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Sprenger sucht das Mach-, das Umsetzbare im Management. Und bricht das Thema auf eine idealtypische Struktur herunter. Er fragt nach dem Wie im wirklichen Wirtschaftsleben. Sprenger analysiert also, wie das ideale Vertrauensverhältnis aussehen soll. Am besten zwischen Chef und Mitarbeiter. Deshalb möchte er es zuallererst den Managern schmackhaft machen, weil es Kosten senkt, die Arbeitsfreude steigert und die Reifung des Menschen fördert. Vertrauen ist also zweckrational und emotional von hohem Wert.
Das Verhältnis zwischen den zugehörigen Polen muss richtig eingestellt sein. Denn blindes Vertrauen, so Sprenger, sei genauso krank wie volles Misstrauen. Das richtige Maß dazwischen finden sei die Kunst. Vertrauen und Kontrolle sollen komplementär zum Einsatz kommen. Hier beginnt das Herzstück des Buches: "Wie praktiziere ich Vertrauen?" Oder: Was bringt es mir eigentlich, anderen zu vertrauen? Antwort Sprenger: Nur eine vertrauensvolle ist eine echte Gewinnbeziehung. --Peter Felixberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Muss Ordnung sein?
Vertrauen versus Kontrolle im Unternehmen.
Die zwei Autoren spielen in unterschiedlichen Ligen. Auf der einen Seite Reinhard Sprenger (49), Managementberater und multipler Bestsellerautor ("Mythos Motivation", "Das Prinzip Selbstverantwortung", "Aufstand des Individuums"). Seit nunmehr zehn Jahren plädiert Sprenger für die Befreiung des Angestellten vom Korsett der konventionellen Arbeitsorganisation. Auf der anderen Seite Judith Mair, Jahrgang 1972 und Chefin einer winzigen Designagentur in Köln.
Anfang Oktober hat sie ihr erstes Buch veröffentlicht. Auf schmalen 184 Seiten beerdigt Mair viele der Ideen, für die der Name Sprenger steht. Flache Hierarchien? Für Mair eine Einladung zu fruchtlosen Debatten und verschleppten Entscheidungen. Teamarbeit? Eine Form der kollektiven Verantwortungslosigkeit. Die Abschaffung der Stechuhr? Eine subtile Variante der Selbstausbeutung.
Mair plädiert für eine Renaissance von Disziplin und Kontrolle im Arbeitsalltag. Stolz veröffentlicht sie das strenge Regelwerk, das sie angeblich in ihrer eigenen Agentur durchgesetzt hat: "Dienstbeginn ist werktags um Punkt 9 Uhr. Um 17.30 Uhr ist Dienstschluss, spätestens um 18 Uhr hat auch der Letzte das Büro verlassen." Beim Kunden treten Mairs weibliche Mitarbeiter in Einheitskostümen an, die an Stewardessen-Uniformen der 70er Jahre erinnern.
Gegenüber Mairs junger Lust an der Unterordnung erscheint Sprenger wie ein gutmütiger Apo-Veteran; wie der Daniel Cohn-Bendit der Managementberatung. In seinem neuesten Buch "Vertrauen führt" variiert Sprenger ein weiteres Mal die Melodie seiner vergangenen Werke: Nur wer seinen Mitarbeitern Vertrauen schenkt, kann Höchstleistungen erwarten.
Das klingt gut und richtig, aber nicht besonders originell. Die Forderung nach dem "Empowerment" des einzelnen Mitarbeiters gehört seit Jahren zum Schlagwortschatz am Stammtisch in der neuen Wirtschaft.
Judith Mair hingegen provoziert. In munteren Formulierungen erregt sie sich über die neuen losen Sitten im Arbeitsleben. Jeder, der schon einmal in einer Design-, Multimedia- oder sonstigen Kreativagentur tätig war und den dor-tigen Zwang zum kollektiven Individualismus erlebt hat, wird bei Mairs Schilderungen viel zu lachen haben.
Mit ihren Vorschlägen zur Bekämpfung des modischen Laisser-faire schießt Mair allerdings weit übers Ziel hinaus. Wenn sie ihren Mitarbeitern allen Ernstes vorschreiben will, sich untereinander zu siezen und auf keinen Fall mit dem Kickboard ins Büro zu fahren, dann hat das mit ernsthaften Führungskonzepten nichts zu tun. Eher handelt es sich um einen satirischen Gegenreflex zu den Ideen, die Reinhard Sprenger populär gemacht hat.
Fazit: Sprenger hat Recht aber Mairs Buch macht mehr Spaß.
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-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Minus in der Klammer,
Rezension bezieht sich auf: Vertrauen führt: Worauf es im Unternehmen wirklich ankommt (Gebundene Ausgabe)
Ein Gedanke aus diesem Buch fasziniert mich besonders: Wenn eine Führungskraft kein Vertrauen bei ihren Mitarbeitern genießt, steht vor jedem Satz, den sie spricht, ein Minus in der Klammer. Mitarbeiter hören nicht zuerst auf die Sachbotschaft, sie stellen sich vorher die Frage: Kann ich dem Vorgesetzten trauen? Mangelndes Vertrauen führt zu der grotesken Situation, dass sogar eine positive Handlung negativ bewertet wird. Wenn eine Führungskraft zum Beispiel mit dem Mitarbeiter seine Arbeit durchgeht, ist das bei einem Vertrauensverhältnis ein Signal der Wertschätzung und Unterstützung – während es bei mangelndem Vertrauen als Schnüffelei und Misstrauen empfunden wird.Reinhard K. Sprenger legt überzeugend dar: Vertrauen ist der einzige Boden, auf dem eine produktive Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und ihren Mitarbeitern wachsen kann. Dabei ist dieser Weg gar nicht so leicht zu beschreiten. Gründe fürs Misstrauen finden sich immer leichter als solche fürs Vertrauen, denn über Vertrauen spricht man vor allem dann, wenn es schon fehlt. Unsere Firmen fördern diese "Verdachtskultur". Ob Arbeitszeit oder Arbeitsstand, ob Spesenabrechnung oder Internetnutzung: Man schaut den Mitarbeitern auf die Finger. Das fatale: Wer auf "Nummer sicher" geht (ein Begriff aus dem Strafvollzug, wie Sprenger anmerkt), wer seine Mitarbeiter wie Unmündige behandelt, der macht sie auch dazu. Das ist der Grund, warum misstrauische Führungskräfte schon nach kürzester Zeit von Mitarbeitern umgeben sind, die sich nicht mehr vertrauenswürdig verhalten. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wer seinen Mitarbeitern vertraut, wer sich ihnen gegenüber verletzbar macht, wer immer wieder offen bekennt, dass er sie für seinen eigenen Erfolg braucht - der bekommt ein Team, das hinter ihm steht. In guten wie in schlechten Zeiten.. Der einzige Gedanke, den ich aus meiner Führungspraxis nicht sofort unterschreiben kann, ist die Idee des "Sofortvertrauens". Nach meiner Erfahrung braucht es eine gewisse Zeit, um eine solche Basis zu den Mitarbeitern aufzubauen. Aber vielleicht hat es pädagogische Gründe, dass R.K. Sprenger diesen Gedanken propagiert: So macht er auch Führungskräften Mut, denen der konventionelle Weg zum Vertrauen zu steinig erschiene. Ein Buch, das jede Führungskraft lesen sollte – und das übrigens auch, wie ich aus meiner Zeit in London weiß, im englischen Sprachraum viele begeisterte Leser gefunden hat. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gut aber nicht spektakulär,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Vertrauen führt: Worauf es im Unternehmen wirklich ankommt (Gebundene Ausgabe)
Wie in all seinen Büchern, versucht Hr. Dr. Sprenger seine Leser durch plaktive Beispiel von der Richtigkeit seiner Thesen zu überzeugen. Bei aller Lockerheit des Autors hätte ich mir doch gewünscht, daß einzelne wichtige Aussagen durch wissenschaftliche Quellen belegt werden. Dr. Sprenger nimmt zwar oft Bezug auf Dritte, ohne aber so richtig überzeugen zu können. Mir persönlich war das Buch im Gegensatz zu seinen anderen Werken zu seicht und oberflächlich. Aber es ist auf jeden Fall ein interessantes Werk, um einen Einblick in die Vertrauenskultur zu bekommen.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gute Fragen, mangehafte Antworten,
Von Horatio King "Horatio" (Frankfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Vertrauen führt: Worauf es im Unternehmen wirklich ankommt (Gebundene Ausgabe)
Sprenger gelingt es auf vorbildliche Weise, die ewig "heißen Eisen" des Managements pointiert zu betrachten. Das Buch ist ein Lesgenuß. Erstens weiß der Autor mit Sprache umzugehen, zweitens ist es ein Vergnügen seinen anregenden Geschichten zuzuhören und drittens liefert er auch eine Reihe von hilfreichen Denkanstößen. Den größten Teil des Weges wird man aber wohl allein gehen müssen. Zwar versucht Sprenger, Antworten zu geben, doch genau an diesem Punkt gerät er ins Straucheln. Alles, was er der gängigen Managementpraxis vorwirft ist richtig. In den Unternehmen wird politisiert, es herscht eine Mißtrauenskultur und langfristiges Planen nimmt wenig Rücksicht auf die menschliche Natur. Doch was kann man tun, um dies zu verändern? Sprenger bietet im Kern eine Belohnungs- und Bestrafungstaktik an. Diese kombiniert er paradoxerweise mit einer humanistischen Grundhaltung, die im Menschen eine quasi gentisch verankerete Betreitschaft zum Vertrauen proklamiert. Der Mensch ist also vertrauenswürdig, doch damit er das auch dauerhaft lebt, muß ihm bei Abweichungen kräftig auf die Finger geklopft werden. Hat sich der Schmerz dann verzogen, aber sicher im Gedächtnis verankert, darf ein zweiter, letzter Anlauf gewagt werden. Sollte es dann aber auch nicht klappen, haken wir in diesem Fall das Vertrauen ab. Sprengers Aniiegen ist es die Berechen- und Planbarkeit des Nutzens des Vertrauens herauszustreichen. Dabei werde ich allerdings den Eindruck nicht los, daß er versucht, im Feuer Wasser nachzuweisen. Er will eine unleugbare gewaltige Energie in eine handhabbare Form pressen und scheitert genau mit dieser Quadratur des Kreises.Ich empfehle dieses Buch trotz des logisch wie intuitiven Fehlschlags, weil es zur weiteren Suche anregt und...wirklich sehr amüsant und kurzweilig zu lesen ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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