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Versteckt und vergessen. Kinder des Holocaust.
 
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Versteckt und vergessen. Kinder des Holocaust. [Taschenbuch]

Andre Stein
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 351 Seiten
  • Verlag: Heyne (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453148576
  • ISBN-13: 978-3453148574
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 824.230 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Im Untergrund oder unter falscher Identität, und in ständiger Angst vor Entdeckung haben Tausende jüdischer Kinder den Holocaust überlebt. Doch das Leben im Versteck wurde für viele zur traumatischen Erfahrung. Einsamkeit, Angst, Scham- und Schuldgefühle hinterließen nachhaltige Spuren in den kindlichen Seelen. Den Kriegsjahren im Versteck folgten Jahre im Verborgenen, der inneren Emigration, denn die Kinder stießen schnell auf eine Mauer von Unverständnis. "Du kannst Dich unmöglich erinnern, du warst doch noch ein Kind", hieß es da. Damit wurden ihre grauenvollen Erinnerungen abgetan, und die Kinder, von klein auf an Schweigen und Stillhalten gewöhnt, verstummten erneut. Der Psychotherapeut Andre Stein, der als verstecktes Kind überlebte, gibt mit zehn Lebensbildern diesen fast vergessenen Zeitzeugen des Holocaust nach fünfzig Jahren ihre Stimme zurück.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Buch das unter die Haut geht., 5. Februar 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Versteckt und vergessen. Kinder des Holocaust. (Taschenbuch)
Eindringlich stellt der Autor die Lebensgeschichten vor. Angemessen nüchtern geht er als Autor das Thema an- hier sind es die Betroffenen die zu Wort kommen. Geschildert wird weniger eine Anklage, mehr ein Gefühl der eigenen Ohnmacht und Verzweiflung. Selten habe ich ein Buch gelesen, welches so intensiv etwas erzählt ohne nur Mitleid zu erregen. Ein Buch, das gegen das Vergessen geschrieben wurde und seinen Zweck auch erfüllt.
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5.0 von 5 Sternen Buchbesprechung, 7. November 2009
Von 
Reinhard Fritsche (97483 Eltmann) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Versteckt und vergessen. Kinder des Holocaust. (Taschenbuch)
1993 ist das Buch in der amerikanischenOriginalausga be unter dem Titel HIDDEN CHILDREN erschienen, 1995 als ungekürzte Taschenbuchausgabe in deutsch, 351 Seiten.

Als einer, der den Krieg und die unmittelbare Zeit danach nicht erlebt hat - ich bin Jg. 1948 -, war ich beim ersten Leses dieser Kinderschicksale schockiert. Weil sie unter 16 Jahre als waren, hatten sie kein Recht zu leben und haben doch überlebt, und die hier Geschilderten haben es alle zu etwas gebracht in Berufen, die dem Nächsten dienen. Allerdings sind die Erlebnisse zum Teil so grausam, dass der Leser gute Nerven braucht. Sp war ich nahe daran, meine Bereitschaft zu einer Rezension wieder zurückzugeben. Aber beim zweiten Lesen konnte ich doch einiges mehr entdecken als nur Unmenschlichkeit, Not und Elend und davon soll nun die Rede sein.

Es kommen hier Zeitzeugen zu Wort, die nicht nur überlebt haben und die zumeist noch leben, sondern die zurückschauen auf eine bewältigte Geschichte, wenn sie auch mehr oder minder an deren Folgen noch leiden. Aber insgesamt sind sie mit ihren Problemen fertig geworden und können ein sinnvolles Leben führen. Darin liegt allerdings auch eine gewisse Einseitigkeit. Denn sicher gibt es Fälle, die "es nichtgeschafft haben". Mit der Veröffentlichung dieses Buches haben zehn Überlebende gewagt, aus ihrem Schweigen und Versteck herauszutreten, zu dem sie aufgrund der Umstände verurteilt waren.

Das heimliche Thema des ganzen Buches ist die Erinnerung, die nach Jahrzehnten qualvollen Schweigens geäußert wird, in der Hoffnung, endlich Menschen zu finden, die die Erinnerung dieser Kinder ernst nehmen. so ist das Buch gewidmet zur Erinnerung an die Kinder, die starben, weil ihnen "kein gütiger Retter erschien" und all denen, "die ihr Leben riskierten, damit diese Kinder weiterleben konnten" (Vorwort).

Der Psychotherapeut Andre Stein, der als letzter seine Geschichte bezeugt, sammelte Überlebensgeschichten der Schwächsten, der Kinder, die "die vergessenen Helden" sind, denn "den Opfern hat man Denkmäler errichtet, die Retter werden vom Staat Israel geehrt" (S. 13). Aber wer denkt über die überlebenden Kinder nach?

Anstoß zu den Untersuchungen von Stein, die auf Tonbandaufzeichnungen zurückgehen, war ein internationales Teffen 1500 ehemals versteckter Kinder im Mai 1991 in New York. Für Stein bedeutete dies ein Stück Überwindung der durchlittenen Einsamkeit durch die Gemeinschaft und den persönlichen Austausch derer, die diese schweren Erfahrungen miteinander teilten, ohne voneinander zu wissen.

Die zehn Lebenszeugnisse stammen aus Holland, Ungarn, Litauen, Polen und Frankreich (Deutschland ist nicht dabei). Dort gab es jeweils auch Einheimische, die mit dne Nazis in der Verfolgung der Juden zusammenarbeiteten - das war mir bis jetzt nicht bekannt. Die Kinder wurden bei Juden oder auch bei (wenigen wahren!) Christen, an vielen Orten versteckt und dadurch notgedrungen oft von ihren Eltern getrennt. die dabei gemachten positiven (liebevoller Einsatz von Rettern) aber auch negativen Erfahrungen (Todesangst, Scham- und Schuldgefühl) werden ungeschminkt wiedergegeben, aber auch die Probleme, die sich für die Kinder in ihrer Beziehung zu ihren Eltern ergaben, indem sie von ihnen getrennt wurden, ohne dies im Grunde verstehen zu können. Nach dem Krieg erkannten die Kinder oft ihre Eltern nicht wieder oder wollten bei ihren Gastfamilien bleiben. Schlimm war es natürlich gerade für diejenigen, die ihre Eltern verloren hatten und nun miterlebten, dass andere von ihren Eltern aufgesucht wurden (z.B. im Wasienhaus).

Feinfühlig beobachtet Stein die Verhaltensweisen von Erwachsenen und Kindern und wertet sie aus. Hier begenet dem Leser die Psychlogie von ihrer hilfreichen Seite: eine Fundgrube z.B. von Einsichten für die, die mit Kindern - auch mit schwierigen - zu tun haben. Ich kann mir denken, dass sich mancher Leser in diesen Schicksalen mit seinen Problemen wiederfindet: Schuldfragen, Warum-Fragen, Umgang mit Schwierigkeiten, Überwindung von Verletzungen usw. ... Besonders interessant für mich ist die leidvolle Tatsache, dass die meisten jüdischen Kinder zu theoretischen Atheisten geworden sind, wenn sie sich auch als Juden verstehen und oft praktisch Juden geblieben sind. So sagt ein und dieselbe Person: "Ich bin sogar sehr jüdisch, ich setze unsere jüdischen Traditionen fort. Wir feiern immer das Passahfest." Aber auch: "Ich bete nicht, weil ich nicht an Gott glaube. entweder gibt es ihn nicht, weil meine Schwester gestorben ist, oder es gibt ihn eun Er ließ sie sterben, was noch schlimmer ist." Dann wiederum: "Andererseits muß Er da gewesen sein und mich gerettet haben, und vermutlich aus einem bestimmten Grund. Wer soll mir sonst sagen, warum ich noch lebe?" (S. 205)

Warum wurde dieses Buch geschrieben? Dazu zitiere ich die letzten Zeilen der Einleitung: "Dieses Buch ist der Versuch, den jüdischen Kindern, die zu jener Zeit unter sechzehn waren, eine Stimme zu geben. All denen, die während des Holocaust von Christen und Juden versteckt wurden oder sich in den Wäldern verbargen. All denen, die sich auch als Erwachsene unsichtbar zu machen versuchten. Dieses Buch soll ihnen die Gelegenheit biten, von einer Welt vernommen zu werden, die endlich bereit ist zuzuhören." (S. 13)

israel, unser älterer Bruder, kommt uns hier menschlich sehr nahe. Wer unter uns die Bereitschaft zum brüderlichen Zuhören hat, dem sei dieses Buch anchdrücklich empfohlen. Reinhard Fritsche, Eltmann 1999.
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