Harriet Schiff, eine betroffene Mutter, versucht dem unbegreiflichen Schmerz verwaister Eltern Worte zu geben. Entstanden ist ein einfühlsames Buch, in dem sie typische Erfahrungen mit Tod, Trauer und der Zeit um die Beerdigung schildert. Vorsichtig entwickelt sie Perspektiven für die unvorstellbare Zeit danach. Sie bezieht Erfahrungen vieler anderer betroffener Eltern mit ein. Eine Besonderheit des Buchs, die mir gut gefallen hat: Zu den verschiedenen Themen greift Harriet auf den Schatz der Geschichten und Gleichnisse verschiedener Kulturkreise zurück.
Die Lektüre kann für verwaiste Eltern eine erste Anregung zum Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen sein. Im Anhang wird die Idee der Selbsthilfegruppe vorgestellt, deutsche Kontaktadressen sind aufgeführt.
Das Buch ist aus dem Amerikanischen übersetzt und ähnelt in seinem Aufbau und Stil teilweise amerikanischen Ratgeberbüchern, damit meine ich z.B. das Aneinanderreihen einer bunten Kette von Erfahrungen. Aufgrund des existenziellen Themas dürfte es Betroffenen trotz kultureller Unterschiedlichkeiten keine Übertragungsschwierigkeiten bereiten. Menschen, die verwaiste Eltern begleiten möchten, könnten allerdings Struktur und Handlungsanregungen vermissen.