, abseits ausgetretener Pfade Stimmungen und Bilder widerzugeben: man fühlt geradezu die isländische Landschaft, ihr exotisches Ambiente mit Nordlichtern über schneebedeckter Landschaft versetzt. Man bleibt in einer sehr intensiven, feierlichen Stimmung zurück. Jetzt ist Zurückhaltung geboten, um diese Stimmung weiterzutragen. Die beiden nächsten, ruhigen Stücke "An Echo, A Stain" und "Sun In My Mouth" leisten genau das - selten genug werden Songs auf Alben aufeinander abgestimmt, sondern bloß aneinandergereiht. Erst "Heirloom" bringt dann den Kontrapunkt. Eine wunderbare, humorvoll warme Petitesse, minimalelektronisch instrumentiert und mit einem Tritonus garniert - einfach genial. Wer außer Björk kommt schon auf die Idee, "Heiserkeit" in einen Song aufzunehmen? Die beiden letzten Stücke, "Harm Of Will" und "Unison", bilden dann den grandiosen Abschluß. Für meinen Geschmack zwar etwas zu üppig orchestriert, bleiben sie doch meisterhafte Musik, wobei die Ballade "Harm Of Will" sich schon fast einem klassischen Musikstück annähert. "Unison" ist mit eingängem Rhythmus und Melodik versehen - und ein echter Ohrwurm, der einen stundenlang im Gedächtnis bleibt und für ein positives Grundgefühl sorgt. Björk mußte schon zu Zeiten der Sugarcubes durch einen Kritiker, dessen Namen mir entfallen ist, für einen Vergleich herhalten, der damals etwas weit hergeholt schien: "mit ihrer quirligen, fiepsenden Simme" (...) "erinnert sie an die künstliche Pop-Elfe Kate Bush" (...) "aber doch aggressiver - wie ihre kleine, aber vitalere Schwester". In Nachhinein betrachtet - wie wahr! Björk hat in "Vespertine" vielleicht auch etwas vom Gefühl der 80er Jahre aufgenommen, Dinge, die der musikalische Zeitgeist der 90er, den gerade auch Björk mitgeprägt hat, nicht wollte. Aber es ist keine abgekupferte Reminiszenz, sondern weiterverarbeitet, und weist nach vorne. Und daher ist und bleibt "Vespertine" als ein Meisterwerk empfehlenswert für alle Freunde der kunstvollen Popmusik Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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