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am 13. September 2012
Auf den ersten hundert Seiten hat sich mir vor allem ein Bild aufgedrängt: Grisham springt eines schönen Tages von seinem Schaukelstuhl auf der Veranda seines Ferienhauses auf und ruft zu seiner Frau: "Mein Gott, Darling, ich habe ja meinem Verlag in 2 Monaten ein neues Buch versprochen!", worauf die Frau erwidert: "Na dann mal los, Honey, scheint ja höchste Zeit zu sein, dass du wieder mal was schreibst!" Und der liebe John setzt sich ein bisschen schläfrig und unmotiviert an seinen Laptop und beginnt damit, die wirrste, fantasieloseste und uninspirierteste Story seiner Karriere zu schreiben. Der Einstieg in Verteidigung" wimmelt nur so von Plattitüden, stereotypen Charakteren und peinlichen Zufällen, so dass sogar der Gebrauch von FS - zertifiziertem Papier für die Herstellung des Buches nur mehr eine Sünde scheint.

Doch dann passiert Aussergewöhnliches: spätestens ab dem ersten Viertel des Buches gewinnt Grisham stilistische Sicherheit, die Story nimmt an Relevanz zu und die Charakteren beginnen plötzlich aufzublühen. Die ganze Geschichte wird immer spannender und es gelingt Grisham wie in anderen Büchern hervorragend, Menschen unaufdringlich zu karikieren. Nun kann man sich plötzlich vorstellen, dass dieses Personal in einer realen Geschichte handeln würde. Sorgen und Ängste der Beteiligten werden lebendig und als Leser beginnt man immer stärker mitzufiebern und Anteil zu nehmen an den Verstrickungen und an der unmöglichen Situation, in die sich die Kanzlei Finley&Figg mit ihrem Protagonisten David Zinc fortlaufend manövriert.

Bei der Story handelt es sich im Grunde um eine der erprobten goldenen Schablonen von Grisham, die einen einfach immer und immer wieder zu packen vermögen. Hier ist es die Schablone vom hochbezahlten Anwalt, der von der Karriereleiter springt und sein Herzblut in Fälle investiert, die wenig Geld und Ruhm, aber viel Aufopferung und gar Erniedrigung bergen.

Das Besondere bei Grisham: der Gute gewinnt im Grunde schon vor dem Ende der Geschichte. Der Ausgang der Story ist gleichsam weniger wichtig als die Bekehrung des Menschen im Laufe des Buches. Diese uramerikanische Moralinspritze muss man schon in Kauf auf nehmen, wenn man den Abenteuern der drei mutigen Anwälte der Kanzlei Finley&Figg folgen will.

Und irgendwo habe ich den alten Grisham immer im Verdacht dass er als ehemaliger Anwalt sich selbst, der seinen Beruf verlassen und als Schriftsteller ein Vermögen gemacht hat, gerecht werden will. Den Kampf für die Entrechteten der amerikanischen Ellbogen-Gesellschaft nimmt Grisham ganz einfach nicht mehr im Gerichtssaal, sondern in der Schreibstube wahr. Man mag ihm dies verzeihen, denn für beste Unterhaltung ist, nach schwachem Start, auch in "Verteidigung" wieder mal gesorgt. "Verteidigung" ist wieder mal das ideale Buch für das Ausklingen eines harten Arbeitstages, dessen Geschichte einen packt und dennoch nach dem Lichterlöschen in wohliger Ruhe zurücklässt.
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TOP 1000 REZENSENTam 25. August 2012
Diese Rezension wird leider nicht sehr objektiv ausfallen, da mir das als eingefleischter Grisham-Fan schwerfallen würde. Mir gefällt ganz einfach seine Art zu schreiben und auch dieses Buch fand ich wieder sehr unterhaltsam und amüsant.

Es handelt von einem jungen Anwalt, der 5 Jahre lang in der Tretmühle einer großen Kanzlei 80 Std.in der Woche arbeitete. Eines Tages bricht er aus, verbringt den ganzen Tag in einer Bar und landet abends sturzbetrunken in der Anwaltkanzlei Finley & Figg. Er beschließt für diese Anwälte arbeiten zu wollen und was er hier erlebt ist nichts Spektakuläres, aber einfach unterhaltsam und humorvoll erzählt. Der Alltag in einer kleinen, nicht alltäglichen, Anwaltskanzlei mit teils skurrilen Charakteren, sympathisch gezeichnet – um das geht’s in diesem Buch.

Sicher ist Grisham hier sehr weit entfernt von seinen Thriller-Bestsellern „Die Firma“, „die Akte“ und „die Jury“ und deshalb wird dieses Buch manche enttäuschen. Mich jedoch nicht. Habe es mit Schmunzeln in kürzester Zeit gelesen. Und auch dass vieles in dem Buch schon „mal da war“ ( es ist eine Mischung aus „Der Regenmacher“, „der Anwalt“,“die Berufung“ usw.) konnte meinen Enthusiasmus nicht dämpfen, da Grisham aus dieser Geschichte einfach durch seinen unnachahmlichen Stil ein richtig unterhaltsames Buch machte.

Von mir eine klare Leseempfehlung.
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TOP 500 REZENSENTam 25. Oktober 2015
Viele seine Anwaltskollegen können von einem derart gutbezahlten Stressjob nur träumen, doch dem 32-jährige Harvard-Absolvent David Zinc platzt nach fünf Jahre in der Chicagoer Großkanzlei Rogan Rothberg der Kragen. Eines Morgens beschließt er mit dem Aufzug, der ihn eigentlich zu seinem winzigen Büro im 92. Stock des Trust Towers bringen soll, wieder herunterzufahren und stattdessen eine Kneipe aufzusuchen. Wie es der Zufall (und der Alkohol) so will, landet er in der windigen Anwaltskanzlei Finley & Figg, mustert dort an und erlebt diesen sozialen Absturz als die Zeit seines Lebens...

Es gibt wohl kaum einen so zuverlässig mitreißenden Erzähler wie John Grisham (es sei denn er schreibt ein Sachbuch wie “Der Gefangene“). Mit einer Mischung aus bitterer Anklage gegen das US-(Rechts-)System und trockenem Humor, sowie durch äußerst interessante Charaktere, hat Grisham den Leser sofort in seinen Bann geschlagen. Neben der etwas blassen aber sehr sympathischen Hauptfigur David Zinc amüsieren vor allem die erfolglosen Winkeladvokaten Oscar Finley und Wally Figg, die sich verzweifelt darum bemühen mit unlauteren Mitteln die Opfer von Verkehrsunfällen zu ihren Mandaten zu machen. Dabei ist es durchaus hilfreich, dass ihre Büros sich in der Nähe einer vielbefahrenen äußerst unfallträchtigen Kreuzung befinden. Der jüngere Partner Wally Figg glaubt immer noch an den einen ganz großen Fall, der ihn durch eine gewaltige Entschädigungssumme finanziell sanieren könnte. Mit einer Anklage gegen einen Pharmakonzern riskiert er die letzten Rückstände und die Zukunft der kleinen Firma.

Seinen gesellschaftskritischen Biss hat John Grisham nicht verloren, aber er scheint etwas milder geworden als zu Zeiten seines wohl besten Buches “Die Firma“, das 1991 entstand als er seinen Job als Anwalt gerade aufgegeben hatte. Alles in allem wirkt “Verteidigung“ so als wenn dank einiger durchaus menschlicher Juristen ein Überleben im US-Rechtssystem doch möglich ist, sowohl für Bürger als auch für Anwälte.
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TOP 500 REZENSENTam 12. Juli 2015
Man könnte meinen, dass John Grisham immer das Gleiche schreibt, und dies sehr regelmäßig. Stimmt aber nur bedingt, da "Verteidigung" ein etwas anderer Grisham ist. Natürlich geht es auch in diesem Buch um einen Rechtsanwalt, der natürlich dem Leser schnell ans Herz wächst und der natürlich für das Gute kämpft. Natürlich sind auch dieses Mal die ersten Seiten ein bisschen schwerfällig, bis man alle Protagonisten kennt und im Plot ist. Soweit alles normal.

Verteidigung ist trotzdem anders, da der Spannungsbogen deutlich flacher verläuft als dies bei Grisham üblicherweise der Fall ist. Dafür ist wesentlich mehr Humor verbaut, der überwiegend zurückhaltend daherkommt und so eher zum Schmunzeln als zum Lachen führt. Verteidigung ist eher Erzählung als Justizthriller und damit eher interessant als spannend.

Wie alle Grishams ist auch dieser Roman sehr gut geschrieben und zieht einen tief in die Geschichte herein. Für meinen Geschmack kann Grisham schreiben, wie wenig andere Schriftsteller. Ich würde mir wünschen, dass er auch einmal andere Themen anpackt. Stilistisch ist dies hier bereits geglückt.

Mir hat der Roman insgesamt gut gefallen. Es hat Spaß gemacht, die Protagonisten kennenzulernen und die Geschichte zu lesen. Für mich war er dadurch trotzdem spannend, aber trotzdem irgendwie anders als sonst.
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TOP 500 REZENSENTam 9. September 2012
John Grisham ist mir als Spannungsautor bekannt, in dessen Mittelpunkt immer juristische Themen stehen. Sein letztes Buch "Das Geständnis" hat mir ausnehmend gut gefallen,aber auch seine ersten Bücher "Die Firma", "Die Akte" oder "Das Urteil" sind mir in guten Erinnerung als Spannungsromane der Extraklasse. Um so erstaunter war ich über den Inhalt dieses Buches, dass mit Spannung kaum aufwartet, dafür aber um so humorvoller ist.Dieses Buch widmet sich den kleinen Anwaltskanzleien, die sich ihre "Fälle" auf der Straße, oder in Leichenschauhäusern holen und sich über jeden Scheidungsfall freuen, der in ihrer Praxis landet.Das die Juristerei so humorvoll erzählt werden kann, wird jeder feststellen können , der dieses Buch liest und Jura für eine trockene Sache hält.

David Zinc, Anfang dreizig und Harvard Absolvent, verbringt seit fünf Jahren sein Leben in einer der angesehensten Großkanzleien Chicagos.In einem kleinen Raum ohne Fenster arbeitet er 15 Stunden am Tag, um das Vermögen der Partner zu mehren.Sein Gehalt ist auch sehenswert, doch nach 15 Stunden hochkonzentrierter Arbeit, fällt er zu Hause nur noch ins Bett und das ohne seiner Frau den Wunsch nach einem Kind erfüllen zu können.denn dafür ist er zu müde.Die Frage, ob dies sein Leben sein soll, beantwortet er eines Tages damit, dass er auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz umkehrt und den Tag in einer Bar verbringt , um über seinen weiteren beruflichen Werdegang nachzudenken.Auf dem Weg nach Haus, mittlerweile mehr als betrunken, sieht er aus dem Taxifenster heraus die Reklame einer Kanzlei namens Finnley&Figg.Als der Taxifahrer nach dem Ziel seiner Fahrt fragt, lässt er sich genau zu dieser Kanzlei fahren, die in einer der schlechtesten Gegenden Chicagos liegt. In mehr als angetrunkenem Zustand stellt er sich vor und bittet um Anstellung.Als er am nächsten Tag, nun wieder nüchtern, in der Kanzlei vorspricht, hat keiner mit seiner Rückkehr gerechnet.Trotzdem wird er eingestellt zu einem Hungerlohn und mit der Gewissheit , es hier mit absolut chaotisches Chefs zu tun zu haben.Oskar Finnley und Wally Figg halten ihre Kanzlei mit kleinen Verkehrsdelikten und Ehescheidungen über Wasser, bei denen sie auch vor unlauteren Methoden nicht zurückschrecken, um an ihre Fälle zu kommen. Als Wally, schon dreimal geschieden und zur Zeit wieder auf Alkoholentzug, von einem Medikament hört, dass angeblich einen plötzlichen Herztod zur Folge hat,wittert er eine Chance an das ganz große Geld zu kommen, Er hängt sich an eine große Anwaltspraxis , um ein Vergleichsverfahren mit einer großen Pharmafirma Amerikas abzuschließen, um somit nicht nur für seine Mandanten, sondern auch für seine Kanzlei das große Geld zu bekommen.David der Neuling der Kanzlei hat keinerlei Prozesspraxis und ihm schwant, dass auch seine Chefs nicht unbedingt sehr versiert sind, um es mit so einem Pharmariesen aufnehmen zu können. Doch die Weichen sind gestellt und es gibt kein Zurück.

Was mir neben der flüssigen und sehr humorvollen Schilderungen der kleinen Anwaltskanzlei und seiner Besitzer sehr gefallen hat war, das sehr gut herübergebracht wurde, dass der keine Anwalt bei einem Prozess gegen so einen großen Konzern keinerlei Chance hat, da er nicht über die finanziellen Mittel verfügt, sich dementsprechend vorzubereiten.Das Einholen von Gutachten und das Beschaffen von Zeugen, die überzeugend und kompetent wirken, ist eine rein finanzielle Sache. Um so mehr hat es mir Spaß gemacht,zu beobachten, wie wenigstens eine kleine Genugtuung erfolgte, als man über die Machenschaften mancher Konzerne berichtete.In diesem Buch wird wirklich eine Lanze für die kleinen Anwaltskanzleien gebrochen,die sicherlich nicht immer Juristen a la Finnley und Figg aufweisen,aber trotzdem manchmal ums nackte Überleben kämpfen müssen. Trotzdem haben mich die Besitzer dieser Kanzlei über 460 Seiten gut unterhalten, die Figuren sind sehr humorvoll, aber trotzdem realistisch dargestellt worden. Auch der Fall des kleinen Thuya hat mich begeistert. Ich habe mich nicht eine Minute gelangweilt und ich finde, dem Autor ist dieser Roman ausgezeichnet gelungen. Spannung darf man von diesem Buch nicht erwarten , aber 460 Seiten großartige Unterhaltung.
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am 2. November 2012
Der Bestsellerautor John Grisham steht für atemlose Spannung und fesselnde Unterhaltung. Normalerweise. >Verteidigung< fällt leider aus dem Raster. Der langatmige Aufbau der Geschichte ist ungewohnt und veranlasst mich zu meinem Urteil, dass sein neues Buch gefühlt kein "echter Grisham" ist.

Der junge Harvard-Absolvent und erfolgreiche Anwalt David arbeitet in einer angesehenen Großkanzlei in Chicago, bis er eines Tages urplötzlich aussteigt und bei einer heruntergekommenen Hinterhof-Kanzlei anheuert. Die beiden kauzigen Winkeladvokaten Oskar Finley und Wally Figg sind notorisch pleite und durchgängig erfolglos. Das soll sich ändern, als die Kanzlei sich an einem Entschädigungsprozess, einer Sammelklage gegen einen milliardenschweren Pharmakonzern hängt.

Durchaus verschmitzt und humorvoll schreibt John Grisham einmal mehr über sein Lieblingsthema David gegen Goliath (wie passend, dass seine Hauptperson auch David heißt) und packt dafür wie üblich allerhand Juristerei in seinen Roman. Sehr detailverliebt stattet er insbesondere die beiden komischen Gestalten der Anwaltsriege Finley & Figg und ihre eigensinnige Assistentin aus. David selbst ist fast zu gut um wahr zu sein, und hat zu alldem auch noch eine bildhübsche, nette Frau an seiner Seite. Die Story an sich ist behäbig, die Handlung kommt nur sehr träge in die Gänge und ist schnell vorhersehbar. Am Ende von Gut und Böse siegt fast teilnahmslos die Gerechtigkeit.

>Verteidigung< ist gewohnt routiniert geschrieben, doch die Spannung kommt zu kurz und somit ist der Roman zu lang. Das ist für mich als bekennender Grisham-Fan sehr schade. Bleibt zu hoffen, dass der nächste Justizkrimi des Autors an die Erfolge der Vergangenheit anknüpft.
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am 5. Oktober 2015
Hab bisher alle Grishams gelesen, außer die paar „Kurzgeschichten“.
Dieser Titel ist mal etwas anderes, etwas neues!
Keine typische Grisham-Anwalts-Geschichte gut gegen böse …
Ungewöhnlicher Hauptcharakter, der gleich am Anfang abstürzt und aussteigt….
Ungewöhnliche kleine Kanzlei , unerwarteter Prozessverlauf und anders verlaufende Geschichte, als man erwartet….
Absolut lesenswert, nicht nur für Fans :)
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Nach fünf Jahren als Anwalt in einer der angesehensten Großkanzleien Chicagos hat der Harvard-Absolvent David Zinc genug. Kaum noch Zeit für seine Frau, keine Freizeit und nur stupide Arbeit in einem Großraumbüro ist nichts mehr für David. Durch Zufall entdeckt er eine Werbeanzeige der kleinen Kanzlei Finley & Figg und heuert kurzentschlossen an. Für Wally Figg kommt David genau richtig, denn dieser hat gerade einen ganz dicken Fisch an der Angel. Mit der Klage gegen einen Pharmariesen verspricht sich Wally das große Geld. Allerdings haben weder Seniorpartner Oscar Finley, Juniorpartner Wally Figg noch David Erfahrungen mit Sammelklagen, geschweige denn hat einer von den drei Anwälten schon einmal einen Prozess vor dem Bundesgericht geführt.

Das große Geld ist nicht alles für David. Völlig ausgebrannt nach der jahrelangen Tretmühle in einer Großkanzlei wünscht sich David nur noch ein kleines Büro mit Fenster und Mandanten, die er persönlich kennt. Ganz spontan entschließt er sich deshalb bei dem chaotischen Anwaltsduo Figg & Finley anzuheuern und stört sich überhaupt nicht an den ständigen Streitereien der beiden Anwälte, und an der total unorganisiert geführten Kanzlei. Einzig die etwas mehr als fragliche Mandanten-Anwerbung behagt David nicht so recht. Aber da ist ja der große Fall, der ihm kaum Zeit lässt, hierüber nachzudenken. Außerdem soll die Klage endlich die Boutique-Kanzlei aus der mehr als desolaten Finanzlage führen.

Allerdings sind sich die Anwälte gar nicht bewusst, welche Arbeit diese Anklage für die Kanzlei bedeutet, geschweige denn sind die Kosten bedacht, die auf Finley & Figg zukommen. Und auch die Mandantensuche für eine Sammelklage entwickelt sich anfangs nicht unbedingt wie vorgestellt. Da werden den möglichen Mandanten von Wally auch schon mal Entschädigungen in Millionenhöhe versprochen, Hauptsache sie setzen ihre Unterschrift unter das Formular.

Man merkt rasch, dass John Grisham viel Freude am Schreiben des vorliegenden Romans hatte. Seine Erzählweise sprüht vor Wortwitz und originellen Ideen, ist immer unterhaltsam und fesselnd erzählt und auch die Charaktere sind äußerst ausgefeilt beschrieben. Die Story an sich kann man jetzt nicht unbedingt als spannend bezeichnen, aber John Grisham gelingt es mehrmals, der Geschichte eine neue Wendung zu geben, mit der man in dieser Art nicht unbedingt rechnet. Es ist nicht nur eine Story über eine kleine Vorstadt-Kanzlei, die sich mit einem Großkonzern anlegt, sondern überrascht auch noch mit kleinen Nebenschauplätzen, die im Verlauf immer mehr Raum einnehmen.

Gerade David ist ein komplexer Charakter, der immer mehr seine soziale Ader zeigt und hierdurch auch schlussendlich seine wahre Berufung als Anwalt findet. Stellenweise völlig selbstlos greift er der Kanzlei finanziell unter die Arme und kritisiert gerade Wally ob dessen zweifelhaften Vorgehens bei der Gewinnung von Mandanten.

Denn Wally träumt immer nur vom großen Geld, scheut nicht davor zurück, seine Mandanten am Krankenbett anzuwerben, Frauen kann er sowieso nicht widerstehen und mit dem Alkohol steht er auf Kriegsfuß. Ein richtig schmieriger Winkeladvokat, den man aber fast sofort sympathisch findet. Der ruhige, aber nicht minder streitsüchtige Part übernimmt Seniorpartner Oscar Figg, der seit 30 Jahren unglücklich verheiratet ist und ständig von der Scheidung von seiner Frau träumt. Allerdings fehlt es ihm hierfür an Geld und vor allem an Mut. Die Vierte im Bunde der Kanzlei ist Rochelle, welche die Sekretariatsarbeit übernimmt und sich nicht davor scheut, Wally wie Oscar auch einmal ordentlich die Köpfe zurecht zu rücken.

Fazit: John Grisham in Hochform: Wendungsreicher, fesselnder und sehr unterhaltsam erzählter Justizkrimi.
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... war schon immer ein Lieblingsthema von "John Grisham" und auch im vorliegenden Roman "Verteidigung" bedient er sich wieder dieser Thematik. Allerdings endet es nicht auf die gewohnte Weise, für den aufmerksamen Leser aber nicht überraschend!
Trotz der eher durchsichtigen Story ist die "Verteidigung" ein sehr unterhaltsamer Roman geworden, den ich in kürzester Zeit durchgelesen habe. Bestimmte Begebenheiten sind jetzt nicht so realitätsnah, aber "John Grisham" kaschiert diese offensichtlichen Schwachstellen mit viel Humor und Charme. Beispielsweise fand ich die Umstände, die dazu führten das "David Zinc" zur Kanzlei "Finlay & Figg" kam, doch etwas unrealistisch.
Die handelnden Personen sind aber sehr unterhaltsam und interessant, ihre menschlichen Schwächen und Unzulänglichkeiten machen sie dem Leser sympathisch. Auch schafft es der Autor den Spannungsbogen hochzuhalten, sodass "Verteidigung" eigentlich nie langweilig wird, und man unbedingt wissen will wie es im nächsten Kapitel weitergeht.
Das dem, trotz sehr durchsichtiger Geschichte, so ist, ist auch dem Schreibstil von "John Grisham" geschuldet. Das Buch lässt sich wirklich sehr flüssig lesen - für mich sehr wichtig!

Mein Fazit: Natürlich kommt "Verteidigung" nicht an die Klassiker vergangener Tage heran, dennoch ist "John Grisham" ein sehr kurzweiliger Roman gelungen. Ich fühlte mich gut unterhalten und es kam zu keiner Zeit Langeweile bei mir auf.
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am 1. November 2014
Eigentlich gefällt mir die Zusammenfassung des Buches: Der erfolgreiche Junganwalt Dvid Zinc hat genug von de ranwaltlichen Tretmühle, in die er hineingeraten ist. Statt 18 Stunden am Tag zu arbeiten und dabei vor allem Papier zu produzieren, betrinkt er sich und heuert überraschend in einer mickrigen Wald- und Wiesen-Kanzlei an, die sich auf Verkehrsunfälle spezialisiert hat. Schon bald merkt David, dass er seinen wesentlich älteren Kollegen überlegen ist. Es muss doch möglich sein, diese popelige Kanzlei zum Erfolg zu führen.

Bis hierhin könnte das Buch ein klassischer Grisham sein. Spektakuläre Gerichtsverhandlungen, vielleicht ein paar Schläger und am Ende der große Erfolg, mit dem alle glücklich sind. Dass es nicht so ist, ist erst einmal nicht schlimm. Aber wie sich das Buch weiterentwickelt, macht mich auch nicht wirklich glücklich. Zinc und seine Partner ziehen einen vielversprechenden Fall an Land, sind damit aber vollkomme überfordert. Sie wenden sich an eine spezialisierte Großkanzlei, die ihnen den Fall aus der Hand nimmt - und damit auch jede Spannung es Buches. Denn auf den restlichen hunderten Seiten geht es fast nur noch darum, dass Zinc zu irgendwelchen Treffen geht, zur Marionette wird, macht was man ihm sagt und so weiter. Erst ganz zum Schluss emanzipiert Zinc sich genug, um eigene Fälle zu führen und zu gewinnen. Aber da ist es irgendwie schon zu spät. Schade.
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