Ein Schauplatz erbitterter Kämpfe zu Lande, zu Wasser und in Luft ist die Pazifik-Insel Guadalcanal und der darauf befindliche Flughafen von Japan und Amerika während des WK 2 heiss umkämpft, doch in der Konsequenz ziemlich unwichtig gewesen - Als eine tragische Ironie des Krieges lieferten diese taktisch eigentlich unsinnigen Kämpfe den größten bekannten Schiffsfriedhof, der dem Meeresgrund dort auch den treffenden Namen "Eisen-Sund" einbrachte, weil unzählige Wracks sich in der Tiefe quasi dicht an dicht aneinander reihen. Die dort abgehaltenen Seeschlachten sind weniger berühmt, als die bei Truk oder Midway und standen zudem im Schatten Land- und Luftkämpfe rund um die Insel.
Bekannt geworden ist Guadalcanal daher auch eher durch Serien wie "Pazifik-Geschwader 214 - Die schwarzen Schafe" oder dem Anti-Kriegs-Streifen "Der schmale Grat". Dass sich dort ganze Kriegsschiff-Flotten unerbittlich beharkt haben ist dagegen zumindest hierzulande fast in Vergessenheit geraten. Robert D. Ballard hat sich 1993 wieder einmal mit seinem beispiellosen Tiefsee-Equipment aufgemacht, um den dort liegenden stummen Zeugen des Wahnsinns einen Besuch abzustatten... ganze 13 gespenstische Wracks wurden von seinem Team gefunden und erforscht, was der vorliegende Bildband "Versenkt im Pazifik - Schiffsfriedhof Guadalcanal" illustriert.
_Kurz & Bündig_
Reich an verschiedenen Schiffen und die Sinnlosigkeit dieses Krieges durch die gut präsentierten geschichtlichen Hintergründe verdeutlichend, kann man dieses Buch als eins der besten Ballards bezeichnen, vor allem durch das Fehlen größerer Pannen und deren sonst so melodramtischen Beschreibung, konzentriert sich "Versenkt im Pazifik" auf die Geschichte der einzelnen Wracks. Der Leser bleibt diesmal von ausladenden Erklärungen wie, wo und warum man genau so (und nicht anders) nach versunkenen Schiffen sucht verschont, die sonst seine Werke schmücken. Das zeigt, dass Ballards Bücher am Besten sind, wenn der notorische Selbstdarsteller mal ein wenig zurücksteht und sich sein Co-Team hauptsächlich um den Inhalt kümmert. Daher kann das Urteil, sowohl für mittlerweile nur noch antiquarisch zu bekommenden Bildband, als auch das immer wieder neu aufgelegte Taschenbuch, nur "absolut lesenswert" lauten.
Jürgen Pern - buchwurm.info Redaktion