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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Im Zwischenreich einer Kriegskindheit........,
Rezension bezieht sich auf: Der Verwilderte Park (Gebundene Ausgabe)
Wir schreiben das Jahr 1942 und Dora und Jacques haben sich im Süd-Westen Frankreichs nicht weit von der spanischen Grenze auf der Flucht vor den Nazis zusammengefunden. Sie sind zehn Jahre alt und haben sich den verwilderten Park als geheimen Spielplatz auserkoren.Dora ist mit ihrem Onkel Vlad nach Sainte-Lucie gekommen, Jaques war schon vor ihr angekommen. Sie kannten sich schon, aber da trug er noch einen anderen Namen. Auch die jüngeren Zwillinge Joan und Jean sind hier. Was nach heiterer und fröhlicher Kindheit aussieht, das ist doch von geheimen Mächten bedroht. In einer nur andeutungsweise zu verspürenden Stimmung haben sich die Kinder und Erwachsenen auf dem Landgut von Camillou, dem Großvater der Zwillinge, versammelt, um hier in der Abgeschiedenheit des Landlebens Unterschlupf zu finden. Teresa, Mutter der Zwillinge, taucht eines Tages mit einem Engländer auf; sie ist jung, schön und unbeschwert. Für Dora herrscht Ungewissheit über das, was sich hier abspielt und was noch kommen mag. Sie sehnt sich nach ihrer Mutter, die in Toulouse zurück geblieben ist und weiß, dass sie mit dem Onkel über die Pyrenäen nach Spanien fliehen soll, aber warum sie gehen muss, bleibt ungesagt. Bei dieser Erzählung bekommt man eine Ahnung, wie Kinder Flucht und Vertreibung wahrnehmen: über das Radio mit BBC London hört man die Kriegsnachrichten,--Dora kennt die Melodie, mit der die Nachrichten angekündigt werden. Sie vernimmt zuweilen Satzfetzen wie "'...in Sicherheit....'" Mit Jaques spielt sie im verwilderten Park, wo sich die beiden ihr eigenes kleines Reich geschaffen haben: unbeobachtet von Erwachsenen spielen sie mit den Eidechsen und denken sich Geschichten aus. Unschuldig und neugierig betrachten sich die beiden gegenseitig und erleben Szenen, die sie überraschen. Von abenteuerlichen Radtouren bis zum Verstecken über geheime Lektüre reichen ihre Aktivitäten. Dora schreibt ein Tagebuch. Jacques Roubaud zeigt sich als Meister der vagen Andeutungen und berührenden Stimmungen in Wald und Feld. Durch die Augen Doras berichtet er über das Leben als Flüchtling und die Mischung aus Erwartung, Angst und Neugier. Seine Naturbetrachtungen sind voller Wärme und verspielter Tierbeobachtungen und zeigen doch die Unbilden einer Existenz, der die Sicherheit verloren gegangen ist. Selten liest man in dieser subtilen Weise vom Zauber des Übergangs von der Kindheit zur Jugend und von einer Gegenwart, die verborgene Ängste bereit hält. Eine wunderbare kleine Erzählung liegt mit dem fein gestalteten Buch vor. Krieg und Untergang deuten sich an und erst ganz zuletzt wird man in die tieferen Zusammenhänge eingeweiht. Die Schicksalsjahre des zweiten Weltkriegs in Frankreich stehen fein umschrieben im Fokus der Erzählung. Jacques Roubaud, Jahrgang 1932, ist Mathematiker, Dichter und Übersetzer und lebt in Paris. Tobias Scheffel hat die Erzählung trefflich ins Deutsche übertragen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch voller poetischer Kraft und Leidenschaft,
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Der Verwilderte Park (Gebundene Ausgabe)
Die vorliegende Erzählung des französischen Schriftstellers Jacques Roubaud führt ihren Leser zurück in das Jahr 1942. Es ist Spätsommer auf dem französischen Landgut nahe der spanischen Grenze. Dort haben die zwölfjährige Dora und ihr Onkel Vlad Unterschlupf gefunden. Dort lebt auch ein gleichaltriger Junge, der, wie er selbst sagt, "jetzt Jacques heißt". Auch er hat dort Herberge gefunden. Die beiden freunden sich an und verstehen beide nicht so recht, warum sie ohne ihre Eltern dort sind.Die beiden Kinder entdecken den "Verwilderten Park" ihrer neuen Heimat für sich. Sie spielen miteinander und erleben fantastische Abenteuer. Sie haben eine Höhle, in der sie sich oft verstecken und wo Dora auch ihr Tagebuch führt. Über zwei Monate währt dieses scheinbare Idyll und die Erzählung berichtet über diese Zeit aus der Sicht Doras. Nur dann und wann hat Jacques eine Bemerkung zu machen, und er macht sie aus der Sicht des Jahres 1992, als er zurückkehrt an den Ort jener Tage mit Dora, dort Doras wiedergefundenes Tagebuch liest und sich erinnert. Es ist eine zauberhafte Erzählung, die es versteht, die eher naive kindliche Weltsicht zu verbinden mit der Beschreibung dessen, was von zwei Seiten diese idyllische Realität umschließt. Da ist zum einen die Bedrohung durch die Nazis, aber auch der spanische Bürgerkrieg ist in den Gesprächen der Erwachsenen, die die Kinder belauschen und aus denen sie schlau zu werden versuchen, dauernd präsent. Roubauds Sprache fühlt sich sensibel in die Psyche der beiden Kinder ein und beschreibt gleichzeitig aufarbeitend die Geschichte des Zweiten Weltkriegs in Frankreich. Ich konnte dieses Buch voller poetischer Kraft und Leidenschaft bis zum Ende nicht aus der Hand legen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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