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Vesper, Ensslins, Baader: Urszenen des deutschen Terrorismus
 
 
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Vesper, Ensslins, Baader: Urszenen des deutschen Terrorismus [Gebundene Ausgabe]

Gerd Koenen
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2003
Eine "glänzende" und "erregende" Darstellung, schwärmt Lorenz Jäger von diesem Buch, dass die Anfänge der RAF aus dem "Schicksalsdrama zwischen den Generationen" anstatt aus der politischen Theorie heraus erzählt. Dass Autor Gerd Koenen als Ausgangspunkt die Geschichte "zweier Dichter", nämlich die des den Nazis zugeneigten Will Vesper und seines Sohnes Bernward Vesper, der mit Gudrun Ensslin verlobt war, gewählt hat, findet unser Rezensent sehr aufschlussreich für dieses Kapitel der Bundesrepublik. Dabei klingen, wie Jäger einräumt, die Geschichten, die Koenen ausgegraben hat, fast zu unglaublich, um wahr zu sein: beispielsweise das Unternehmen von Bernward Vesper und Gudrun Ensslin, die Schriften Will Vespers zu publizieren. Dem Autor ist es gelungen, "die Sonde in die deutsche Mentalitätsgeschichte" noch etwas tiefer zu führen, preist der begeisterte Rezensent, der davon überzeugt ist, dass dieses Buch in absehbarer Zeit nicht übertroffen werden kann.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Vesper, Ensslin, Baader" ist eine biographische Erzählung, die sich auf unbekannte persönliche Dokumente der Akteure stützen kann. Gerd Koenen liefert damit nicht nur einen Schlüssel zum "Roten Jahrzehnt" der 68er-Revolte, sondern zur Geschichte Nachkriegsdeutschlands insgesamt. Gudrun Ensslin und Andreas Baader waren so etwas wie das Urpaar des deutschen Terrorismus, die Frankfurter Kaufhausbrandstiftung von 1968 der Urakt. Beide verließen ihre Lebensgefährten und ihre Kinder, um sich auf einen Pfad zu begeben, der zwei Jahre später zur Gründung der RAF führen sollte. Unter welchen inneren Konflikten das geschah, erschließt sich erst aus persönlichen Zeugnissen und Berichten; die zu Ikonen erstarrten Figuren bekommen ein menschliches Gesicht. Bernward Vesper, Sohn des Nazidichters Will Vesper, langjähriger Verlobter Gudrun Ensslins und Vater ihres Kindes, war der unglückliche Dritte in dieser Geschichte. In derselben chaotischen Periode 1969/70, in der Baader/Ensslin in den Untergrund gingen und die ersten bewaffneten Gruppen sich bildeten, ging Vesper auf seinen eigenen Trip. Mit Hilfe von Drogen, erotischen Erfahrungen, theoretischen Lektüren und schonungsloser Selbstanalyse wollte er seinen "faschistischen Charakterpanzer" zertrümmern und sich zum bewussten Revolutionär ausbilden. Sein autobiographischer Bericht "Die Reise" gilt - seit er posthum im "Deutschen Herbst" 1977 erschien - als das literarisch bedeutendste und authentischste Dokument dieser zeittypischen Radikalisierungsprozesse. "Vesper, Ensslin, Baader" ist eine extreme Liebesstory und zugleich eine exemplarische, längst zum Mythos gewordene Geschichte, die ins Herz des deutschen Familienromans führt.

Über den Autor

Gerd Koenen wurde 1944 in Marburg geboren. Er hat Geschichte und Politik in Tübingen und Frankfurt/Main studiert und dabei vom SDS 1967 bis zu den maoistischen Zirkeln und Parteiinitiativen der 70er Jahre das volle Programm des linksradikalen Aktivismus absolviert. Später hat er als Verlagslektor, Zeitschriftenredakteur, Journalist, wissenschaftlicher Mitarbeiter Lew Kopelews sowie als freier Schriftsteller gearbeitet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .
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