Aus der Amazon.de-Redaktion
Hans Küng ist ein weit über Kirchen- und Christenkreise hinaus bekannter Theologe und Vermittler auch spiritueller Anregungen und Einsichten, nicht zuletzt im Dialog mit anderen Religionen. Die hier versammelten Texte Küngs sind meistens bereits in seinem Hausverlag Piper veröffentlicht worden, doch es gibt auch drei bislang unveröffentlichte zum Thema Vertrauen. Dabei wird der Leser von Grund auf an das Thema herangeführt: Wie entsteht Vertrauen und wie kann man es trotz des damit verbundenen Risikos der Enttäuschung wagen, zu vertrauen? Dem folgen Ausführungen über die Gestaltungen und Formen, wie man dieses Vertrauen -- zum Beispiel durch Mut und Ehrlichkeit -- einsetzen kann. Vertrauen als Fundament von Liebe und Beziehungen, das sich zu beweisen hat zwischen Gott und den Menschen und den Menschen untereinander, führt die Linie weiter: hin zu der Frage, wie dieses Vertrauen helfen kann, beispielsweise in der Bewältigung persönlicher Krisen.
Das jedem Menschen eigene Grundvertrauen wird hier genauso angesprochen wie das zu erlernende gegenüber Neuem und Fremdem und vor allem gegenüber nicht greifbaren Phänomenen wie dem Glauben an einen nicht zu sehenden und unmittelbar spürbaren Gott. Denn dieses zu entwickelnde Vertrauen ist die zentrale Voraussetzung für jeden Glauben. Mut und Zivilcourage wie Jesus sie bewiesen hat, dienen als Beispiel, das Hören auf Gefühle und Intention gegenüber Kopflastigkeit stellen eine weitere Möglichkeit des Vertrauens dar. Doch selbst festes Vertrauen kann erschüttert und zerstört werden. Wie kann man damit umgehen? Leichte Lösungen bietet Küng hier nicht, denn Vergebung, Toleranz und Einsicht sind nie einfach. Vertrauen kann jedoch auch verloren gehen in Zeiten, in denen die Hoffnung als Grundfeste der menschlichen Existenz durch Schicksalsschläge schwindet.
Patentrezepte bietet Hans Küng nicht, wohl wissend, dass es diese nicht gibt. Was er jedoch gibt, sind Hilfestellungen, um sich an Beispielen aus der Bibel zu orientieren und zu versuchen, aufrichtig, integer und bescheiden zu leben sowie im menschlichen Miteinander nicht die eigenen Selbstgerechtigkeiten und die der anderen siegen zu lassen. Der moralische Zeigefinger tritt zuweilen stark hervor, und sicher ist vieles für den Durchschnittsmenschen zu ambitioniert -- man braucht Kraft und Zeit dazu. Einen Versuch, dem Vertrauen in Gott und seine Mitmenschen eine Chance zu geben, ist es allemal wert. Dazu finden sich hier Anregungen in der Küng eigenen angenehmen und eingängigen Sprache. --Osseline Kind
Kurzbeschreibung
Mut zur Wahrheit ist Kerntugend jeden Denkens. Und der Mut zur Freiheit gibt dem Vertrauen Kontur. Ein spannendes Lesebuch.