Viele Studenten der Soziologie, die sich mit der Systemtheorie befassen, stöhnen über das sperrige Werk eines Niklas Luhmann. Nur zu gerne greifen sie auf Sekundärliteratur zurück. Es gibt nur wenige gute Einführungen zur Systemtheorie. Dem Autor ist hier fast nebenbei das Kunststück gelungen, eine lesenswerte Einführung zu diesem Thema zu verfassen. Das Buch überzeugt durch eine verständliche und anschauliche Sprache. Es erinnert, an die hohe Kunst mancher angelsächsischer Autoren der Sozialwissenschaft, die es meisterhaft verstehen, abstrakte und hochkomplexe Sachverhalte, verständlich zu erklären. Gerade für Leser, die sich den soziologischen Theorien bzw. der Systemtheorie erst zaghaft nähern, sehr empfehlenswert.
Durch die Verbindung mit dem Thema Marke unterzieht der Autor die Systemtheorie einem Praxistest, der die Verständlichkeit erhöht. Selbst für Leser deren Hauptaugenmerk nicht dem Phänomen Marke gelten sollte, wäre dieses Buch u. a. auch deshalb mit Gewinn zu lesen.
Marken sind eine spezifische Erscheinung unseres Wirtschaftssystems, die der normale Mensch 'im "Dunkel seiner unreflektierten Existenz'", als etwas selbstverständliches oder gar banales hinnimmt. Das soziale Phänomen Marke ist jedoch weder das eine noch das andere. Der Autor führt diesen Nachweis über den geschärften Blick durch die systemtheoretische Brille. Ein gelungener Beitrag zur systemischen Markenführung.