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Leute, die einen so wunderbaren Song wie "Dreaming Of The Queen" komponieren und ihn dann auch noch auf so Herz zerreißende Art interpretieren wie Neil Tennant und Chris Lowe, können einfach keine schlechten Menschen sein. Die Reduzierung der britischen 'Royal Family' auf ihre Wehmut und Trauer über zerstörte Liebe und menschliche Unzulänglichkeiten musste selbst Eisblöcke zu Tränen rühren.
Den überschäumend optimistischen Evergreen "Go West" der schwulen Kult-Kombo Village People aus dem Jahr 1979 in die Neunziger zu transferieren, sorgte im ersten Augenblick für scheinbar berechtigte Verwirrung. Doch die geniale, zwischen nostalgischer Verklärung und trotziger 'Jetzt-erst-recht'-Attitüde schwebende Version der Pet Shop Boys war nach ihrer phantastischen Version der klebrigen Elvis-Schnulze "Always On My Mind" das zweite Beispiel für ihre fast unglaubliche Fähigkeit, angestaubte Oldies aus der Grabbelkiste ins grelle Spotlight der internationalen Charts zu befördern. "Go West" geriet mit seiner hinreißenden Dramatik, den bombastischen Männerchören und der trotzdem so gefühlvollen Interpretation zu einem Monument des Mutes und der Zuversicht für die Generation der Kinder des Aids-Zeitalters.
'Tanz dich tot mit Depeche Mode', dieses auf eine Schulwand gekritzelte Motto könnte so ähnlich auch für die Pet Shop Boys gelten, denn seit ihrem ersten Hit "West End Girls" waren die meisten Singles und Maxis des Duos absolute Tanzbodenfüller in den Discos von Wanne-Eickel bis New York. Schon das quietsch-orange Plastik-Cover gab einen Hinweis darauf, dass die Grundstimmung von VERY insgesamt optimistischer sein würde, als auf dem Vorgänger BEHAVIOUR. Anders gesagt: Es wurde eine Menge Tanzstoff geboten – mal hübsch ("Yesterday, When I Was Mad", "One In A Million"), mal ziemlich beliebig ("I Wouldn't Normally Do This Kind Of Thing", "A Different Point Of View", "One And One Make Five").
Die große Stärke der beiden stillen Nachdenklichen blieben jedoch die mit großer Geste inszenierten Mini-Dramen. Ein Beispiel dafür war "The Theatre", das atmosphärisch ein wenig das 'Phantom der Oper' zu beschwören schien, während "To Speak Is A Sin" mit feiner Beobachtungsgabe die coolen Rituale in den Schwulenbars schilderte. Hier sorgte ein (am Computer generiertes?) Saxophon für wohlige Gänsehaut. "Can You Forgive Her?" verband Eingängigkeit mit einer Story über Beziehungs-Trouble, und "Young Offender" beschrieb die wohl vergebliche Zuneigung eines Mannes zu einem Jüngling. "Liberation" hätte eine beeindruckende Ballade werden können, kam aber letztlich nicht richtig zum Höhepunkt.
Und dann gab's da ganz am Ende noch ein sehr kurzes Stückchen, das als Titel gar nicht aufgeführt war. Hier schien sich Tastendrücker Chris Lowe erstmals als Sänger zu versuchen. Diese für die Pet Shop Boys völlig untypisch arrangierte Nummer erinnerte in ihrer schlichten Erhabenheit an diverse Stücke der in den 70ern recht erfolgreichen und bis heute existierenden Gruppe Camel, und zwar auch deswegen, weil Lowes Stimme große Ähnlichkeit mit der von Camel-Sänger Andy Latimer besitzt. Eine echte Überraschung also zum guten Schluss.
Als Gesamtleistung war VERY ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Pet Shop Boys und machte mir das exzellente Popduo noch ein Stück sympathischer, als sie es immer schon gewesen waren.
Und dann noch dieses „Can you forgive her?", gleich die Eröffnung der CD. Ein bombastischer Anfang in dem Stück mit richtig fetzigem und mitreissendem Grundrhythmus zieht jeden sofort in seinen Bann! Und noch ein guter Tip: Zum Discofox-üben sind viele Titel hier und insbesondere dieser einfach nur angesagt!
Etwas hektischer wird es aber auch manchmal, wie bei „Different point of view". Dies unterstreicht aber nur die erstklassig gelungene Mischung der Titel auf der CD. Und ich vergebe hiermit auch die begehrten 5 Sterne hierfür. Ein Kauftip besonders für Leute, die etwas so richtig zum Abzappeln suchen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
All of the songs on this album have the same feel -- the same texture, the same lyrical quality, the same 'groove' if you will -- which is remarkable for a collection of different songs, from ballads to a roaring remake of the Village People's Go West (a song Toyota still uses occasionally in advertising -- listen for the backing music). One would almost swear that the actual Village People are making up the chorus as Neil Tennant's high-pitched, flat voice calls out 'Life is peaceful there' as the gruff, deep voices growl, GO WEST!
All the songs are dancable (not true of all the songs on all the albums) -- the videos which accompany this album all have the same computer-generated motion and costume and background (someone in the Pet Shop Boys camp obviously had recently discovered computer-generated graphics and animation and decided to have some fun!). I was frankly a bit disappointed with the videos, because the idea was original, but it was the same idea for each video (and we fans are used to stylish, original videos for each song).
This album will please Pet Shop Boys fans; it may find a good home with electronic/disco music fans. As with all Pet Shop Boys songs, listen to the lyrics -- they are witty and thoughtful -- the song Dreaming of the Queen actually plays on a recurrent nightmare/stress dream that the average Brit would have but Americans don't -- the stress that the Queen drops by for a visit when you're not ready (either undressed, or dirty house, &c.) -- probably the closest equivalent stress dream in American terms would be the test-anxiety pop-quiz-you-haven't-studied-for dream.
Other songs include the poignant The Theatre, in which one can sense the frustration of struggling artists as they watch their more successful compatriots pass by; To speak is a sin, recapturing a word from a previous hit, It's a sin, something the no-longer Roman Catholic Tennant likes to muse over now and again; the first semi-hit Can you forgive her, a crashing, triumphant, psychological song that reinforces the ambiguous sexuality of this duo (later to be made less so).
So, pay attention to the lyrics, and have a Very Very good listen.
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