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Verzerren [Broschiert]

Doc Baumann


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Kurzbeschreibung

Nicht immer lassen sich fotografierte Objekte im Originalzustand weiterverwenden; oft sind schwierige Anpassungen nötig. Das betrifft neben Farben und Helligkeit oft auch die Formen selbst. Verzerrungen ganz gezielt vorzunehmen, um Gegenstände an Szenen anzugleichen, erfordert einige Vorkenntnisse. Photoshop bietet zahlreiche Transformationsvarianten und mehr als ein Dutzend Verzerrungsfilter, deren Funktionsweise dieses Buch detailliert vorstellt. So greift "Versetzen", der komplexeste von ihnen, auf die Helligkeitswerte einer anderen Bilddatei zurück und erfordert ein genaues Verständnis seiner Funktionsweise. Eigene Kapitel sind dem Filter "Verflüssigen" mit seiner interaktiven Bildmodifikation gewidmet, den Varianten des Transformierens von Auswahlen, insbesondere dem "Verkrümmen", sowie "Fluchtpunkt" für perspektivisches Verzerren.Manches, was Photoshop mit den Farben und Helligkeitswerten eines Fotos macht, ließ sich in ähnlicher Weise bereits in der Dunkelkammer verwirklichen - sieht man einmal davon ab, dass es heute besser, schneller und genauer geht und dass wir dazu weder rötliche Dämmerung noch stinkende Chemikalien benötigen. Fotografen und Fotomonteure konnten aber eines ganz bestimmt nicht: Neben den Farben auch die Formen in ihren Bildern gezielt beeinflussen. Die allereinfachsten Varianten wie Vergrößern oder Kippen der Filmbühne lasse ich dabei großzügig unter den Tisch fallen. Von dem, was Photoshop heute allein in diesem Bereich zu bieten hat, konnte man damals nicht einmal träumen.

Einige Werkzeuge, die grundlegende Veränderungen der Pixelpositionen vornehmen, gibt es schon sehr lange, etwa zum Vergrößern, Verkleinern oder Drehen von Bildteilen. Auch viele Verzerrungsfilter begleiten Photoshop seit seiner Frühzeit und sind nach wie vor unverzichtbar. Hinzu kommen etliche hilfreiche Neuerungen der letzten Jahre: direktes Auftragen von Verzerrungen mit pinselähnlichen Werkzeugen ("Verflüssigen"), großflächiges Verbiegen von Bildteilen ("Verkrümmen") sowie die Unterstützung der Perspektive ("Fluchtpunkt").

Diese vielfältigen Transformationen, Filter und interaktiven Eingriffe erlauben Formveränderungen, die auf ihre Weise ebenso weit gehen wie die Farb- und Helligkeitsmanipulationen im Geltungsbereichder digitalen Dunkelkammer. Wer Bilder am Computer ausgiebig bearbeitet oder gar Montagen erstellt, kommt ohne diese Hilfsmittel nicht aus. Das reicht von minimalen Formangleichungen und Verschiebungen weniger Pixel bis zu psychedelischen Farbwirbeln oder überzeichnenden Karikaturen wie der auf der gegenüberliegenden Seite.

Digitale Bilder werden durch die Möglichkeiten der Formveränderung und des gezielten Verzerrens also interessanter und unter Gestaltungsaspekten besser - unter technischen Aspekten allerdings leider schlechter. Um eine kurze Auseinandersetzung mit dieser Tatsache kommen wir nicht herum. Wenn in Zusammenhang mit digitalem Verzerren immer mal wieder etwas ungenau die Rede davon ist, Pixel würden verschoben, gedehnt oder gestaucht, dann stimmt das im strengen Sinne natürlich nicht. Anders als verschmierte Fingerfarbe, bei der Pigmente tatsächlich an andere Stellen gelangen, bleibt das starre Pixelraster eines Digitalbildes von allen Eingriffen völlig unbeeindruckt.

Jedes Pixel bleibt an seinem Platz und behält seine unabänderliche Größe, was auch immer Sie mit dem Bild anstellen. Das ist wie bei einer La-Ola-Welle im Fußballstadion - selbst wenn sie noch so imposant durch die Sitzreihen rollt, die einzelnen Zuschauer bewegen sich dabei nicht von ihren Plätzen.Beim Skalieren werden die Pixel nicht größer oder kleiner und beim Rotieren drehen sie sich nicht. Sie nehmen lediglich neue Farbwerte an. Wenn Sie einen Bildausschnitt genau auf das Doppelte vergrößern, wird die Fläche, die vorher ein Pixel eingenommen hat, nun auf vier verteilt (jedenfalls bei der einfachstenInterpolationsvariante, der Pixelverdopplung).

Über den Autor

Doc Baumann ist Journalist, Autor, Foto-Grafiker und Kunstwissenschaftler. Er beschäftigt sich seit 20 Jahren mit digitaler Bildbearbeitung und gehört in Deutschland zu den Pionieren dieser Technik; seit 1987 schreibt er für Computer- und Fotozeitschriften hat zahlreiche Bücher verfasst.


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