Einen Ratgeber, um den inneren Zensor zu erkennen und ihn schließlich zum Schweigen zu bringen, verspricht der Autor im Vorwort.
Er bietet dazu in den Kapitelüberschriften 7 Schritte an, die damit beginnen, den Zensor zu benennen und darin enden, den Zensor zu verabschieden. Dies lässt den Eindruck entstehen, das der Autor uns schrittweise mit Übungen und Anregungen dabei begleitet. Nun, das tut er leider nicht.
In erster Linie stellt Peter Uffelmann die unterschiedlichsten theoretischen Ansätze zu Selbstwertgefühl, Über-Ich, Zensor, Selbstsabotage dar. Er stellt sie teilweise neben- und hintereinander ohne einen Bezug herzustellen, bzw. die Unterschiede und ihre Bedeutung für das eigentliche Thema herauszuarbeiten.
Ausführlich wird zunächst der Zweck und die Entstehung des Zensors beschrieben, hier war ich noch guten Mutes, da plausibel erklärt wird, warum der Zensor, der früher in engerem sozialen Zusammenleben durchaus eine sinnvolle Funktion hatte, sich nun gegen uns wendet.
In den folgenden Kapiteln vermisst man als Leser aber den roten Faden. Immer neue Ansätze zur Erklärung und Ausformung der Persönlichkeit und des Selbstwertes werden gegeben, dies zwar unter verschiedenen Aspekten, aber ohne das ein Konzept oder eine Entwicklung erkennbar werden.
Zwischenzeitlich schlägt der Autor Übungen vor, die wohl nicht schlecht sind, aber so ähnlich in vielen Büchern zu finden.
Ich denke, das man mit diesem Buch nicht gut beraten ist, wenn man konkrete Anleitung möchte, wie man den inneren Zensor in den Griff bekommt.
Wenn man in erster Linie ein wenig fundiertes Grundlagenwissen zu Entstehung und Zweck von Zensor, Über-Ich, Selbstwert erhalten möchte, ist dieses Buch sicher interessant.
Ein grosser Pluspunkt ist, das Peter Uffelmann immer wieder darauf hinweist, das es auch in Ordnung ist, wenn man es nicht gleich schafft, sich vom Zensor zu befreien, wenn man nicht als glückselig lächelnder Anhänger einer optimistischen Weltsicht durch das Leben geht, auch wenn dies heute zunehmend gefordert wird. Auch Pessimismus hat seinen Zweck, auch wenn er nicht immer nützlich ist.
Immer dort, wo der Autor sich von der Darstellung der Theorien wegbewegt und menschlich wird, findet man Sätze, die Mut machen, auch das Scheitern auszuhalten und damit umzugehen. Besonders der eingeschobene Exkurs seines Co-Autors Tobias von der Recke zum Scheitern, relativiert die allzu trockene Darstellung der vorangegangenen Kapitel und versöhnt etwas damit, das der Autor nicht hält, was er im Vorwort verspricht.
Sein Wissen zur Persönlickeitsentwicklung erweitert man mit diesem Buch sicher und je mehr man über die Entstehung der Persönlichkeit weiß, desto mehr hat man seinem Zensor entgegenzusetzen. Vielleicht ist dies er eigentlich Pluspunkt des Buches.