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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
" Aggression ist kein Trieb ..... Sie ist eine Reaktion auf ( reale oder phantasierte) Frustration." ( Dr. Dr. Thomashoff ),
Von Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Versuchung des Bösen. So entkommen wir der Aggressionsspirale. (Gebundene Ausgabe)
Dr. Dr. Hans-Otto Thomashoff zeigt in seinem Buch, was man unter Aggression zu verstehen hat, wie sie sich entwickelt und wie man der Aggressionsspirale entkommt.Der Autor unterstreicht gleich zu Beginn, dass Aggression überall vorhanden ist, dass sie jeden von uns betrifft und dass sie jeder hat. Aggression ist jene dem Menschen innewohnende Disposition und Energie, die sich ursprünglich in Aktivität und später in den verschiedenen individuellen und kollektiven, sozial gelernten und sozial vermittelten Formen von Selbstbehauptung bis zur Grausamkeit ausdrückt. Aggression leitet sich vom lateinischen aggredior -aggredi ab und heißt ursprünglich herangehen (im Sinne von Annäherung), angreifen ( im Sinne von Berühren, aus dem später Begreifen wird.) Erst in neuerer Zeit ist Aggression als manifestes oder latentes Angriffsverhalten bekannt und hin und wieder von Aggressivität als feindseliger Eigenschaft oder Einstellung unterschieden worden (vgl.: Hacker, F . Aggression, S. 80) Generell kann Aggression sowohl konstruktiv als auch destruktiv sein. Destruktive Aggression entsteht aus Frustration und Stress. Der Autor verdeutlicht, dass bereits das vorgeburtliche Erleben in unserer Hirnstruktur gespeichert wird und Stress vor und während der Geburt zeitlebens zu einem höheren Aggressionspotential führt. Die Entwicklungspsychologie macht deutlich, dass ein Kind auf Frustration mit Aggression auf der Basis seiner schon bei Geburt bestehenden Hirnstruktur reagiert und die Mutter dem Kind dabei hilft, seine Aggression auszuhalten und zu nutzen. Ziel ist das Erleben, etwas bewirken zu können. Der Autor resümiert, dass Wirkmächtigkeit das zentrale Bedürfnis unserer Psyche ist. Aggression dient der Entfaltung der Psyche. Thomashoff folgert, dass Aggression damit eigentlich konstruktiv und nicht destruktiv ist. Ausschlaggebend sind die frühen Beziehungen. Sie nämlich prägen den Umgang mit der Aggression. Bereits im sechsten Lebensjahr ist das Aggressionspotential weitgehend aufgebaut. Ausschlaggebend sind Stress und die Qualität der frühen Beziehungen. " Das Wutpotenzial als Kraft zu Frustationsüberwindung und zur Bestätigung der eigenen Wirkmächtigkeit wird auf der Basis dieser frühen Beziehung gestaltet. " ( S.101) Interessant sind so genannte Bindungsmuster. Diese werden von Generation zu Generation weitergegeben und in diesem Zusammenhang auch aggressives Verhalten, insbesondere destruktive Aggression. Aggression ist nach Ansicht des Autors kein Trieb, sondern stets nur eine Reaktion auf (reale oder phantasierte) Frustration. Thomasshoff begründet diese Sicht sehr gut nachvollziehbar. Interessant ist , dass das Verhaltensmuster der frühen Kindheit in gespaltenen Wertungen zu denken uns zeitlebens latent erhalten bleibt und Gruppen aus ganz bestimmten Gründen, die näher erläutert werden, diese gespaltene Weltsicht haben. Offensichtlich ist in Gruppen unsere Weltsicht überfordert, weil es zu viele andere gibt. Dies ist der Grund, weshalb es in Gruppen zu vereinfachendem und gespaltenem Denken kommt, man sich dort immer einen Anführer wünscht, der Sicherheit geben soll und außerdem leichte Reizbarkeit vorherrscht. Individualistische Regungen sind der Gruppe suspekt. Die Gründe für diese Phänomen nennt der Autor. Gezeigt wird wie in Gruppen Eskalationen geradezu vorprogrammiert sind und Gruppen letztlich immerfort Gegner brauchen. In Gruppen kommt es stets zu Spaltungstendenzen. Ein Teil der Gruppe schart sich um den Anführer, unterwirft sich diesem idealisierten Anführer gar, der den Kampf gegen das geortete Böse verspricht. Das selbstständige Denken der einzelnen Gruppenmitglieder wird verunsichert. "Die emotionale Reizüberflutung innerhalb der Gruppe bildet einen Stressfaktor, der sekundär zu erhöhter Reizbarkeit und Gereiztheit führt. "( S. 119) . Auf diese Weise wird die eigene Aggression geweckt und anderen Gruppenmitglieder zugeschrieben. Hierdurch kommt ein fataler Kreislauf in Gang: " Jeder schiebt dem anderen seine Aggression zu und bestätigt sich damit unweigerlich die Wahrnehmung, dass der andere aggressiv sei (was wiederum die eigene Gereiztheit anfacht). " (S 119) Wenn das Weltbild eines Anführers selbst von Spaltungen geprägt ist, kann es zu fatalen Entgleisungen der Gruppe kommen, weil sich dann die Gruppenaggression massiv zuspitzt. Sofern eine solche Person während der psychischen Entwicklung wiederholt traumatisiert worden ist, zugleich über eine besondere Begabung ( real oder phantasiert) verfügt, so kann eine verfestigte Spaltung dazu führen, dass sie alles Gute sich selbst und alles Schlechte der Welt das draußen zuschreibt. " Jede tiefere Beziehung scheitert an der Unfähigkeit, sich in andere einzufühlen, an überzogener Kränkbarkeit und abweisender Arroganz. Entweder der andere ist Teil der eigenen Größe, oder er ist Luft. " ( S. 122) Gefährlich wird es für Massen, wenn der Anführer für Feindbilder empfänglich ist, weil sich in aggressiv aufgeladenen Massen die Gruppendynamiken verstärken und Terror zur Folge haben können. Die als anders Entwerteten werden für jeden sichtbar stigmatisiert und systematisch in die Vernichtung getrieben. Man erfährt, dass Stress bereits in den Genen seinen Anfang nimmt und Stresshormone direkt im Gehirn wirken und unser Denken dauerhaft verändern. Stress kann bekämpft werden durch positive zwischenmenschliche Beziehungen. Generell lässt sich das Aggressionspotential durch Vermeidung von exzessivem Stress verhindern. Man kann lernen mit Aggression umzugehen und destruktive in konstruktive Aggression umzuwandeln. Wie das funktioniert erklärt der Autor gut nachvollziehbar. Erklärt werden auch die Ursachen für pathologische Aggression. Nicht selten werden Traumen ( sie führen zu Extremstress) über Generationen hinweg in ewigen Opfer-Täter-Ketten weitergereicht, wenn es nicht zu einer Unterbrechung dieses Kreislauf kommt. Der Zusammenhang zwischen Trauma, Aggression und Depression wird im Buch deutlich geschildert. Bleibt festzuhalten, dass ein zufriedener Mensch nicht gewalttätig ist. Mittels verschiedener Strategien, wie etwa Aggressionen konstruktiv zu nutzen, Gewöhnungen zu meiden , Spaltungen vorzubeugen und zu überwinden, Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen, prosoziales Verhalten zu belohnen und vieles andere mehr ist es möglich der Aggressionsspirale zu entkommen. Wir alle sind gefordert. Dr. Dr. Thomashoff leistet einen erhellenden Beitrag dazu. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Alles über Aggressionen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Versuchung des Bösen. So entkommen wir der Aggressionsspirale. (Gebundene Ausgabe)
Hans-Otto Thomashoff ist es gelungen, mit einer guten Mischung aus Witz und Ernsthaftigkeit die Entstehung der Aggression zu beschreiben. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus den verschiedensten Forschungszweigen sind hier vereint. Die Studien, die Thomashoff zur Veranschaulichung beschreibt, werden im Anhang explizit aufgelistet - ein großes Plus dieses populärwissenschaftlichen Buchs (auch wenn dies die Norm sein sollte, so ist es keineswegs selbstverständlich).Thomashoff erklärt, wie Kinder Gefühle lernen und wie wichtig das Gefühl der Selbstwirksamkeit und die Beziehung zu anderen Menschen ist, um krankhafte Aggression zu verhindern. "Die zentrale Macht zur Stressbekämpfung, zur Abmilderung von Ärger und zur Angstlinderung ist die zwischenmenschliche Beziehung" (S. 160). Thomashoff zeigt, wie viel Menschen bewirken können und wie einseitig unser Glaube an die Macht der Medikamente in Relation dazu oft ist. Wer verstehen möchte, wie aus der Aggression im Alltag mörderische Gewalt entstehen kann, der wird in diesem Buch viele Antworten finden. Thomashoff veranschaulicht, wie bereits Phantasien, Bilder und beispielsweise Videospiele unser Gehirn prägen oder wie wiederholte Schmerzerfahrungen das Gehirn empfänglicher für Schmerz machen. Er beschreibt auch, wie sehr bereits das Gehirn des Kindes im Mutterleib von äußeren Einflüssen geprägt wird. Das könnte so manchen Leser beunruhigen. Eine schwangere Leserin, die sich gerade in einer stressigen Situation befindet, könnte da leicht verzweifeln. Es fehlt an dieser Stelle der Hinweis darauf, dass das Ungeborene doch auch abgeschirmt ist oder dass der Patient mit chronischen Schmerzen doch auch echte Hoffnung auf Besserung seiner Beschwerden haben kann. Das Buch endet mit einer Reihe von Vorschlägen, die zeigen, wie wir der "Aggressionsspirale" entkommen können - dabei ist auch die Politik gefordert. Fazit: Ein hervorragendes und auch vergnügliches Buch - reich an Wissen, mit dem Potenzial, die Welt ein wenig zu verbessern. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
So entkommen wir der Aggressionsspirale,
Von Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Versuchung des Bösen. So entkommen wir der Aggressionsspirale. (Gebundene Ausgabe)
Aggression, wichtig und teuflisch zugleich, denn ohne Aggression geht es nicht weiter - doch zerstört sie auch vieles - so ambivalent wie Aggression ist sonst keine der menschlichen Eigenschaften. Der Autor Hans - Otto Thomashoff zeigt in seinem Buch VERSUCHUNG DES BÖSEN auf, wie wir Aggression nutzen können und doch einer Spirale der Gewalt entkommen mögen.Der Autor Hans - Otto Thomashoff ist Psychiater, Psychotherapeut und Psychoanalytiker in der eigenen Praxis und damit bereits zwangsläufig durch Studien und Ausbildung, sowie durch eigene Erfahrungen mit dem Thema Gewalt / Aggression konfrontiert worden. Sein Buch VERSUCHUNG DES BÖSEN klingt zwar ein wenig reißerisch, denn die Gewalt-/ oder Gewaltbereitschaft wie auch die Aggression steckt in jedem von uns selbst und lässt sich mittels verschiedener Möglichkeiten auch auslösen und aktivieren. Gewalt und Aggression ist ein Einzel-/ und auch Massenproblem, es taucht vielfach in der menschlichen Geschichte auf und ist selbst heute noch ein fester Bestandteil der Bevölkerungen auf diesem Planeten. Aggression kann sowohl positiv wie leider auch vielfach negativ eingesetzt werden, der Manipulation der Massen sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt und Aggression kommt selbst in den Familien häufig vor. Das Buch beschäftigt sich mit den verschiedenen Gesichtern von Aggression und ihren Ursachen. Umwelt, Vererbung und Erziehung haben einen maßgeblichen Einfluss. Das Buch offeriert am Ende einige Lösungsvorschläge, welche zwar diskutabel sind aber das Problem Aggression an sich sicherlich nicht so schnell beseitigen werden - doch ein Anfang wäre damit schon gemacht. Der Autor hat das Thema gut analysiert und mit einer Fülle von Fallbeispielen aus seiner Umgebung ausgestaltet. Die Texte sind leicht verständlich und das Thema, so es denn im eigenen Bewusstsein bleibt, kann dazu führen das man sich mit Aggression und der eigenen immanenten Gewalt näher auseinandersetzt und versucht diese einzudämmen. Empfehlenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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