Der Autor bemüht sich um einen Kompromiss zwischen mathematischer Methode und Anwendung. Dies ist aus meiner Sicht in doppelter Hinsicht misslungen. Für den Mathematiker sind die Sachverhalte nicht stukturiert genung notiert und es kommt zu Doppelnotationen für Dinge, die im Grunde dasselbe beschreiben. Die Beweise sind nicht besonders elegant. Für den Pragmatiker hat dies zur Folge, daß alles sehr kompliziert aussieht und man recht lange nach der benötigten Formel suchen muß. Es fehlen daher für den einen wie den anderen Leser hilfreiche Kommentare darüber, wie man was in der Praxis benutzt oder welche Bedeutung den Formeln oder den Voraussetzungen zukommt.
Außerdem scheint mir der Autor einige aus seiner Sicht vielleicht triviale, nach Meinung anderer Mathematikautoren jedoch beweisenswerte Zusammenhänge in Aussagen wie "Das ist klar." zu stecken; auf der anderen Seite werden relativ leichte Rechnungen sehr ausführlich dargestellt.
Immerhin gibt hier mal einen Versuch, Versicherungsmathematik mit mathematischer Notation zu umgeben und damit geht der Autor in eine Richtung, die von anderen Autoren oft erst gar nicht in Betracht gezogen wurde.