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Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
 
 
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Die Verwirrungen des Zöglings Törleß [Taschenbuch]

Robert Musil
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (35 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Rohwolt; Auflage: 66 (2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499103001
  • ISBN-13: 978-3499103001
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (35 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
OA 1906 Form Roman Epoche Moderne
Der Erstlingsroman von Robert Musil Die Verwirrungen des Zöglings Törleß über die sadistischen Spiele und den Seelen-Terror einer Reihe von Internatszöglingen aus den oberen sozialen Schichten nahm in vielem das Bild der kommenden Diktatur und der Vergewaltigung des Individuums durch die Mehrheit und das System vorweg.
Entstehung: Musil war 22 Jahre alt, als die Arbeit an seinem ersten Roman begann, trotz seiner Jugend schon Ingenieur und er fühlte sich in seinem Beruf unzufrieden und gelangweilt. So setzte er sich in diesem Buch mit den eigenen Erfahrungen als Zögling von k.u.k. Militärerziehungsanstalten auseinander, die er 1892 bis 1897 in Eisenstadt und Mährisch-Weißkirchen durchlaufen hatte. Da es Musil zunächst nicht gelang, einen Verlag zu finden, schickte er das Manuskript dem prominenten und einflussreichen Kritiker Alfred Kerr, der es enthusiastisch feierte und Musil damit zum literarischen Durchbruch verhalf.
Inhalt: Der junge Törleß, Sohn eines Hofrats, tritt in ein altehrwürdiges Konvikt ein, in dem die Sprösslinge der oberen Familien des Landes auf den Militär- oder Staatsdienst vorbereitet werden. Das Zusammenleben der Schüler ist von pubertären Nöten und homoerotischen Beziehungen geprägt. Törleß befindet sich in diesem Konvikt zunächst in einer komplizierten, von Depressionen geprägten Situation. Er empfindet sein Leben als sinnlos und sehnt sich nach einem anderen Dasein, von dessen Gehalt und Form er sich allerdings keine rechte Vorstellung machen kann. Ausbruchsversuche aus der behütet erscheinenden Bürgerwelt, eine Begegnung mit einer Dirne lösen in ihm heftige Gefühle aus, bringen jedoch keine Erfüllung.
Das verhängnisvolle Geschehen setzt ein, als Basini, ein weicher, in seiner Entwicklung zurückgebliebener Junge, von Mitschülern des Kameradendiebstahls überführt wird. Statt ihn der Internatsleitung zu melden, beschließen die Zöglinge Beineberg und Reiting, die Bestrafung und Läuterung des Jungen selbst vorzunehmen. Der feinfühlige Törless, neugierig auf das Bösartige und Vulgäre, das die beiden verkörpern, beteiligt sich – angezogen und abgestoßen von dem Geschehen zugleich – eine Zeit lang an den Peinigungen und Demütigungen des Schülers Basini. In Törleß’ Gegenwart wird er geprügelt, erniedrigt und zu homosexuellen Diensten missbraucht. Erst als sich die Quälereien zum Lynchexzess steigern, wendet Törleß sich ab und erreicht infolge einer vorgetäuschten Flucht die Entlassung aus der ungeliebten Anstalt und die Rückkehr zu seiner Familie.
Wirkung: Das Buch von Musil war für seine Zeit eine ungewöhnliche, vom Thema her nahezu revolutionäre Arbeit, die in ihrer sprachlichen Form Vorläufer des später verbreiteten expressionistischen Stils war. Der Roman fand eine beachtliche Resonanz, der Erfolg öffnete dem Autor die Türen zu einflussreichen literarischen Kreisen Berlins und brachte ihm die Bekanntschaft mit Schriftstellern und Kritikern. 1966 wurde der Stoff von Volker Schlöndorff verfilmt. R. F.

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Das bietet die Reihe „Königs Erläuterungen“Aus dem Deutschunterricht sind sie eigentlich gar nicht mehr wegzudenken: Die kleinen blau-gelben Taschenbücher der ältesten deutschen Lernhilfereihe für den Literaturunterricht. Die Rede ist von den Königs Erläuterungen, die sich seit 1897 ihren festen Platz in den Hosentaschen von Schülern – und Lehrern – erobert haben. Von kundigen Germanisten und Pädagogen verfasst erschließen sie die großen Dramen, Romane und Erzählungen nicht nur der deutschen Literatur. Neben den deutschen Klassikern wie Goethe oder Schiller, ist auch großen Dramen der Antike oder Werken fremdsprachiger Autoren von Weltrang eine Reihe von Bänden gewidmet.

Das Konzept der Reihe und der Aufbau der einzelnen Bände sind so schlicht wie überzeugend: Auf einen Abriss von Leben und Werk des jeweiligen Schriftstellers, folgen profunde Textanalyse und -Interpretation. Hieran anschließend werden mögliche Themen und Aufgaben für den Unterricht abgehandelt, ein Überblich über die Rezeptionsgeschichte geboten. Ergänzende Materialien runden das Ganze gelungen ab. Mit ihrem Erfolgsrezept „Maximaler Ertrag auf engstem Raum“ kann die Reihe ihre Marktführerschaft unter den Interpretationshilfen nicht von ungefähr immer wieder behaupten. -- Alexander Dohnberg -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
'Die Verwirrungen des Zöglings Törleß' ist der erste Roman des Autors Robert Musil (1880 bis 1942) und erschien 1906. Die Geschichte spielt in einer österreichischen Militärerziehungsanstalt, von welcher Art sie auch Robert Musil Ende des 19. Jahrhunderts besuchte. Man kann also davon ausgehen, dass der Autor seine Erlebnisse in diesem Buch verarbeitet.

Protagonist des Buches ist der in seine eigene Welt vergrabene Zögling Törleß. Mit seinen Mitzöglingen Beineberg und Reiting entwickeln sie Spaß an der Gewalt, indem sie die Situation genießen, Basini, einem weiteren Zögling, der sie bestohlen und hintergangen hat, Herr sein zu können, damit sie ihn nicht auffliegen lassen, und anfangen, ihn zu quälen und sexuell zu missbrauchen. Faszination an Gewalt und Folter spielt eine große Rolle in diesem Roman, ebenso die gesellschaftliche Aufnahme der Homosexualität zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als diese noch relativ verpönt war. Wir haben es hier mit einem grundlegenden menschlichen Phänomen zu tun, nämlich dem Genuss, vollkommen gewissenlos Macht über andere Menschen ausüben zu können, ohne dabei vor den schändlichsten Verhaltensweisen halt zu machen und eine Bestrafung von noch höherer Stelle befürchten zu müssen.

Auch wenn Sadismus und Homoerotik zentrale Rollen spielen, heißt dies jedoch nicht, dass der Roman von anzüglichen Praktiken strotzt - diese werden weder glorifiziert, noch angedeutet gelassen, sondern so geschildert, wie sie die Charaktere im Buch wahrnehmen.

Musil liefert mit seinem Roman eine erschreckende Charakterstudie ab, die die Aspekte der Musil'schen Psychologie darstellt: Verhalten in Extremsituationen und das Vergessen der Ethik in Konfrontation mit diesen. Anhand des Zöglings Törleß und seinen Gedanken wird das Aufeinanderprallen der Moral der damaligen Gesellschaft und der Versuchung auf eine exzellente Weise dargestellt. Beschreibungen der Gefühle über mehrere Seiten und seltene Dialoge sind daher vorherrschend, was zudem auch wenig Handlung zulässt. Metaphorisches Schreiben und Monologe im Vordergrund mögen nicht jedem Leser liegen.

Insgesamt kann man deutlich sagen, dass es kaum eine erschreckendere Studie über solche Handlungsweisen und Gründe dafür gibt, wie in diesem Roman, vor allem nicht aus dieser Literaturepoche. Kritiker mögen Musils Darstellungen durchaus als 'krankhaft' bezeichnen, aber beim näheren Hinschauen lassen sich Abgründe menschlichen Handelns ausmachen, die durchaus wichtige Untersuchungspunkte für die Psychologie sind. Musil scheint Bewunderer Freuds und seiner Psychoanalytik gewesen zu sein, denn seine Ausführungen zeugen davon, dass er sich intensiv mit dem Wissensstand der Psychologie des beginnenden 20. Jahrhunderts befasst hat. Dass Musil nicht die Mechanismen des nahenden Faschismus andeuten wollte, dürfte aufgrund der Zeit des Erscheinens des Romans nicht möglich gewesen sein, passt allerdings dennoch ins Schema; nach dem heutigen Wissensstand kann man dies jedenfalls sagen.

Für Törleß war "Ja" die Antwort auf die Frage, ob der Mensch ein Abgrund sei. Wer sich von einer Reise durch die Abgründe des Menschseins nicht abschrecken lässt, sondern vielmehr sich dafür interessiert, was in einem Menschen vorgehen kann, der derartige Dinge tut, wie es dazu kommen kann, wie sich eben diese 'Verwirrungen des Zöglings Törleß' abspielen, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Weltliteratur 24. April 2003
Format:Taschenbuch
Den anfangs zähen Einstieg in die Lektüre macht Musil mit seinem - für ein solch komplexes Gebilde aus Handlung und philosophischen Ausschweifungen - erstaunlich einfachen Schreibstil wieder wett. Nicht nur dass hier die Psyche eines pubertierenden Zöglings zu Zeiten des Kaiser- und Königreiches Österreich/Ungarns akribisch genau dargestellt wird, nein, durch die inneren Monologe von Törless wirft der Autor existenzielle Fragen zum Sein, Denken und Handeln - der Seele des Menschen - auf.

Konnte mich das Buch anfangs nicht so recht begeistern, zog es mich dafür später um so mehr in seinen Bann. Die zeitweilen spannende Handlung über die Zöglinge Beineberg, Reitling und Törless auf einem abgeschiedenen Konvikte, die ihren Schulkameraden Basini erpressen und sich an ihm vergehen, treibt zum Weiterlesen an.
Die eher unübliche Offenheit zu dem Thema Homosexualität aber auch gegenüber philosophischen Fragen zu Musils Lebzeiten lassen das Buch noch spektakulärer erscheinen.
Für den geneigten Leser ist dieses Stück Weltliteratur ein Muss, nach kurzem Einlesen sollte dieses Buch aber jedem Spaß machen.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kein Unterhaltungsroman 25. Februar 2009
Von cyberhog
Format:Taschenbuch
Der Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" wurde von Robert Musil geschrieben und erschien 1906 im Wiener Verlag. Dieser Roman stellt Musils Anfänge in seiner Schriftstellerkarriere dar.

Der Roman handelt von dem Zögling Törleß, der von seinen Eltern in ein Internat geschickt wird. Dort angekommen, wird Törleß von Sehnsucht und Heimweh geplagt. Er vermisst seine Eltern und schreibt ihnen regelmäßig Briefe. Er lernt bald, das Schreiben als Hilfsmittel gegen seine Probleme einzusetzen.
Er schließt sich Beineberg und Reiting an, was Törleß nicht als Freundschaft, sondern eher als Zweckverbindung sieht. Beineberg und Reiting fangen bald damit an, einen weiteren Zögling, Basini mit Namen, wegen Diebstahls zu quälen. Dabei kommt es oft zu gewalttätigen und auch sexuellen Handlungen.
Törleß versucht währenddessen auf psychologischer Ebene von Basini zu lernen und hinterfragt dessen Zustand. Da sich Törleß aber in einer Sprachkrise befindet, kommt er auch in diesem Punkt auf keine Lösung. Das Problem, sich nicht ausdrücken zu können, endet für Törleß schließlich damit, dass er das Konvikt verlässt. Dennoch hat sich Törleß am Ende des Romans seelisch weiterentwickelt.

Autor Robert Musil selber besuchte damals verschiedene Kadettenanstalten. In "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" verarbeitete Musil viele seiner Erfahrungen, sodass man hier durchaus von einem Roman mit autobiographischen Elementen und Zügen sprechen kann.

Für diesen Roman gibt es sehr viele verschiedene Interpretationsansätze. Manche bezeichnen ihn als Entwicklungsroman und reine Studie über die Pubertät eines jungen Menschen.
Es gibt auch die Theorie, dass Robert Musil hier eine Vordeutung auf die Diktatur des deutschen Reiches gibt.
So würde Basini in diesem Falle die Rolle des Juden einnehmen, Beineberg und Reiting die der Diktatoren und Törleß wiederum stünde charakteristisch für das deutsche Volk, das die Möglichkeit gehabt hätte, zu erkennen, aber nichts unternommen hat.

Insgesamt fand ich das Buch in Ordnung. Es ist allerdings schwer, Törleß' Verwirrungen und Gedankengänge direkt zu erkennen und zu analysieren. Dieser Roman ist kein Buch, das man einfach herunterlesen kann und direkt beim ersten Mal versteht, man braucht viel Zeit und muss einige Passagen bei Bedarf mehrmals lesen. Philosophie und Psychologie finden in diesem Roman sehr viel Platz, was den Roman im Großen und Ganzen lesenswert macht.
Ich würde den Roman weiterempfehlen, da es direkt mehrere interessante Punkte beleuchtet: sei es die in diesem Roman deutlich werdende Sprachkrise, die Findung eines Menschen in der Gesellschaft oder das Schildern der Tücken der realen Welt.
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