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Produktinformation
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Nach Erkundigungen von Gewohnheiten, dem Feststellen von Gemeinsamkeiten, Ansichten über Theater und Politik, werden die Gespräche bei einem Wiener Heurigen immer vertraulicher, immer intimer. Nelly Tomasova berichtet von ihrer unglücklichen Ehe, von einer unerfüllten großen Liebe, vom Freitod ihres alkoholkranken Vaters und dass sie gerne Pianistin geworden wäre. Rudolf Smelik wiederum erzählt von seiner geheilten Alkoholsucht, von Liebschaften und von jener einzigen Frau, die er heiraten wollte und die in seinen Armen starb.
Erika Pluhar schildert das Entstehen einer Liebesbeziehung zweier reifer Menschen in Form eines Drehbuchs. Zunächst überfordern die langen Dialoge, aber Sperriges macht bald Geschmeidigem Platz. Ein gewisses Befremden lösen die manchmal zu trivial geratenen Passagen aus, doch rasch dringt ins Bewusstsein, dass das erste Zusammensein zweier Menschen, die sich nicht gleichgültig sind, stets mit Banalitäten einhergeht. Gerade diese Banalitäten sind plötzlich wichtig und berühren. Die "stärksten" Seiten bleiben allerdings die Gespräche über das Theater -- erfüllt von Leidenschaft, erfüllt von der Bühnengröße Erika Pluhar. --Elfriede Quell -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Das Ganze ist vollständig in Dialogform geschrieben - auf einen Erzähler wird verzichtet - und auch die Rahmenhandlung hat man schnell erzählt: Eine ältere Dame fragt in der Straßenbahn Wien - Grinzing einen älteren Herrn nach der Endstation. Die beiden kommen ins Gespräch und erzählen sich ihr ganzes Leben, während sie im Garten eines Heurigenlokals sitzen.
Die Dialoge der beiden haben es allerdings in sich! Man kann auf Wien herunter sehen, das Essen schmecken, hört die Bäume rauschen, und man lernt viele bunte Figuren kennen, die treffend beschrieben sind. Beim Lesen stand mir alles bildhaft vor Augen. Ich spürte, daß hier jemand schreibt, der ein Leben lang auf der Bühne gestanden und Dialoge gesprochen hat. Jemand, der sich im Theater und mit Dramaturgie genauestens auskennt und die deutsche Sprache liebt. Das Buch ist eins zu eins umsetzbar in ein Hörspiel. Ich könnte es mir aber auch als Theaterstück oder Film vorstellen.
Die beiden Charaktere und ihre Leben sind ausdrucksstark und lebensvoll: Spannend und voller menschlicher Anteilnahme, entfaltet sich hier ein Panorama, das vom Prag der Vorkriegszeit reicht bis nach Afrika in die Sahelzone. Da die Zwei schon etwas älter sind - so Mitte sechzig - können sie große Gedankenbögen spannen, Schlüsse ziehen und innere Wahrheiten erkennen. Das geht nur, wenn man schon auf ein paar Lebensjahrzehnte zurückblicken kann.
Ich empfehle das Taschenbuch als Reiselektüre nach Wien - vor allem, wenn man auch das Burgtheater besuchen will. Ganz speziell eignet es sich als Geschenk für liebe Menschen ab sechzig, die dieses Buch einer Autorin aus ihrer Generation besonders schätzen werden.
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